„Krypto-Lunch“ Webinar – Eine Zusammenfassung

Die am 21.04. abgehaltene Eventreihe «Krypto-Lunch» unseres Partners 10×10 wurde in der Form eines Webinars abgehalten. Die Themen: Wie verhalten sich nachfolgende Generationen im auf-strebenden Bereich Fintech und Krypto-Währungen und wie positionieren sich Finanzunternehmen.

Die Vortragenden boten einen interessanten Beitrag, sowie informative Ausführungen über das aktuelle Geschehen rund um den Bereich der Krypto-Währungen. Pascal Huegli, Finanzjournalist & Krypto-Enthusiast bei 10×10, führt die Diskussion und leitet ein, weshalb er der Ansicht ist, dass die Millennials den grössten Vermögenstransfer der Menschheitsgeschichte vorantreiben werden und wie Bitcoin hier als Accelerator fungiert.

Auswirkungen eines Generationswechsels auf Krypto-Währungen

Huegli nennt Bitcoin die Mutter aller Kryptowährungen, wie auch das am besten performende Asset des letzten Jahrzehnts. Nicht nur aufgrund des Halvings werden womöglich neue Personen auf das Asset aufmerksam werden, sondern auch durch die erhoffte Preissteigerung.

Um die Frage aufzugreifen, wann Bitcoin eine Massenakzeptanz erreichen wird, zieht der Redner einen Vergleich zum Internet. Auch die Akzeptanz des Internets sei nicht von heute auf morgen geschehen. Vielmehr werde der Akzeptanzprozess des Bitcoins graduell und schleichend passieren. Bitcoin und das Internet basieren auf vergleichbaren Idealen, wie der Dezentralität und der Selbst-Souveränität.

In Bezug auf die Aufgeschlossenheit der weltweit führenden Krypto-Währung gegenüber, geht Pascal Huegli auf Alterskohorten ein. Er verweist hierbei auf eine Studie, die zeigt, dass vor allem Bitcoin auf Millennials, eine starke und positive Wirkung hat.

Aufgrund der Affinität für digitale Tools, sowie dem Aufwachsen in einer digitalen Welt, spricht der Vortragende von einer künftigen Vermögensumschichtung, welche vor allem den Millennials zugutekommen wird. Mehr noch als Millennials, wird die Generation Z finanziell von der Partizipation an Krypto Assets profitieren.

Vor allem durch Fragen in Bezug auf sozialversicherungsrechtliche Aspekte, hohe Wohnkosten, Negativzinsen und Inflation, sehen Millennials in der Kryptowelt bessere Zukunftsperspektiven.

Wie positioniert sich eine neu gegründete Krypto-Bank

Mathias Imbach, Co-Founder & CEO von Sygnum erläutert seine bisherigen Erfahrungen und Ziele seines noch jungen Unternehmens in der neuen Welt der Krypto-Assets. Er hat das bahnbrechende Potenzial von Blockchain schon früh erkannt und sich dementsprechend bereits 2013 aus unterschiedlichsten Blickwinkeln mit der Blockchain-Technologie auseinandergesetzt.

Die Notwendigkeit einer Kryptobank begründet Mathias Imbach mit der starken Loslösung der Blockchain-Technologie von der heutigen Finanzwelt, welche an einer fehlenden Vertrauenswürdigkeit leidet. Er misst regulatorische Sicherheit, Investorenschutz, wie auch eine sichere Infrastruktur hoher Bedeutung zu, um eine Verbindung der Kryptowelt und der heutigen Finanzwelt zu ermöglichen. Die Entscheidung, einen Standort in Singapur und der Schweiz aufzubauen, wurde bewusst getroffen, um Sygnum in einer regulatorischen Finanzwelt einbinden zu können. Vor allem institutionelle Investoren sollten nicht abgeschreckt, sondern auf die neue Kryptobank aufmerksam gemacht werden.

Nicht nur der Verwaltungsrat der aus einem Zusammenschluss von verschiedenen Personen aus dem technologischen Bereich und der traditionellen Finanzwelt besteht unterscheidet sich von einer konservativen Bank. Auch das Team zeichnet sich durch starke Diversität aus, bei welcher beispielsweise eine Bankausbildung nicht als Voraussetzung für die Mitarbeit des Start-ups gilt.

Besonderheiten eines Finanz-Technologieunternehmens

Angeboten wird von Sygnum ein traditioneller Bankservice für digitale Assets mit dem Fokus auf die Finanzlandschaft von Europa und Asien. Mit Assets sind explizit über ein Risk-Framework ausgewählte Kryptowährungen, digitale Fiat-Währungen wie auch die Tokeniserung von Assets gemeint. Die Investorenzielgruppe besteht aus qualifizierten privaten und institutionellen Kunden, wie Stiftungen, Asset-Manager, Family-Offices und anderen Banken. Ermöglicht wird nicht nur das Einzahlen von Fiat-Währungen, die dann wiederum über eine Tradingplatform in Digital Assets wie Single Tokens oder auch Index-Produkte investiert werden können, sondern auch das Ausbezahlen von Fiat-Währungen in Form von Krediten gegen Sicherheiten in Form von digitalen Assets. Dies spricht  beispielsweise Personen an, die sich um Gehälter bezahlen zu können, kurzfristige Liquidität wünschen, ihre Kryptowährungen aber nicht verkaufen möchten.

