Bitcoin hat die Marke von 80'000 USD überschritten und in der asiatischen Handelssession 80'908 USD erreicht. Damit notiert der Kurs auf dem Niveau von Mitte Mai, nach einem Wochenplus von 23%.
Die Bewegung hat erneut Diskussionen rund um den sogenannten Debasement Trade hervorgerufen. Der Begriff bezeichnet Positionen in Bitcoin und Gold als Absicherung gegen die Abwertung von Fiatgeld. Treiber dieser Abwertung sind expansive Geldpolitik und wachsende Staatsverschuldung. Ausgelöst hat den jüngsten Schub zunächst eine Entscheidung des US-Finanzministeriums. Minister Scott Bessent kündigte am 19. August an, das Rückkaufprogramm für langlaufende Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Einen Tag später signalisierte er weitere Aufstockungen, zeitgleich traf Präsident Donald Trump Vertreter der Krypto-Industrie. Gleichzeitig sammelten die 13 in den USA gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs in der vergangenen Woche 1.92 Mrd. USD ein. Das sind die höchsten Nettozuflüsse seit rund zehn Monaten.
Bessents Anleihe-Rückkäufe befeuern die Bitcoin-Rally
Das US-Finanzministerium kauft regelmässig eigene Staatsanleihen am Sekundärmarkt zurück. Ein solcher Rückkauf nimmt ausstehende Papiere aus dem Umlauf und ersetzt sie beim Verkäufer durch Bargeld. Die Operationen sollen die Handelbarkeit älterer Anleihen verbessern und Renditespitzen dämpfen. Bessent hob das Volumen von 2 auf mindestens 4 Mrd. USD pro Operation an. Der Schwerpunkt liegt auf 10-, 20- und 30-jährigen Papieren, also am langen Ende der Zinskurve. Einen Tag später stellte der Minister eine zusätzliche Ausweitung in Aussicht.
"Wir machen routinemässig Rückkäufe, und wir werden die Grösse des Rückkaufs erhöhen ... das könnte mehr als 4 Mrd. USD pro Emission sein." - Scott Bessent, US-Finanzminister
Für Makro-Investoren zählt weniger die absolute Summe als die Richtung des Signals. Kritiker lesen das Programm als Eingeständnis. Die Regierung senke das strukturelle Haushaltsdefizit nicht aktiv, sondern stütze stattdessen die Liquidität am langen Ende der Zinskurve. Das setzt den Dollar zusätzlich unter Druck. Bitcoin entstand ursprünglich als Ausweg aus genau dieser Dynamik, mit einer fest begrenzten Angebotsmenge.
Daher reagieren Anleger auf fiskalische Expansionssignale mit Käufen in Bitcoin und Gold. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen notierte zuletzt dennoch auf dem höchsten Stand seit 2007. Steigende Langfristrenditen verteuern die Refinanzierung des Staates und erhöhen den Druck auf das Ministerium. Insgesamt deutet das auf ein restriktiveres monetäres Umfeld hin. Zusätzlichen Rückenwind lieferte zudem das Treffen von Präsident Trump mit Vertretern der Kryptoindustrie. Es belebte die Erwartungen an ein regulatorisches Entgegenkommen neu.
ETF-Zuflüsse und Short-Squeeze treiben den Bitcoin-Kurs
Die 13 in den USA gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten in der vergangenen Woche Nettozuflüsse von 1.92 Mrd. USD. Ein stärkerer Wochenwert lag rund zehn Monate zurück, damals stand Bitcoin nahe seinem Rekordniveau. Am 20. August flossen an einem einzigen Handelstag 606.3 Mio. USD zu. Einen höheren Tageswert gab es zuvor mehr als drei Monate lang nicht. Die Produkte gelten als wichtigster Zugangskanal für institutionelle Anleger, die Bitcoin nicht selbst verwahren wollen. Ihre Zuflüsse dienen somit als Gradmesser für die Nachfrage jenseits des spekulativen Handels.
Eine Welle von Zwangsliquidationen verstärkte die Bewegung zusätzlich. Gehebelte Short-Positionen setzen auf fallende Kurse und hinterlegen dafür Sicherheiten. Steigt der Kurs, fordern die Börsen Nachschuss oder schliessen die Position automatisch. Insgesamt lösten sich binnen einer Woche rund 7.2 Mrd. USD an Short-Wetten über alle Krypto-Assets auf. Die erzwungenen Rückkäufe trieben den Kurs weiter. Der Wochenanstieg von über 16'000 USD erzeugte folglich eine der grössten grünen Kerzen der Bitcoin-Historie.
Andere Kryptowährungen legten im selben Zeitraum noch stärker zu. Ether gewann 32%, Solana 34% und XRP 53%. Der Vorsprung der grossen Altcoins zeigt ferner, wie breit die Erholung ausfiel. Ebenso deutlich fällt der Stimmungsumschwung beim Crypto Fear & Greed Index aus, der zuletzt bei 83 Punkten stand. Das Barometer bildet die Marktstimmung auf einer Skala von 0 bis 100 ab. Der Wert liegt damit im Bereich extremer Gier.
Bitcoin bleibt weit unter dem Allzeithoch vom Oktober 2025
Der Abstand zum Rekordstand bleibt dennoch erheblich. Am 6. Oktober 2025 markierte Bitcoin bei rund 126'000 USD sein Allzeithoch. Kurz darauf setzte allerdings eine Verkaufswelle ein. Sie hielt den Kurs über weite Teile des Jahres 2026 in einem Abwärtstrend. Zum aktuellen Niveau fehlen somit rund 45'000 USD, gut ein Drittel des Rekordstands.
Der jüngste Verlauf zeigt hingegen eine schnelle Abfolge neuer Mehrmonatshochs. Die sieben Tage bis zum 23. August brachten ein Plus von 23%. Einen stärkeren Wochengewinn hatte Bitcoin vor rund drei Jahren verbucht. Zu Wochenbeginn berührte der Kurs 81'000 USD, bevor er sich wieder über der Marke von 80'000 USD einpendelte. Der 15. Mai war zuvor der letzte Handelstag auf diesem Niveau.








