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    UK Sanktionen gegen HTX, Exmo und 16 weitere Entitäten zielen auf das russische A7-Krypto-Netzwerk mit über 90 Mrd. USD Jahresvolumen.

    UK sanktioniert Krypto-Börse HTX und russisches A7-Netzwerk

    von Redaktion cvj.ch am 26. Mai 2026 Legal/Compliance

    Das britische Aussenministerium hat 18 Entitäten sanktioniert, darunter die Krypto-Börsen HTX (ehemals Huobi) und Exmo. Die UK Sanktionen gegen HTX richten sich gegen ein russisches Krypto-Netzwerk mit einem Jahresvolumen von über 90 Mrd. USD.

    HTX zählt zu den ältesten globalen Krypto-Handelsplattformen. Sie wickelt Handel, Settlement und Verwahrung digitaler Vermögenswerte ab. Über solche Börsen lassen sich Kapitalflüsse grenzüberschreitend bewegen. Folglich gelten sie als attraktive Kanäle für die Umgehung von Finanzbeschränkungen. Die Plattform entstand 2013 in China. Nach der Übernahme durch das Umfeld von TRON-Gründer Justin Sun im Jahr 2022 firmiert sie seit der Umbenennung 2023 als HTX. Bereits seit Februar 2026 läuft zudem ein Verfahren der britischen Finanzaufsicht FCA wegen unerlaubter Krypto-Werbung gegenüber britischen Verbrauchern. Seither steht HTX auf der Warnliste der Behörde. Gleichzeitig stammten gemäss Similarweb zuletzt 31.64% des Desktop-Traffics aus Russland - der grösste Anteil einer einzelnen Herkunfts-Jurisdiktion. Die Designierungen traten mit sofortiger Wirkung in Kraft. Weiterhin erweitern sie ein Regime, das seit 2022 kumulativ über 3'300 russlandbezogene Sanktionen umfasst.

    Das A7-Netzwerk: Wie Russland Sanktionen über Krypto umgeht

    Das sogenannte A7-Netzwerk ist ein kremlgestütztes System zur Umgehung westlicher Sanktionen. Es finanziert die Beschaffung von Militärgütern und verarbeitet ebenso Einnahmen aus russischen Ölverkäufen über digitale Kanäle. Im vergangenen Jahr bewegte diese Struktur nach Angaben der britischen Behörden über 90 Mrd. USD. Das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen russischen Militärausgaben. Die Infrastruktur gilt daher als systemischer Bestandteil der russischen Kriegsfinanzierung.

    Im Zentrum des Netzwerks steht der rubelgedeckte Stablecoin A7A5. Dieser Token soll bis Januar 2026 kumulativ über 100 Mrd. USD an On-Chain-Transaktionen erreicht haben, weniger als ein Jahr nach seinem Start. Die Reichweite verteilte sich dabei auf rund 250'000 Transfers über mehr als 41'000 Konten. Schliesslich galt A7A5 zeitweise als grösster nicht dollargedeckter Stablecoin weltweit. Nach Verhängung westlicher Sanktionen sank das tägliche Volumen jedoch von einem Höchststand von 1.5 Mrd. USD auf rund 500 Mio. USD.

    Die Architektur entstand als Nachfolgestruktur der Börse Garantex, die 2022 von den USA und der EU sanktioniert wurde. Nachdem US-Behörden im März 2025 deren Domain beschlagnahmt hatten, verlagerte sich die Aktivität schrittweise auf neue Plattformen. Die britische Sanktionsbehörde OFSI hatte zumal bereits im Januar 2026 vor dem Missbrauch von Krypto-Assets zur Sanktionsumgehung gewarnt. Letztlich zeichnet sich eine Eskalations-Spirale ab: Auf jede sanktionierte Börse folgt eine neue Struktur mit ähnlicher Funktion.

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    HTX und Exmo im Visier: Belege für direkte Verbindungen

    Das Verkehrsprofil von HTX deutet auf eine starke russische Nutzerbasis hin. Die Similarweb-Daten verorten 31.64% des Desktop-Traffics in Russland. Brasilien folgt mit 6.61%, die Ukraine mit 6.07% und Indien mit 4.17% liegen deutlich dahinter. Hongkong rangiert mit 2.59% noch weiter hinten, was die russische Dominanz im Verkehrsprofil unterstreicht. Diese Konzentration fällt vor dem Hintergrund des seit Februar 2026 laufenden FCA-Verfahrens auf. Laut den britischen Behörden soll ausserdem eine namentlich nicht genannte grosse globale Krypto-Börse über 1.5 Mrd. USD in die Hände des Kremls geleitet haben. Dieser Vorwurf wurde offiziell jedoch nicht mit HTX verknüpft.

