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    BIZ

    BIZ beschäftigt sich mit der Zukunft des Zahlungsverkehrs

    von Redaktion cvj.ch am 3. März 2020 Hintergrund

    Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat im Rahmen ihres Quartalsberichts einen  Schwerpunkt auf das Thema "Trends in der Zahlungsinfrastruktur" gelegt.

    Im 151 Seiten umfassenden Bericht, behandelt das in der Schweiz ansässige Institut unter anderem Tokenized Securities, digitale Währungen der Zentralbanken (CBDC's), grenzüberschreitende Zahlungen und Peer-to-Peer-Innovationen.

    Der BIZ-Generaldirektor Agustin Castens führt in seiner Einführung im Bericht folgendes aus:

    Die transformativste Option zur Verbesserung der Zahlungen ist ein Peer-to-Peer-Abkommen, das Zahlungspflichtige und Zahlungsempfänger direkt miteinander verbindet und die Zahl der Vermittler minimiert.

    Mehr Effizienz nicht unbedingt erwünscht

    Im Bezug auf die Tokenisierung wird im Bericht die Kennzeichnung von Wertpapieren genannt, welche es ermöglichen soll, den Abrechnungszyklus zu rationalisieren. Wenn ein auf der Distributed-Ledger-Technologie basierendes System die Intermediäre ausschaltet, könnten die daraus resultierenden Effizienzen, die "Back-End" Realitäten des Marktes durchaus verändern. Das Institut bemerkt dabei, dass Marktteilnehmer möglicherweise nicht zu kürzeren Abwicklungszyklen übergehen möchten, da dies die Zeit zur Beschaffung der Liquidität und Wertpapiere verkürzen würde.

    Rechtliche Gegebenheiten und operative Prozesse müssen definiert werden

    Mit Blick auf die Zukunft hat das Team der Institution eine Menge an potentiellen Problemen hervorgehoben. Dominierend sind dabei laufende rechtliche Fragen zu Wertschriften-Token, aber auch Themen zu operationellen Risiken. Die Blockchain Technologie mit ihren Smart Contracts, ist in der Welt   des Clearings und der Abrechnungen noch nicht wirklich erprobt. Die Experten sehen den Schlüssel des Erfolges darin, die tokenisierten Systeme mit den kontogebundenen Systemen interagieren zu lassen.

    Die viel diskutierten CBDC's spielen in Zukunft eine grosse Rolle

    Eine der grössten Themen die im Report behandelt werden, ist digitales Geld, welches von Zentralbanken ausgegeben wird. Sollten die Währungen auf den Privat- oder Grosskundenbereich ausgerichtet sein? Konto- oder Token-basiert? Sind CBDC's überhaupt notwendig?

    Im Abschnitt «Die Technologie der digitalen Währungen im Privatkundengeschäft der Zentralbanken», behandelt die BIZ diese Fragen. Allerdings findet man keine endgültigen Antworten, sondern lediglich Überlegungen der Experten. Diese stellen klar, dass es beispielsweise keinen Sinn macht, digitales Geld zu entwickeln, welches keine Vorteile gegenüber den bestehenden Zahlungssystemen bietet. Damit die Verbraucher CBDC's nutzen würden, darf dieses nicht weniger bequem im Umgang sein, als Bargeld oder Kreditkarten. Ein weiteres Problem stellt auch der Konsensmechanismus dar, welcher den Transaktionsdurchsatz verlangsamen kann. Dies wiederum führt zwangsläufig zu Problemen im Einzelhandel, wo viele Millionen von kleinen Zahlungen ausgeführt werden.

    Dezentralisierte CBDC's nicht vorteilhaft

    Auch die Dezentralisierung hinsichtlich CBDC-Systemen ist gemäss den BIZ Experten fraglich. Die Dezentralisierung beseitigt das Risiko eines zentralen Punktes des Scheiterns, erhöht allerdings die Möglichkeit von neuen Schwachstellen. Laut dem Bericht ist die wichtigste potenzielle Schwachstelle einer konventionellen Architektur, der Ausfall des obersten Knotens, was beispielsweise durch einen Hackerangriff ausgelöst werden kann.

    Ein Leitfaden hinsichtlich CBDS's für "Policy-Makers" vom Weltwirtschaftsforum, zielt diesbezüglich in eine ähnliche Richtung. Darin wird darauf hingewiesen, dass CBDC’s von Zentralbanken nicht als öffentliche und erlaubnislose Krypto-Währungen gedacht sind. Die DLT-basierten CBDC’s würden innerhalb eines geschlossenen ‚erlaubten‘ Netzwerks von vorab identifizierten Validierungsparteien am besten funktionieren.

    BIZ-Chef Augustin Carstens tendenziell kritisch gegenüber Krypto-Währungen eingestellt

    Laut BIZ-Chef Carstens, hat Libra die Zentralbankenentwicklungen auf Hochtouren gebracht, wobei es weiterhin unklar bleibe, was diese Entwicklung letztlich bringen wird, respektive ob Stablecoins gar Vorboten des  finanziellen Untergangs sein könnten. Carstens äusserte sich bereits früher kritisch gegenüber Krypto-Währungen. Im Februar 2018 sagte er in seiner Funktion als General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich:

    Die Behörden müssen bereit sein, gegen die invasive Verbreitung von Kryptowährungen tätig zu werden, um Verbraucher und Anleger zu schützen. Neue Technologie ist nicht gleichzusetzen mit besserer Technologie oder wirtschaftlichem Fortschritt. Dies gilt eindeutig für Bitcoin: Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Ponzi-System und Umweltkatastrophe geworden.

    BIZ eröffnet Innovation Hub unter Leitung von Benoît Cœuré

    Die BIZ möchte mit dem «Innovation Hub» zusammen mit Bankiers und Politikern an einem Rahmen für digitale Innovationen arbeiten. Der Leiter, Benoit Coeure, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, sagte auf einer Konferenz in Luxemburg, dass private „Stablecoins“ die globale Vormacht des Dollars in Frage stellen könnten. Der nun erschienene Bericht bildet den Auftakt zum Start des Innovation Hubs. Dieser wird sich beispielsweise mit den Fragen zu digitalen Innovationen in den Bereichen Zahlung oder Abwicklung kümmern.

    Erst kürzlich hat eine von der BIZ durchgeführte Umfrage aufgezeigt, dass derzeit rund 80% der Zentralbanken an einer eigenen digitalen Währung arbeiten.

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    Über den Autor

    Redaktion cvj.ch

      Die CVJ Redaktion besteht aus einem Team von Blockchain Experten und informiert täglich und unabhängig über die spannendsten Neuigkeiten.

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