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    Sie sind hier:Home » Aktuell » News » Krypto-Bärenmarkt: BitMart schliesst nach neun Jahren
    BitMart schliesst die globale Handelsplattform, der Handel endet am 26. August 2026 und der BMX-Token verlor rund 58 Prozent.

    Krypto-Bärenmarkt: BitMart schliesst nach neun Jahren

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    von Redaktion cvj.ch am 27. Juli 2026 News

    Die Krypto-Börse BitMart schliesst nach rund neun Jahren seine globale Handelsplattform, der Handel endet am 26. August 2026. Somit kündigt binnen eines Monats die dritte grössere Krypto-Börse ihren Rückzug an.

    BitMart ist ein zentralisierter Handelsplatz, über den Nutzer Kryptowährungen kaufen, verkaufen und verwahren lassen. Zudem bot sie Derivate und ein breites Angebot an Altcoin-Listings. Das brachte ihr über Jahre den Ruf einer der grösseren Adressen für früh gelistete Token ein. Sheldon Xia gründete das Unternehmen 2017, der öffentliche Betrieb startete ein Jahr später. Im Dezember 2021 erlitt die Plattform einen Hack auf ihre Hot Wallets, der Schaden lag bei 196 Mio. USD. Davon erholte sie sich jedoch operativ - zumindest vorübergehend. Als Begründung für den jetzigen Rückzug nannte das Unternehmen lediglich „operating conditions, market environment and future strategic direction".

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    BitMart schliesst in drei Stufen bis Januar 2027

    Der Rückzug läuft in drei Stufen. Zunächst stoppte die Börse mit der Ankündigung am 26. Juli Neuregistrierungen, Einzahlungen und neue Handelsaufträge. Der Handel selbst bleibt bis zum 26. August 2026, 01:00 UTC, offen. Erst am 31. Januar 2027 um 15:59 UTC stellt die Plattform ihren Betrieb endgültig ein. Zwischen Handelsende und Abschaltung liegen somit gut fünf Monate, in denen Kunden ihre Guthaben abziehen können. BitMart bezeichnet den Prozess selbst als geordneten Rückzug.

    Auszahlungen bleiben nach Angaben der Börse auch nach dem Handelsende möglich. Allerdings kann sich die Abwicklung verzögern. Das Unternehmen verweist auf Identitätsprüfungen und Compliance-Kontrollen. Dazu zählen die Travel Rule, der Abgleich mit Sanktionslisten und der Herkunftsnachweis der eingesetzten Mittel. Hinzu kommt die Auslastung der jeweiligen Blockchain. Wer seine Verifizierung nicht abgeschlossen hat, muss folglich mit längeren Wartezeiten rechnen. Ausserdem rät die Börse, offene Positionen vor dem Handelsende zu schliessen. Für Auszahlungsanträge nennt sie den 26. August, 05:00 UTC, als Stichtag. Anträge danach laufen über ein separates Verfahren mit zusätzlichen Unterlagen.

    Eine inhaltliche Begründung liefert die Plattform ebenfalls nicht. Die Mitteilung bleibt bei der Standardformulierung zu Betriebsbedingungen, Marktumfeld und künftiger strategischer Ausrichtung. Weder zu Nutzerzahlen noch zur Ertragslage äussert sich das Unternehmen, und regulatorische Auflagen nennt die Börse ebenso wenig als Auslöser. Für Kunden zählt daher vor allem der Kalender. Nach dem 26. August endet der Handel, danach bleibt nur noch der Abzug der Bestände.

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    Dritte Börsenschliessung innerhalb eines Monats

    Insgesamt zogen sich innerhalb von vier Wochen drei Handelsplätze aus dem Markt zurück. Anfang Juli 2026 stellte AscendEX den Geschäftsbetrieb ein, darunter Kontoeröffnungen, Einzahlungen, Handel, Staking und Lending. Wenige Tage später setzte die Börse auch automatisierte Auszahlungen aus und prüfte Anträge nur noch manuell. Garantien für die Auszahlung von Kundengeldern gab das Unternehmen nicht ab. Als Gründe nannte AscendEX das Marktumfeld und die fehlende MiCA-Zulassung in der EU.

    Drei Wochen darauf folgte BitMEX. Betreiberin HDR Global Trading Limited kündigte am 23. Juli das Ende des elfjährigen Betriebs an. Zunächst greifen ab dem 26. August Risikolimiten, die neue Positionen blockieren. Schliesslich stellt die Plattform am 23. September um 04:00 UTC den Betrieb vollständig ein. Ursprünglich dominierte BitMEX das Derivatesegment. 2019 wickelte die Börse ein Jahresvolumen von über 1 Bio. USD ab und hielt rund 57 Prozent Marktanteil. Im Juli 2026 lag ihr Anteil hingegen unter 0.01 Prozent.

    Die drei Fälle unterscheiden sich im Charakter. BitMEX und BitMart kommunizieren gestaffelte Fristen, an denen Kunden ihren Ausstieg planen können. AscendEX hingegen fror Auszahlungen ein und liess die Reservelage offen. Das wirkt daher eher wie ein ungeordneter Zusammenbruch als wie ein geplanter Rückzug. BitMart- und BitMEX-Kunden haben damit einen planbaren Zeitrahmen, AscendEX-Kunden fehlt diese Sicherheit.

    Warum das mittlere Börsensegment unter Druck steht

    Das mittlere Börsensegment gilt als strukturell anfällig. Sein Geschäftsmodell beruht auf einem stetigen Zustrom neuer Nutzer, die Gebühren zahlen und Liquidität in die Orderbücher bringen. Bleibt dieser Zustrom aus, geraten Handelsvolumen und Gebühreneinnahmen gleichzeitig unter Druck. Dennoch laufen die Kosten für Lizenzen, Verwahrung und Compliance weiter.

    Der Marktverlauf 2026 verschärft diesen Mechanismus. Bitcoin gab im ersten Quartal um rund 23 Prozent nach. Mehrere Marktbeobachter führen die gesunkene Risikobereitschaft gegenüber Krypto-Startups und kleineren Handelsplätzen darauf zurück. Venture-Capital-Geber agierten folglich selektiver, was Nachfinanzierungen für Anbieter ohne klare Marktposition erschwerte.

    Die Häufung von Einstellungen beschränkt sich nicht auf Handelsplätze. Verschiedene Erhebungen weisen für 2026 bis Ende Juli mehr als 30 eingestellte Krypto-Projekte aus - von Layer-1-Ketten über DeFi-Protokolle bis zu Wallet- und NFT-Anwendungen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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