    Bei Exmo sind die Verbindungen konkreter dokumentiert. Die Plattform wickelte direkte Transaktionen von über 1 Mio. USD mit Garantex ab. Auf der Liste steht ebenfalls Sergey Mendeleev. Er ist ferner als Mitgründer von Garantex sowie der Nachfolgeplattformen Exved und InDeFi Bank dokumentiert. Seine genaue Verbindung zu Exmo Exchange geht aus den vorliegenden Informationen allerdings nicht eindeutig hervor. Insgesamt ergibt sich ein Bild gestaffelter Nähe zu russischen Sanktionsumgehungs-Strukturen, das von belegten Transaktionen bis zu personellen Überschneidungen reicht.

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    UK Sanktionen für HTX: westliche Koordination und Konsequenzen

    Die Massnahme fällt in eine Phase verschärfter britischer Krypto-Regulierung. Seit dem 1. Mai 2026 gilt für alle registrierten Krypto-Unternehmen im Vereinigten Königreich eine verbindliche Sanktions-Compliance-Pflicht. Die aktuellen Designierungen zählen somit zu den ersten operativen Anwendungen nach Inkrafttreten dieser Pflicht. Sie senden deshalb ein deutliches Signal an Plattformen mit hohem Russland-Bezug.

    "Wenn der Kreml glaubt, er kann unsere Sanktionen umgehen, indem er sich hinter Krypto-Netzwerken […] versteckt, irrt er sich gewaltig. […] Wir greifen die Infrastruktur an, die seine Kriegswirtschaft unterstützt." - Yvette Cooper, Aussenministerin des Vereinigten Königreichs

    Die britische Initiative steht zudem nicht allein. Die EU verabschiedete im April 2026 ihr 20. Sanktionspaket gegen Russland. Dessen Krypto-Massnahmen sind seit dem 24. Mai 2026 in Kraft und zielen auf Verteiler von Tokens wie A7A5. Bereits zuvor hatten OFAC, das UK und die EU die Garantex-Nachfolgebörse Grinex sanktioniert. Das Vorgehen erstreckte sich über mehrere Stufen: OFAC im März 2025, das UK im August 2025 und die EU im Oktober 2025 mit ihrem 19. Paket. Im April 2026 stellte Grinex nach einem Cyberangriff den Betrieb ein. Westliche Sanktionen haben Russland nach Schätzungen bislang über 450 Mrd. USD gekostet, das Äquivalent von zwei Jahren Kriegsfinanzierung.

    Was die Designierungen für Krypto-Börsen weltweit bedeuten

    Operativ dürften die Sanktionen für HTX und Exmo zunächst das Einfrieren sämtlicher Vermögenswerte im Vereinigten Königreich bedeuten, dazu ein Verbot britischer Finanzdienstleistungen. Das ist die übliche Folge einer UK-Designierung. Für die beiden Börsen reihen sich die Massnahmen in ein etabliertes Regime ein, das seit Februar 2022 über 3'300 russlandbezogene Designierungen umfasst. Mitdesigniert wurden ferner eine kyrgisische Bank, die laut dem britischen Ausseministerium Zahlungen für das A7-Netzwerk abwickelte, sowie drei georgische Unternehmen. Letztere betreiben Russland-fokussierte Börsen. Diese geografische Ausweitung auf Zentralasien und den Kaukasus zeigt, dass die Sanktions-Architektur über den engeren Krypto-Sektor hinausgreift.

    Der wirtschaftliche Druck auf Russland lässt sich beziffern. Infolge dieses Drucks senkte Moskau im Mai 2026 seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1.3% auf 0.4% und halbierte die Erwartung für 2027. Für andere Börsen mit hohem Russland-Exposure markieren die Designierungen folglich eine neue Risikolage. In ihr wird ein hoher Anteil russischer Nutzer zum direkten regulatorischen Haftungsfaktor.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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