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    Über 100 Unterstützer aus DeFi, Custody und Layer-2 tragen gemeinsam die erste Finanzierungsrunde von Ethereum Institutional mit.

    Ethereum Institutional schliesst erste Finanzierungsrunde ab

    von Redaktion cvj.ch am 30. Juli 2026 News

    Die Ethereum-Organisation Ethereum Institutional hat seine erste Ökosystem-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Angeführt von BitMine, SharpLink und den Ethereum-Mitgründern Joe Lubin und Mihai Alisie, beteiligten sich über 100 Unterstützer.

    Ethereum Institutional ist eine gemeinnützige Organisation. Sie soll als neutraler Ansprechpartner zwischen dem öffentlichen Ethereum-Netzwerk und der traditionellen Finanzindustrie auftreten. Banken, Vermögensverwalter, Custodians und Behörden erhalten dort Auskunft zu Tokenisierung, Stablecoins und Collateral-Systemen. Ein eigenes Verkaufsinteresse verfolgt sie dabei nicht. Die Organisation ist eine von drei Ausgründungen der Ethereum Foundation, neben Ethlabs für Protokoll-Forschung und EthSystems für institutionelles Privacy-Engineering. Die Abspaltungen fallen zudem in eine Phase, in der die Stiftung ihren eigenen Apparat verkleinert. Zu den Unterstützern zählen unter anderem Aave, Circle, Chainlink und Fireblocks sowie die Layer-2-Netzwerke Arbitrum und Optimism. Die Höhe der Runde blieb allerdings unveröffentlicht.

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    Aave, Circle und Chainlink unterstützen Ethereum Institutional

    BitMine und SharpLink führen die Runde an, dazu kommen die Ethereum-Mitgründer Joe Lubin und Mihai Alisie. Beide Unternehmen sind börsennotiert und halten Ethereum in der eigenen Bilanz. Lubin führt zudem Consensys. Somit stehen zwei Adressen aus dem Aktienmarkt an der Spitze einer Runde, die ansonsten Protokolle und Dienstleister tragen. Insgesamt schlossen sich mehr als 100 Unterstützer an. Eine Rundengrösse nannte die Organisation nicht.

    Die Zusammensetzung deckt nahezu jede Schicht des Ethereum-Stacks ab. Aus dem DeFi-Bereich beteiligen sich Aave, Compound, Morpho und Uniswap, also bekannte Kredit- und Handelsprotokolle des Netzwerks. Bei Infrastruktur und Custody stehen Circle, Chainlink, Fireblocks, Ledger und MetaMask auf der Liste. Ebenso gehören die Layer-2-Netzwerke Arbitrum, Optimism, Linea und ZKsync sowie die Datenanbieter DefiLlama, Dune, Etherscan und L2BEAT dazu. Die vier Kategorien reichen von Anwendungen über Verwahrung bis zu Skalierung und Analyse.

    Auffällig ist der Anteil regulierter Adressen. Mit 21Shares, Anchorage Digital, Galaxy, Robinhood und Securitize beteiligen sich mehrere beaufsichtigte Finanzdienstleister. Ferner unterstützt das Software-Haus Consensys die Organisation. Einzelpersonen tragen die Runde ebenfalls mit, darunter Karl Floersch von OP Labs und Katherine Wu von ENS Labs. Weil die Rundengrösse offenbleibt, ist die Breite der Liste die eigentliche Aussage der Finanzierung. Standards setzen sich schliesslich nur durch, wenn grosse Protokolle und Verwahrer sie mittragen.

    Direkter Draht zu Banken

    Ethereum Institutional beschreibt seine Rolle als die eines ehrlichen, neutralen Ansprechpartners für Institutionen, die auf Ethereum aufbauen. Zur Zielgruppe zählen Banken, Vermögensverwalter, Custodians und staatliche Stellen, die das Netzwerk derzeit prüfen. Diese Häuser will die Organisation daher direkt ansprechen. Inhaltlich geht es zunächst um Tokenisierung, Stablecoins, Collateral-Systeme und Onchain-Marktinfrastruktur.

    Tokenisierung meint die Abbildung von Anleihen, Fondsanteilen oder Geldmarktinstrumenten auf der Blockchain. Collateral-Systeme betreffen hingegen die Frage, wie tokenisierte Sicherheiten zwischen Gegenparteien bewegt und bewertet werden. Stablecoins gehören ebenfalls dazu, weil sie die Zahlungsseite solcher Transaktionen abdecken. Onchain-Marktinfrastruktur beschreibt schliesslich die Systeme, über die Handel und Abwicklung auf der Blockchain laufen. Bei diesen Themen reden folglich Aufsichtsbehörden und Rechtsabteilungen mit. Wer in einer Bank ein solches Projekt prüft, erhält Auskunft heute meist von Anbietern mit eigenem Verkaufsinteresse. Eine gemeinnützige Struktur ohne eigenes Produkt kann diese Rolle glaubwürdiger ausfüllen.

