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    PostFinance öffnet ihr Krypto-Angebot mit 22 Coins für Schweizer Firmenkunden. Custody über Sygnum, Execution only, ab Mai 2026.

    PostFinance öffnet Krypto-Angebot für Firmenkunden

    von Redaktion cvj.ch am 19. Mai 2026 News

    Ab Mai 2026 erweitert die PostFinance ihr Krypto-Geschäft auf Schweizer Firmenkunden. Unternehmen, Finanzinstitute, Versicherungen, Pensionskassen und Kapitalgesellschaften handeln künftig 22 Kryptowährungen über die hauseigenen Kanäle und lassen diese verwahren.

    Damit zählt die systemrelevante Bank zu den ersten Schweizer Retailbanken, die digitale Assets vollständig digital auch im B2B-Segment anbietet. Das Angebot läuft als Execution only. PostFinance führt Kauf-, Verkaufs- und Verwahrungsaufträge aus, verzichtet aber auf Anlageberatung. Zugang besteht rund um die Uhr über E-Finance und die PostFinance App, also dieselben Kanäle wie im Retail-Angebot. Custody-Partner bleibt die Sygnum Bank, die Verwahrung erfolgt vollständig in der Schweiz. Auch Paare mit gemeinsamem Partnerkonto erhalten neu Zugriff.

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    Sygnum als Infrastruktur-Rückgrat

    Die technische Basis liefert Sygnum über ihre B2B-Banking-Plattform. Diese ist FINMA-reguliert und stellt API-basierte Digital-Asset-Dienste bereit. Über 15 Schweizer Banken und internationale Finanzinstitute nutzen laut Sygnum bereits die Infrastruktur. Die Zürcher Digital-Asset-Bank avanciert damit zum dominierenden Custody-Anbieter im hiesigen Bankensektor.

    Firmenkunden führen Sparpläne und Einzelaufträge ab 50 USD aus. Ergänzend steht Ethereum-Staking als Yield-Komponente zur Verfügung, eine Funktion, die PostFinance im Januar 2025 zunächst für Privatkunden eingeführt hatte. Die regulatorische Ausgangslage spielt PostFinance in die Hände. Im Rahmen ihrer Lizenzreform bereitet die FINMA zwei neue Bewilligungskategorien vor, darunter eine eigene Kategorie für Krypto-Institute analog zur europäischen MiCA-Verordnung. Die Konsultation endete im Februar 2026, ein Gesetz wird frühestens 2027 erwartet. Per 1. Januar 2027 tritt zudem das OECD Crypto-Asset Reporting Framework in Kraft, das institutionelle Reporting-Pflichten verschärft.

    Institutionelle Nachfrage als Treiber

    Mit dem Schritt adressiert PostFinance eine spezifische Kundengruppe. Neben Unternehmen, die digitale Assets zur Portfolio-Diversifizierung oder für internationale Zahlungsprozesse einsetzen wollen, stehen explizit institutionelle Akteure im Fokus: Finanzinstitute, Versicherungen, öffentliche Verwaltungen, Pensionskassen und Kapitalgesellschaften. Genau diese Klientel erwarte laut Alexander Thoma, Leiter Digital Assets bei PostFinance, professionelle Standards, wie sie aus dem klassischen Finanzwesen vertraut sind.

    Die Marktdurchdringung bleibt allerdings dünn. Nur 14% der Schweizer Unternehmen haben gemäss einer Branchenbefragung praktische Erfahrung mit digitalen Assets. Hier setzt das Argument der Bank an. Über die vertraute E-Finance-Umgebung sollen Schweizer Firmen einen Einstieg finden, ohne separate Konten bei reinen Krypto-Banken eröffnen zu müssen. PostFinance beerbt damit klassische Krypto-Häuser wie Sygnum oder AMINA im Firmenkundengeschäft, ohne deren Custody-Geschäft anzutasten. Sygnum verdient mit.

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    Vom Retail-Pilot zum B2B-Ausbau

    Lanciert wurde das Retail-Krypto-Angebot im Februar 2024, damals als erste systemrelevante Schweizer Bank mit direktem Krypto-Zugang. Der Start umfasste 11 Kryptowährungen, im Juli 2024 kamen weitere fünf hinzu. Mit der jüngsten Sortimentserweiterung um sechs Coins steht das Angebot nun bei 22 Kryptowährungen. Es ist die bisher grösste Ausbaurunde.

    Den geschäftlichen Hintergrund für den B2B-Schritt liefern die Adoptionszahlen. Seit dem Launch im Februar 2024 eröffneten Kunden rund 36'000 Krypto-Depots und tätigten mehr als 565'000 Transaktionen. Mit insgesamt rund 2.5 Millionen Kunden erreicht PostFinance etwa einen Drittel der Schweizer Bevölkerung. Diese Reichweite verschafft der Bank einen Vertriebsvorteil, den die spezialisierten Krypto-Banken Sygnum und AMINA nicht abbilden können.

    Parallel arbeitet PostFinance an einer zweiten Initiative im Digital-Asset-Bereich. Seit April 2026 testet die Bank gemeinsam mit UBS, Sygnum, Raiffeisen, ZKB, Banque Cantonale Vaudoise und Swiss Stablecoin AG einen Franken-Stablecoin (CHFD) auf Ethereum-Basis in einer kontrollierten Sandbox. PostFinance positioniert sich damit an gleich zwei Fronten der institutionellen Krypto-Adoption: als Custody-Vertriebskanal für Firmenkunden und als Mitentwickler einer regulierten CHF-Stablecoin-Infrastruktur.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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