Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Ray Dalio sieht das US-Finanzsystem auf eine Zerreissprobe zusteuern. Der Gründer des Hedgefonds Bridgewater Associates rät deshalb, Staatsanleihen abzubauen. Stattdessen empfiehlt er 10 bis 15% Gold im Portfolio, dazu einen kleineren Anteil Bitcoin. Die Zahlen stützen seine Sorge: Die US-Staatsverschuldung überschritt erstmals 40 Billionen USD. Allein in zehn Monaten des Fiskaljahres 2026 fehlten 1.8 Billionen USD, und die Nettozinsen kosten rund 1.2 Billionen USD. Entsprechend kletterte die Rendite 30-jähriger Papiere auf ein 19-Jahres-Hoch. Persönlich bleibt Dalio allerdings zurückhaltend. Nur rund 1% seines Vermögens steckt in Bitcoin, den Rest hält er lieber in Goldbarren. Im Mai kritisierte er zudem die enge Kopplung an Tech-Aktien. Eine Auswertung von Bitwise zeigt jedoch, dass 15% Gold und Bitcoin die Sharpe Ratio eines 60/40-Depots über zehn Jahre fast verdreifachten.
Ray Dalio rät zu 10 bis 15% Gold und einem kleinen Bitcoin-Anteil, weil er in rund drei Jahren eine US-Schuldenkrise erwartet.
Bessents Anleihenrückkäufe befeuern die Flucht in Bitcoin
Genau diese Abwertungssorge trieb den Kurs diese Woche nach oben. Bitcoin sprang über 80’000 USD und markierte in Asien 80’908 USD, ein Wochenplus von 23%. Auslöser war eine Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent. Er will die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens verdoppeln, von 2 auf über 4 Milliarden USD je Operation. Kritiker lesen daraus, dass Washington das Defizit nicht senkt, sondern nur Liquidität nachschiebt. Entsprechend belastet das den Dollar und stärkt den sogenannten Debasement Trade. Diesen Namen tragen Positionen in Bitcoin und Gold als Schutz vor Geldentwertung. Die 13 US-Spot-Bitcoin-ETFs sammelten in der Woche 1.92 Milliarden USD ein, so viel wie seit zehn Monaten nicht mehr. Zugleich lösten sich rund 7.2 Milliarden USD an Short-Wetten auf.
Bitcoin überschritt 80’000 USD und notiert wieder auf dem Niveau von Mitte Mai, gestützt von 1.92 Mrd. USD Zuflüssen in US-Spot-ETFs.
Ripple und Kraken stellen sich hinter ein Milliarden-Vehikel für XRP
Der Kurssprung bei XRP trifft auf frischen institutionellen Rückenwind. Die US-Börsenaufsicht SEC erklärte diese Woche die Registrierung von Evernorth für wirksam. Damit kann die Firma über eine Fusion mit der Zweckgesellschaft Armada Acquisition Corp. II an die Nasdaq, Ticker XRPN. Evernorth kauft ausschliesslich XRP auf die eigene Bilanz. Anleger bekommen über die Aktie Zugang, ohne den Token selbst verwahren zu müssen. Vorbild ist dabei Strategy, vormals MicroStrategy. Hinter dem Vehikel stehen Ripple, die Kryptobörse Kraken, Pantera Capital, die SBI Group, Arrington Capital und GSR. Nach dem Abschluss soll Evernorth mindestens 473 Millionen XRP halten. Die Transaktion soll zudem über 1 Milliarde USD einbringen, mehr als das Vierfache von Armadas eigenem Börsengang. Das Aktionärsvotum steht Ende September an.
Die SEC hat die S-4-Registrierung für wirksam erklärt, das geplante Evernorth Nasdaq-Listing unter dem Ticker XRPN rückt damit näher.
Warum Cardano und Solana bei ihren ersten Abstimmungen straucheln
Verlässliche Strukturen fehlen nicht nur bei jungen Bilanzfirmen, sondern auch in der Selbstverwaltung grosser Netzwerke. Cardano und Solana bestehen ihre ersten echten Abstimmungen nur mühsam. Bei Cardano erreichte die Wahl des Verfassungsausschusses zuletzt 51.7% Zustimmung der Delegierten, nötig sind 67%. Die Stakepool-Betreiber kamen sogar nur auf 10.8% statt der geforderten 51%. Scheitert die Wahl bis Anfang September, bleiben drei Mitglieder übrig. Hard Forks, Parameteränderungen und Auszahlungen wären dann blockiert. Blöcke und Transaktionen liefen dagegen ungestört weiter. Solana kämpft weniger mit Apathie als mit widersprüchlichen Regeln. Beim Vorschlag SGP-0002 stimmten 87.45% der beteiligten Stimmen zu. Nach der Regel im Code-Repository reicht das, nach der offiziellen FAQ jedoch nicht. Der Vorschlag würde die Emission deutlich schneller abschmelzen. Dagegen stimmte ausgerechnet die Solana Company, die 99.4% ihrer Erlöse aus Staking zieht.
Bei Cardano fehlen den DReps 24 Prozentpunkte zur Frist, bei Solana widerspricht sich die Quorum-Regel der eigenen Governance.
Richterin Failla lässt Roman Storm bis 2027 warten
Ausserdem: Der Wiederholungsprozess gegen Tornado-Cash-Mitgründer Roman Storm beginnt erst im April 2027. Richterin Katherine Polk Failla legte den Termin diese Woche fest. Das Justizministerium hatte deutlich früher verhandeln wollen, nämlich im Oktober. Zwischen dem Teilurteil und dem neuen Verfahren liegen damit über 20 Monate. Im August 2025 hatte die Jury Storm in einem Punkt schuldig gesprochen, dem Betrieb eines nicht lizenzierten Geldtransfergeschäfts. Bei den schwereren Vorwürfen Geldwäsche und Sanktionsbruch blieb sie allerdings gespalten. Zusammen drohen dafür bis zu 40 Jahre Haft. Der Grund für die Verzögerung liegt bei einem Antrag der Verteidigung von 2025, über den Failla noch nicht entschieden hat. Zudem stützen sich Storms Anwälte auf ein Urteil des Supreme Court vom März 2026. Danach genügt blosse Kenntnis nicht, um einen Anbieter haftbar zu machen. Storm selbst sieht sich als Exempel.
Der Prozess gegen Roman Storm beginnt erst im April 2027, weil Richterin Failla über seinen Freispruchsantrag noch nicht entschieden hat.