Auch hat Sygnum als erste Schweizer Bank einen digitalen Schweizer Franken (DCHF) lanciert. Dieser ermöglicht den Vorteil der Übertragung von Vermögenswerten auf der Blockchain. Um nicht in die Geldpolitik einzugreifen, ist für jeden digitalen Schweizer Franken, ein „echter“ Schweizer Franken auf der Nationalbank deponiert.

Die Kryptobank hat gezielt keine Banken als Investoren akzeptiert, um als Dienstleister für andere Banken unabhängig zu bleiben. Kontrolliert werden die Dienstleistungen aus dem technischen Blickwinkel zu 100 Prozent von Sygnum selbst.

Zum Schluss appelliert Mathias Imbach an eine Lebensphilosophie, gezeichnet von Optimismus, Persistenz und Antrieb. Gerade diese Einstellung sei nötig, um Innovation im Bereich Blockchain voranzutreiben.

Traditionell konservative Privatbank wagt den Sprung in den Krypto-Bereich

Milko Hensel, Leiter Digitale Partnerschaften bei der Privatbank Maerki Baumann & Co. AG erklärt, wie ein konservativ ausgerichtetes, Risikoaverses Familienunternehmen, den Sprung in den innovativen Krypto Bereich gewagt hat.

Die Privatbank Maerki Bauman, die ihren Fokus auf Vermögens- und Anlageberatung legt, informierte sich erstmals 2017 über Krypto-Währungen. Mit dem Grossteil der technologischen Ansätze konnten sie sich vorerst nicht identifizieren. Nachdem jedoch die Anfrage von Kunden in Bezug auf Krypto-Währungen immer weiter stieg, fasste die Bank den Entschluss, Gelder die durch Spekulation und Investition in Kryopto-Währungen erwirtschaftet wurden, anzunehmen und entsprechend zu verwalten.

2018 informierte die Privatbank ihre Kunden in einem Brief über ihr geplantes Vorhaben. Die Information beinhaltete die Erklärung der Geldannahme von aus Kryptoinvestitionen gewonnenen Beträgen, nicht aber die Annahme von Kryptowährungen an sich. Dies war auch der Inhalt eines vom CEO gegebenen Interviews, welches unglücklicherweise falsch ins Englische übersetzt wurde. Durch die missglückte englische Übersetzung wurde die Bank Maerki Baumann von Medien wie auch in diversen online Foren als erste Schweizer Kryptobank betitelt. Für eine Privatbank, deren Schwierigkeit eher darin besteht, neue Kundschaft zu gewinnen, waren die aus dem Artikel resultierenden zahlreichen Anfragen überraschend. Nach einer intensiven Analyse bestätigte sich das Potential von Krypto für die Bank doch noch.

Da die Kundschaft und Interessenten der Privatbank Maerki Baumann zumeist älter als 65 Jahre ist, Krypto affine Personen jedoch hauptsächlich Millennials sind, wurde eine neue Zielgruppe definiert. Diese soll sich vor allem aus Kunden zusammensetzen, die ihr Vermögen vererben wollen bzw. Personen die Vererbtes erhalten (werden). Die Hauptkundengruppe soll also genauso erkennen, dass es sich lohnt in etwas Neues, Zukunftsorientiertes zu investieren.

Ein Hauptmerkmal der Privatbank Maerki Baumann im Vergleich zu anderen Kryptobanken oder Start-ups, zeigt sich an der konservativen, wenig risikofreudigen Haltung und der vorsichtigen Abwägung aller Chancen und Risiken. Die Historie und der Name der Bank, die vor allem für Stabilität stehen, dürfen keinesfalls gefährdet werden.

Weiterhin Schwierigkeiten bei Kontoeröffnungen in der „Krypto-Nation“ Schweiz

Als ihm völlig unverständlich beschreibt Milko Hensel die Tatsache, dass es in der Schweiz bisher sehr wenige Banken gibt, die es Kryptounternehmen ermöglicht, Firmenkonten zu eröffnen. Dies sei vor allem insofern verwunderlich, als dass die Schweiz sich selbst als Krypto-Nation betitelt. Diese Lücke hat die Privatbank Maerki Baumann seit 2019 selbst gefüllt. Auch ICO– und STO-Services werden nun von ihnen angeboten. Momentan fokussiert sich die Bank auf die Vorbereitung von Handel und Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Auch erhofft sich die Bank für ihre Privatkunden ein baldiges Angebot für Wallets.

Geplant ist ausserdem eine Beratung von Anlageprodukten, Kunden Anlagestrategien in Bezug auf digitale Vermögenswerte näher zu bringen und das Angebot einer integrierten Kryptoanlagestrategie zu ermöglichen. Auffallend ist, dass es bisher in der Schweiz sehr wenig Banken gibt, die für institutionelle Kunden oder für Privatanleger, Beratung von Krypto Assets anbietet. Essenziell für die Privatbank Maerki Baumann ist es Kunden, die neue und vielversprechende Vermögensklasse näher zu bringen.

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Redaktion cvj.ch

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