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    China verbietet Yuan-Stablecoins und RWA-Tokenisierung in neuer Krypto-Regulierung

    China verbietet Yuan-Stablecoins und RWA-Tokenisierung in neuer Krypto-Regulierung

    von Redaktion cvj.ch am 9. Februar 2026 Legal/Compliance

    Acht chinesische Regulierungsbehörden haben am 6. Februar 2026 gemeinsam eine verschärfte Krypto-Regulierung veröffentlicht. Hinter der Mitteilung stehen unter anderem die Volksbank von China (PBOC) und die China Securities Regulatory Commission (CSRC).

    Die "Mitteilung zur weiteren Verhinderung und Handhabung von Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen" (Yinfa [2026] Nr. 42) zielt auf zwei Bereiche. Sie verbietet erstmals explizit die Ausgabe von Yuan-gekoppelten Stablecoins und die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real-World Assets, RWAs). Peking erweitert so sein bestehendes Krypto-Verbot erheblich. Weitere Unterzeichner der Vorschriften sind das Ministerium für Öffentliche Sicherheit und die Staatliche Verwaltung für Devisenkontrolle. Die neue Regulierung ersetzt die Vorgängerversion von 2021 und tritt per sofort in Kraft. Die Behörden bekräftigen gleichzeitig, dass jegliche Geschäftstätigkeiten mit virtuellen Währungen illegale Finanzaktivitäten darstellen.

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    Stablecoins und RWA im Visier der Behörden

    Das Verbot von Yuan-gekoppelten Stablecoins betrifft sowohl inländische als auch ausländische Entitäten. Konkret darf ohne behördliche Genehmigung niemand Renminbi-Stablecoins im Ausland ausgeben. Auch Auslandsniederlassungen chinesischer Unternehmen fallen unter das Verbot. Ebenso dürfen ausländische Anbieter chinesischen Bürgern keine Krypto-bezogenen oder RWA-Tokenisierungs-Dienstleistungen bereitstellen.

    Die PBOC hatte bereits im November 2025 vor Stablecoins gewarnt. "Stablecoins können derzeit die Anforderungen an Kundenidentifikation und Geldwäschebekämpfung nicht effektiv erfüllen. Diese Währungen sollten nicht und können nicht in der Marktzirkulation verwendet werden." Die neue Mitteilung setzt diese Haltung nun in bindendes Recht um.

    Beim Thema RWA-Tokenisierung betreten die Regulierer Neuland. Erstmals verbieten sie explizit die Tokenisierung von Aktien, Anleihen oder Immobilien ohne behördliche Genehmigung. China positioniert sich dadurch gegen einen der am schnellsten wachsenden Sektoren der Krypto-Branche.

    Betrugsfall als Katalysator

    Ein konkreter Auslöser für die Verschärfung war der Kollaps der Plattform Xinkangjia DGCX im Juni 2025. Rund 2 Millionen Investoren verloren insgesamt 13 Milliarden Yuan (1.9 Milliarden USD). Die Betrüger nutzten den Stablecoin USDT (Tether) für Ein- und Auszahlungen und versprachen ihren Opfern tägliche Renditen von 2 Prozent. Bis Februar 2026 verhafteten die Behörden 37 Teamleiter und froren über 120 Millionen Yuan ein.

    "Spekulatives Verhalten im Zusammenhang mit virtuellen Währungen und die Tokenisierung realer Vermögenswerte treten häufig auf und stellen neue Herausforderungen und Situationen für die Risikoprävention und -kontrolle dar." - Gemeinsame Erklärung der acht chinesischen Regulierungsbehörden

    Denn der Fall DGCX zeigte, wie Stablecoins als Werkzeug für Kapitalflucht und Betrug dienen können. Die PBOC sieht darin eine direkte Bedrohung für die Finanzstabilität. Entsprechend müssen Finanzinstitute künftig sicherstellen, dass sie keine Konten, Transaktionen oder Verwahrungsdienstleistungen für den Handel mit virtuellen Währungen bereitstellen. Internet-Unternehmen müssen Plattformen für solche Aktivitäten blockieren.

