Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die SEC will Investmentberatern und Fonds die Krypto-Verwahrung über Staats-Trust-Gesellschaften und eng begrenzt in Eigenregie erlauben.
Blumenthal-Bericht verortet USDT in Irans Schattenbanken
Schärfer ging es diese Woche im US-Senat zu. Demokratische Ermittler sehen USDT, den Stablecoin des Emittenten Tether, als Zentrum von Irans Schattenbanken. Hinter einem 28-seitigen Bericht des Permanent Subcommittee on Investigations steht Senator Richard Blumenthal. Dabei handelt es sich um einen Minderheitsbericht, nicht um einen Beschluss des Gremiums. Die Ermittler analysierten 846 sanktionierte oder gesperrte Iran-Wallets. 84% dieser Adressen nutzten fast ausschliesslich USDT, der Konkurrent USDC von Circle kam kaum vor. Zudem werfen sie Tether vor, verdächtige Wallets wiederholt nicht eingefroren zu haben, obwohl dies technisch möglich war. Blumenthal fordert deshalb Justizminister Todd Blanche und Finanzminister Scott Bessent zu Untersuchungen auf. Tether hält dagegen: Allein 2026 habe das Unternehmen Sperren von knapp 550 Mio. USD an Iran-verknüpftem USDT unterstützt. Weltweit habe Tether über 4.9 Mrd. USD eingefroren. Allerdings messen beide Seiten Unterschiedliches. Denn der Bericht erfasst die Verbreitung unter bereits sanktionierten Wallets, Tether die gesperrten Summen.Laut einem US-Senatsbericht nutzten 84% von 846 Iran-Wallets fast nur USDT, Tether verweist auf knapp 550 Mio. USD an Sperren.
Petra Tschudin sorgt sich um die Einheit des Frankens
Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) befasst sich mit Stablecoins, allerdings aus Sicht der Geldpolitik. Direktoriumsmitglied Petra Tschudin warnt vor grossen Stablecoins, die ausserhalb des Bankensystems entstehen. Ihr Einwand betrifft den Weg, auf dem Zinsentscheide die Wirtschaft erreichen. Verschieben Haushalte und Firmen Geld von Bankkonten in Stablecoins, fehlen den Banken Mittel zur Refinanzierung. Folglich sinkt das Kreditvolumen, was auch die Zinsen beeinflusst. Zudem sei ein Stablecoin-Franken nicht automatisch gleich viel wert wie ein echter Franken. Damit gerate die Einheitlichkeit des Geldes unter Druck. Tschudin beschreibt allerdings ein Szenario, keine aktuelle Störung. Denn in der Schweiz sind Stablecoins laut SNB bisher eine Nische ohne Risiko für die Finanzstabilität. Gleichzeitig arbeitet der Bund an Regeln. Gemäss der FINIG-Revision soll künftig nur ein Zahlungsmittelinstitut mit Bewilligung der Finanzmarktaufsicht FINMA Schweizer Stablecoins ausgeben dürfen. Die Botschaft ans Parlament folgt frühestens im zweiten Halbjahr 2026.
Grosse Stablecoins ausserhalb des Bankensystems könnten laut SNB-Direktoriumsmitglied Tschudin die Wirkung der Geldpolitik schwächen.
Blockstream in der Zwickmühle
Beim Bitcoin-Unternehmen Blockstream des Kryptografen Adam Back häufen sich die Probleme. Ausgangspunkt ist ein Hack des Liquid Network, einer föderierten Sidechain für Bitcoin. Angreifer nutzten einen Fehler in der Software Elements und erzeugten ungedeckte L-BTC. Diese tauschten sie über SideSwap gegen echte Bitcoin aus dem Federation-Wallet. Rund 4’000 BTC, etwa 320 Mio. USD, flossen dabei ab. Danach gaben sich die Angreifer als White Hats aus und überwiesen rund 3’400 BTC zurück. Rund 598 BTC, etwa 47 Mio. USD, behielten sie jedoch als selbst festgelegte Belohnung. Blockstream lehnt die geforderte Prämie von 10% ab. Trotz eines Patches bleiben Auszahlungen aus Liquid, sogenannte Peg-outs, ausgesetzt. Zudem ist die Fusion von Backs Firma BSTR mit dem SPAC Cantor Equity Partners I seit August vom Tisch. Laut Cantor schuldet BSTR eine Abbruchgebühr von 15 Mio. USD. Für einen Zusammenhang zwischen Hack und Deal-Abbruch gibt es allerdings keinen Beleg.In der Reserve von Blockstreams Liquid Network fehlen nach dem Hack rund 600 BTC, zudem platzte ein 4-Mrd.-Deal aus Adam Backs Umfeld.
Armada-Aktionäre ebnen Evernorth den Weg an die Nasdaq
Ausserdem: Die Aktionäre der Mantelgesellschaft Armada Acquisition Corp. II haben diese Woche der Fusion mit Evernorth zugestimmt. Rund 20.5 Mio. Stimmen entfielen auf Ja, rund 1.4 Mio. auf Nein. Der Vollzug ist für kommende Woche geplant, sofern die übrigen Bedingungen erfüllt sind. Danach soll die grösste institutionelle XRP-Treasury unter dem Ticker XRPN an der Nasdaq notieren. Evernorth ist eine aktiv gemanagte Treasury-Gesellschaft und will den XRP-Anteil je Aktie erhöhen. Dabei folgt sie dem Vorbild von Strategy, früher MicroStrategy. Derzeit hält sie rund 473 Mio. XRP, Ende September rund 714 Mio. USD wert. Zu den Geldgebern zählen Ripple, SBI Holdings und Pantera Capital. Zudem erwartet Evernorth beim Vollzug rund 300 Mio. USD an Barmitteln. Darin enthalten sind 30 Mio. USD aus Wandelanleihen, die sich das Unternehmen Mitte September sicherte. Die SEC erklärte das Registrierungsformular S-4 im August zwar für wirksam, eine inhaltliche Genehmigung ist das jedoch nicht.Armada-Aktionäre stimmen am 30. September über die Fusion mit Evernorth ab, die XRP-Treasury soll danach an der Nasdaq notieren.






