Gerüchte um staatliche Krypto-Währung in China

Die chinesische Zentralbank soll eine staatlich unterstützte Krypto-Währung einführen und in den kommenden Monaten an sieben bedeutende chinesische Institutionen ausgeben.

So wird in einem kürzlich erschienen Forbes Artikel. Paul Schulte zitiert, ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank. Laut ihm wollen sich hierfür die China Construction Bank, die Bank of China und die Agricultural Bank of China zusammentun. Ergänzt werden die Banken von Alibaba, Tencent und Union Pay.

Auch eine weitere Quelle, die an der Entwicklung der Währung beteiligt ist, bestätigte dass diese sieben Institute beteiligt sind und bei der Einführung die digitalen Vermögenswerte zwecks Einführung in den Markt erhalten werden.

Laut dieser nicht näher bekannten Quelle soll die neue Währung am 11. November, dem sogenannten «Singles Day» in China eingeführt werden. Dies ist der umsatzstärkste Einkaufstag im Land. Die Technologie, die hinter der Krypto-Währung steht, soll bereits seit dem letzten Jahr bereitstehen. 

Die erwähnten Unternehmen sollen dann helfen, die Krypto-Währung unter die 1,3 Milliarden chinesische Bürger zu bringen. Diese machen ihre Geschäfte derzeit noch in der chinesischen Fiat-Währung Renminbi. Angeblich soll die Währung dann letztlich auch durch Korrespondenzbanken dem Westen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise den USA.

Dieser Plan erinnert auch ein wenig an die Vorgehensweise von Facebook, die eine Zusammenarbeit mit weiteren gewichtigen Unternehmen im Finanzbereich lanciert haben. Diese sollen helfen, die Kryptowährung auch in Ländern ausserhalb Amerikas zu verbreiten. Vodaphone beispielsweise in England, Mercado Pago in Argentinien.

Laut Schulte, der heute ein Research Unternehmen im Finanzsektor leitet, sei ein wesentlicher Unterschied der Fortschritt der beiden Krypto-Währungen. Facebook ist zwar schon in einem fortgeschrittenen Stadium, die chinesische Krypto-Währung ist allerdings schon bereit zur Markteinführung. Auch die technischen Aspekte unterscheiden sich, so soll Libra für etwa 1.000 Transaktionen pro Sekunde ausgelegt sein, das chinesische Pendant schafft bis zu 300.000 Transaktionen pro Sekunde. Das Spitzenvolumen des letztjährigen Singles Days lag bei 92.771 Transaktionen pro Sekunde.

Dies sei nur möglich, da die Krypto-Währung nicht auf einer «reinen Blockchain-Architektur» aufgebaut ist und die Transaktionen nicht alle in einem Block abgerechnet werden müssen.

Die involvierten Unternehmen haben zu den Gerüchten noch keine Stellungnahme abgegeben, allerdings halten sich Gerüchte zur Einführung einer staatlichen Kryptowährung hartnäckig.

Ein weiterer Vorteil sei die Sicherstellung der Währungssouveränität, da durch eine eigene Krypto-Währung die öffentliche Nachfrage nach anderen digitalen Vermögenswerten sinken würde. Die Aktion dürfte also eine Massnahme darstellen, die Kontrolle und Autorität über die Geldpolitik auch im Zeitalter von digitalen Währungen, bei den staatlichen Banken zu halten.

Da die neue chinesische digitale Währung ähnlich einfach wie Bargeld zirkulieren soll, hätte dies auch positive Auswirkungen auf die Verbreitung des Renminbi. Ob sich digitale Renminbis auch ausserhalb Chinas etablieren würden bleibt abzuwarten. 

 

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Redaktion cvj.ch

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