BIZ: 80% der Zentralbanken arbeiten an der digitalen Währung

Die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken ihre eigene digitale Zentralbankwährung (CBDC) ausgeben, hat sich laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) von etwa 10-20% von 2018 bis 2019 verdoppelt.

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage der BIZ unter 66 Zentralbanken weltweit. Erfragt wurde dabei, ob die Zentralbanken eine Freigabe von CBDCs in Erwägung ziehen, wann eine Freigabe erfolgen könnte und was die Beweggründe für eine solche Aktion sein könnten.

Unterscheidung zwischen digitalen Token mit beschränktem Zugriff und Token für allgemeine Zwecke

Um detaillierte Umfrageergebnisse zu erhalten, wurde zwischen verschiedenen Arten von CBDC’s differenziert. Grosshandels- oder «Token-basierte» Zentralbank-Währungen wurden dabei als «digitale Token mit beschränktem Zugang für für Zahlungen auf Grosshandelsebene» klassifiziert. Diese könnten beispielsweise für Interbankzahlungen oder Wertpapierabrechnungen verwendet werden. Zentralbankwährungen für allgemeinere Zwecke wurden dabei als «CBDC’s, die der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung stehen» klassifiziert.

40% der befragten Zentralbanken befinden sich in der experimentellen Phase hinsichtlich CBDCs

Von den 66 Zentralbanken die befragt wurden, stammten 21 aus wirtschaftlich wohlhabenden Ländern, die restlichen 45 waren in Schwellenländern angesiedelt. Die Banken, die im Rahmen der Nachforschungen befragt wurden, deckten 75% der Weltbevölkerung sowie 90% der gesamten Wirtschaftsleistung ab.

80% der Zentralbanken gaben an, dass sie sich aktiv an der Konzeption eines CBDC’s beteiligten – was einem Anstieg von über 10% gegenüber dem Jahr 2018 entspricht. 40% der Banken haben die theoretische Erforschung von CBDC’s bereits übersprungen und befinden sich mittlerweile in einer experimentellen Phase.

Schwellenländer haben andere Interessen als wohlhabendere Länder

Weitere Erkenntnisse gab es beispielsweise hinsichtlich der Motivation der Zentralbanken. Wirtschaftlich wohlhabendere Länder sehen die Zahlungssicherheit und die Finanzstabilität als Hauptverdienst der CBDC’s. Bei den Schwellenländern geht es eher um Themen wie die «Zahlungseffizienz» sowie um die «Sicherheit und Robustheit des Zahlungsverkehrs».

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Meldungen von Zentralbanken, die sich mit CBDC’s auseinandersetzen oder schon kurz vor einer Veröffentlichung einer solchen Währung stehen. Wann genau die ersten Zentralbanken eigene Währungen schlussendlich veröffentlichen bleibt abzuwarten, die Wege dorthin sind bereits geebnet.

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Über den Autor

Stephan Eduard Pàl Roth

Bei CNNMoney tauchte Stephan in die Medienseite der Krypto- und Blockchain-Welt ein. Stephan verbindet seine Leidenschaft für Medien und Technologie und arbeitet nun als Autor und Content-Manager für MachinaTrader.com. Zuvor hatte Stephan 2017 die erste Online-Zeitung "Watts On" der Heriot-Watt-Universitäten gegründet und wurde zum Medienchef der schottischen Wirtschaftskonferenz 2019 gewählt.