    Konkrete Ergebnisse stehen bislang aus. Als Verwendungszwecke nennt die Organisation institutionelle Bildung, Marktanalysen, Werbung für das Ökosystem und die Zusammenarbeit mit Layer-2-Netzwerken. Eine Priorisierung einzelner Projekte teilte sie jedoch nicht mit. Auch zu Budget und Personalstärke fehlen Angaben. Erste Mandate hat die Organisation nicht genannt. Ob der direkte Draht funktioniert, zeigt sich später an Mandaten, nicht an der Länge der Unterstützerliste.

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    Organisation bleibt Non-Profit, anders als EthSystems

    Mitte Juli 2026 startete mit EthSystems eine zweite Ausgründung, die dasselbe Publikum adressiert. Gegründet haben sie Mo Jalil, Oskar Thorén und Aaryamann Challani, zuvor Leiter der Institutional Privacy Task Force der Foundation. EthSystems arbeitet jedoch gewinnorientiert, anders als Ethereum Institutional. Beide Organisationen sprechen dieselben Adressen an, unterscheiden sich dennoch im Angebot. Lubin hatte ursprünglich mindestens drei solcher Ausgründungen angekündigt. Die Geldgeber überschneiden sich: Joe Lubin, BitMine und SharpLink stehen auch hinter dieser Einheit.

    Inhaltlich baut das Team weiterhin auf Vorarbeiten aus der Foundation auf. Dazu gehören Hunderte Gespräche mit Zentralbanken, Regulatoren und Finanzinstitutionen. Das Team kennt die Bedenken der Aufsicht damit aus erster Hand. Ebenso zählen Open-Source-Projekte zum Fundament, darunter private Anleihen über Zero-Knowledge-Proofs, vertrauliche Stablecoin-Transfers und die Ethereum Privacy Map. Institutionen sollen darauf vertrauliche Systeme im öffentlichen Ethereum betreiben, ohne das aufzugeben, was das Netzwerk nützlich macht.

    Für die Gegenseite ist der Unterschied der Rechtsform nicht akademisch. Beratung durch eine gemeinnützige Stelle kommt ohne Vertriebsabsicht aus. Beim Einkauf von Privacy-Software entsteht hingegen ein gewöhnlicher Liefervertrag mit einem Anbieter. Die Aufteilung wirkt deshalb geplant, denn neutrale Vermittlung lässt sich schwer als Produkt verkaufen. Dass dieselben Kapitalgeber beide Einheiten tragen, zeigt letztlich, wie eng der Kreis im institutionellen Ethereum-Umfeld ist.

    Ethereum Foundation baut sich nach Stellenabbau um

    Der Hintergrund dieser Ausgründungen liegt in der Foundation selbst. Im Juni 2026 kündigte sie einen Stellenabbau von 20 Prozent an und ordnete ihre Arbeit in fünf Cluster neu. Der Umbau gilt als einer der grössten der Stiftung seit Jahren. Zuvor hatten zwei Co-Executive-Directors und drei Leiter des Protocol-R&D-Teams die Stiftung verlassen. Insgesamt verlor die Stiftung innerhalb weniger Monate einen Grossteil ihrer Führungsspitze.

    Ethlabs übernimmt als Schwesterorganisation wesentliche Aufgaben der Protokoll-Forschung und -Entwicklung. Die Foundation verlagert somit Kernfunktionen nach aussen, während sie selbst kleiner wird. Ethlabs arbeitet damit ausserhalb der Stiftungsstruktur, aber an denselben Kernfragen. Für ein Netzwerk, dessen Entwicklung lange an einer einzigen Stiftung hing, ist das ein tiefer Eingriff. Ob getrennte Einheiten schneller vorankommen, lässt sich allerdings erst nach mehreren Quartalen beurteilen.

    BitMine und SharpLink halten Ethereum als Treasury-Bestand. Beide finanzieren gleichzeitig zwei der drei Ausgründungen. Ihre Bilanzen hängen folglich auch daran, ob institutionelle Nachfrage nach dem Netzwerk entsteht. Damit finanzieren Unternehmen einen Teil des institutionellen Aufbaus, deren eigene Bewertung an Ethereum hängt. Die Finanzierung der Ausgründungen ist aus dieser Perspektive weniger Philanthropie als Investition in die eigene Position. Letztlich verschiebt sich damit die Frage, wer die institutionelle Agenda von Ethereum bezahlt.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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