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    Die NYSE entwickelt eine Blockchain-Plattform für tokenisierte Wertpapiere mit 24/7-Handel und Sofortabwicklung.

    NYSE entwickelt Plattform für 24/7-Handel mit tokenisierten Aktien

    von Redaktion cvj.ch am 19. Januar 2026 Blockchain

    Die New York Stock Exchange (NYSE) entwickelt eine Blockchain-basierte Handelsplattform für tokenisierte Wertpapiere. Diese soll rund um die Uhr verfügbar sein und die sofortige Abwicklung ermöglichen. Die NYSE, Teil der Intercontinental Exchange (ICE), plant die Einführung vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

    Das System kombiniert die proprietäre Pillar-Matching-Engine der NYSE mit Blockchain-basierten Post-Trade-Systemen. Dabei unterstützt es mehrere Blockchains für Abwicklung und Verwahrung sowie Stablecoin-basierte Finanzierung. Tokenisierte Aktionäre erhalten dieselben Dividenden- und Stimmrechte wie traditionelle Aktionäre. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor.

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    Traditionelle Börseninfrastruktur trifft Blockchain

    Die neue Plattform ermöglicht Handel mit tokenisierten Aktien, die mit traditionell ausgegebenen Wertpapieren fungibel sind. Zudem unterstützt sie nativ als digitale Wertpapiere ausgegebene Token. Orders können in Dollarbeträgen platziert werden. Auch Bruchteile von Aktien sind handelbar. Die Architektur ermöglicht den Betrieb ausserhalb traditioneller Handelszeiten.

    ICE arbeitet mit den Banken BNY und Citi zusammen, um tokenisierte Einlagen in seinen Clearinghäusern zu unterstützen. Dies soll Clearing-Mitgliedern helfen, Gelder ausserhalb traditioneller Banköffnungszeiten zu transferieren. Ausserdem können sie Margin-Verpflichtungen erfüllen und Finanzierungsanforderungen über verschiedene Jurisdiktionen und Zeitzonen hinweg bewältigen.

    Die Initiative ist Teil einer breiteren Digitalisierungsstrategie von ICE. Dazu gehört die Vorbereitung der Clearing-Infrastruktur auf 24/7-Handel. Gleichzeitig plant ICE die potenzielle Integration tokenisierter Sicherheiten.

    Regulatorischer Kontext und Marktdynamik

    Die Depository Trust Company (DTC) erhielt im Dezember 2025 die Genehmigung der SEC für ein Tokenisierungsprogramm. Der Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Das Programm ermöglicht die Tokenisierung von Wertpapieren des Russell 1000, US-Staatsanleihen und ETFs auf wichtige Indizes. Dazu gehören S&P 500 und Nasdaq-100. Die SEC erteilte ein No-Action-Letter für drei Jahre ab Programmstart.

    Nasdaq hat ebenfalls einen Antrag bei der SEC eingereicht. Die Börse strebt den Handel mit tokenisierten Aktien an. Die parallelen Entwicklungen zeigen somit eine branchenweite Bewegung richtung On-Chain-Infrastruktur. Der Markt für tokenisierte Assets vervierfachte sich 2025 auf fast 20 Milliarden USD.

    "Seit mehr als zwei Jahrhunderten hat die NYSE transformiert, wie Märkte funktionieren. Wir führen die Branche zu vollständig On-Chain-Lösungen, basierend auf den unübertroffenen Schutzstandards und hohen regulatorischen Standards, die uns positionieren, Vertrauen mit modernster Technologie zu verbinden." - Lynn Martin, Präsidentin der NYSE Group

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    Tokenisierung erreicht Wall Street

    Die Tokenisierung von Wertpapieren ermöglicht digitale Repräsentationen traditioneller Assets auf Blockchain-Infrastruktur. Der Ansatz verspricht Effizienzgewinne durch schnellere Abwicklung, erweiterte Handelszeiten und reduzierte operative Kosten.

    BlackRock-CEO Larry Fink bezeichnete Tokenisierung als "die nächste grosse Evolution in Marktinfrastruktur". Billionenschwere Finanzinstitute wie BlackRock, Franklin Templeton und JPMorgan haben bereits tokenisierte Fonds lanciert. Das institutionelle Interesse an Real-World-Assets umfasst über 200 aktive Projekte. Deren TVL betrug im Jahr 2025 etwa 65 Milliarden USD – ein Anstieg von 800 Prozent seit 2023. Die DTCC wickelte 2023 Transaktionen im Wert von 3 Billiarden USD ab. Als zentrale Wertpapierverwahrungsstelle der USA setzt sie Standards mit weltweiter Reichweite. Denn Kapitalmärkte global orientieren sich an diesen Vorgaben.

    Ausblick auf regulatorische Hürden

    Die NYSE benötigt regulatorische Genehmigungen, bevor die Plattform in Betrieb gehen kann. Der Zeitplan für diese Genehmigungen bleibt offen. Die parallele Entwicklung bei DTC und Nasdaq zeigt jedoch, dass Regulatoren grundsätzlich offen für kontrollierte Tokenisierungsinitiativen sind.

    Die technische Integration stellt ebenfalls Herausforderungen dar. Die Unterstützung mehrerer Blockchains für Settlement und Custody erfordert robuste Interoperabilitätslösungen. Zudem müssen bestehende Marktinfrastrukturen angepasst werden. Nur so gelingen nahtlose Übergänge zwischen traditionellen und tokenisierten Wertpapieren.

    Längerfristig könnte die Initiative den Weg für fundamental veränderte Kapitalmarktstrukturen ebnen. McKinsey prognostiziert, dass der RWA-Tokenisierungsmarkt bis 2030 zwei Billionen USD erreichen könnte. Standard Chartered erwartet bis 2028 tokenisierte Assets im Wert von zwei Billionen USD.

     

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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