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    Durchsetzung bleibt Chinas grösste Herausforderung

    Chinas Krypto-Verbote haben eine lange Geschichte. Bereits 2013 verbot Peking erstmals Bitcoin. 2017 folgten ICOs. Im Juni 2021 untersagten die Behörden das Krypto-Mining, im September desselben Jahres sämtliche Krypto-Geschäftstätigkeiten. Grosse Börsen wie Binance und Huobi stellten daraufhin die Registrierung chinesischer Nutzer ein.

    Dennoch bleibt die Durchsetzung lückenhaft. Trotz des Mining-Verbots von 2021 stieg China Ende 2025 zur drittgrössten Bitcoin-Mining-Nation auf. Der globale Marktanteil wuchs von 13.75 Prozent im ersten Quartal 2025 auf 14.06 Prozent im vierten Quartal. Günstige Energie in den Provinzen Xinjiang und Sichuan sowie Überproduktion bei Solar- und Windenergie treiben das Wachstum. Im Januar 2026 schloss eine Razzia in Xinjiang zwar 1.3 GW Mining-Kapazität und nahm 400'000 Rigs vom Netz. Ob das den Trend umkehrt, ist fraglich.

    Der digitale Yuan als staatliche Alternative

    Parallel zur Verschärfung der Krypto-Regulierung treibt Peking die Verbreitung des digitalen Yuan (E-CNY) voran. Am 1. Januar 2026 trat ein neuer Regulierungsrahmen in Kraft, der den E-CNY vom "digitalen Bargeld" zum "digitalen Einlagengeld" umklassifiziert. Kommerzielle Banken zahlen seither 0.05 Prozent Jahreszins auf verifizierte E-CNY-Wallet-Guthaben. Damit ist Chinas CBDC weltweit die erste mit Zinszahlung.

    Die Adoptionszahlen sind beachtlich. Bis Ende November 2025 verzeichnete der E-CNY 3.48 Milliarden kumulative Transaktionen im Wert von 16.7 Billionen Yuan (rund 2.4 Billionen USD). Über das grenzüberschreitende Netzwerk mBridge liefen 4'047 Transaktionen im Wert von 387 Milliarden Yuan (54 Milliarden USD). Davon entfielen 95 Prozent auf E-CNY.

    Die Strategie ist klar. China eliminiert private Krypto-Alternativen und baut gleichzeitig seine staatlich kontrollierte digitale Währung aus. Der globale Stablecoin-Markt verarbeitete im Januar 2026 Transaktionen über 10 Billionen USD, ein historischer Rekord. Peking will verhindern, dass Yuan-Stablecoins dieses Ökosystem nutzen, um Kapitalkontrollen zu umgehen. Stattdessen soll der E-CNY die digitale Zukunft des chinesischen Zahlungsverkehrs bestimmen.

    Verschärfte Kontrollen in der Praxis

    Die neue Mitteilung geht über symbolische Verbote hinaus. Unternehmensregistrierungen dürfen künftig keine Krypto-bezogenen Begriffe mehr enthalten. Daneben verschärfen die Behörden die Kontrolle von Mining-Aktivitäten. Und Finanzinstitute tragen die Verantwortung, verdächtige Transaktionen zu identifizieren und zu melden.

    Ob die jüngste Verschärfung wirksamer greift als frühere Verbote, hängt von den tatsächlichen Kapazitäten der Behörden ab. Chinas Krypto-Geschichte folgt einem wiederkehrenden Muster. Auf Verbote folgen neue Umgehungsstrategien. Der DGCX-Skandal und das Fortbestehen des Mining-Sektors belegen, dass regulatorischer Druck allein die Nachfrage nach Krypto-Dienstleistungen nicht beseitigt.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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