Wochenrückblick Kalenderwoche 45

Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Krypto-Währungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.

Neben der zunehmenden Digitalisierung in Zahlungs- und Investitionsangelegenheiten wird auch die Entwicklung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) weiter beschleunigt. Diese Woche machten die EZB und die australische Notenbank mit Entwicklungsmeldungen einer eigenen Währung auf sich aufmerksam. Bereits anfang Jahres veröffentlichte die BIZ eine Umfrage, aus der hervorgeht, welche Arbeiten von den Zentralbanken an CBDCs durchgeführt werden. Die Studie zeigte, dass bereits 80% der untersuchten Zentralbanken sich eng mit der Entwicklung einer eigenen digitalen Währung beschäftigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vor einem Monat einen Bericht zu einem digitalen Euro veröffentlicht. Diese Woche äusserte sich Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, bezüglich der Einführung einer CBDC. In einer öffentlichen Umfrage soll die Meinung der Bevölkerung zum digitalen Euro eingeholt werden. Nicht alle sind mit der geplanten Einführung zufrieden. Mit der direkten Ausgabe einer digitalen Währung haben Zentralbanken neue Möglichkeiten. Sie können die neue Währung unabhängig vom Bankensystem direkt verteilen und programmieren. Neben einer nahtlosen Kontrolle der Geldflüsse haben die Institute mit CBDCs auch die Möglichkeit, unterschiedliche Tranchen mit verschiedenen Kriterien (Beschränkungen, Verfall, Zinssatz) zu schaffen. Kritiker befürchten durch die kommenden neuen Möglichkeiten der Zentralbanken nicht nur eine zunehmende Entwertung der eigenen Fiat-Währung, sondern äussern auch Bedenken zum Datenschutz.

Auch auf der anderen Seite der Welt arbeiten die Behörden an der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung. Die australische Zentralbank (RBA) kündigte diese Woche eine Kooperation mit einem führenden Blockchain-Unternehmen, das eng mit der US-amerikanischen Grossbank JP Morgan zusammenarbeitet, an. Ihr Ziel ist es, die Realisierbarkeit einer für den Grosshandel bestimmten CBDC zu erforschen. Als bisher einziges CBDC-Projekt würde Australien die öffentliche Ethereum-Blockchain nutzen wollen. Die Chinesische Zentralbank ist in diesem Feld momentan am weitesten fortgeschritten. Der digitale Yuan befindet sich bereits in einer aktiven Testphase mit verschiedenen Partizipanten.

Bitcoin schafft es dank der dieswöchigen Preisrallye auf die Titelseiten von traditionellen Medien. Tatsächlich liess die Kryptowährung mit einer Jahresperformance von 108% sämtiche Anlageklassen hinter sich. Selbst die Jahresgewinner Gold (+27%), Silber (+39%) oder der Nasdaq Index (+38%) konnten nicht mithalten. Die Preisentwicklung kommt nicht von ungefähr. In seiner elfjährigen Geschichte hat die älteste Kryptowährung eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Hierbei sollte allerdings nicht nur die Preisentwicklung beachtet werden, sondern vor allem die Faktoren, welche das Fundament für neue Jahreshöchststände schufen.

Bei Erwerb und Verwahrung von Krypto Werten ist es wichtig, einige Sicherheitsregeln zu beachten. Neben besonders sicheren Passwörtern und 2-Faktor-Authentifizierung auf Kryptobörsen sollte im Idealfall stets eine Hardware-Wallet benutzt werden. Weitere wertvolle Informationen lesen Sie im Basiswissen Artikel.

Eine treibende Kraft in der Welt der digitalen Währungen war in diesem Sommer das Feld „Decentralized Finance“ (DeFi). Im Allgemeinen sind damit auf Ethereum basierende Anwendungen (dApps) gemeint, die in der Form von Smart Contracts Finanzierungen gegen Sicherheiten in Form von Krypto-Assets bieten. Diese „dezentrale Finanzwelt“ kam vor ungefähr sechs Monaten aus dem Nichts und erlebte innerhalb von kurzer Zeit einen rasanten Anstieg mit Milliardenumsätzen. Innerhalb des Bereichs gibt es neben den vielzähligen Projekten auch unterschiedliche Investitionsfelder. Yves Longchamp untersucht drei verschiedene Strategien auf ihr Risiko/Ertragspotenzial.

Ausserdem: Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es keine andere Möglichkeit als die Ausrichtung des Lohnes in Form von Münzen und Banknoten zu tätigen. Heute sind Post- und Banküberweisungen der absolute Standard. Der nächste Entwicklungsschritt könnten digitale Währungen sein. Ein japanisches eSports Team wird ihre Spieler zum ersten Mal mit Kryptowährungen entlöhnen. Das Tochterunternehmen des grössten Finanzdienstleisters Japans, SBI Holdings, hat mit vier Spielern vereinbart, ihre Löhne in einer Kryptowährung auszuzahlen. „Krypto-Löhne“ sind auch im Schweizer Arbeitsrecht grundsätzlich zulässig und historisch betrachtet unterliegt die Form der Entlohnung einem steten Wandel.


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Redaktion CVJ.CH


Selektierte Artikel im Wochenrückblick:

Die Europäische Zentralbank beschäftigt sich intensiv mit der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, kündigte nun eine öffentliche Umfrage zum digitalen Euro an.

EZB macht Ernst mit digitalem Euro


Auch die Australische Zentralbank beginnt ein ausführliche Forschung im Bereich CBDC. Sie kooperiert dabei mit einem führenden Ethereum-Software-Unternehmen, um ihre eigene digitale Zentralbankwährung einzuführen.

Führt Australien bald ihre eigene digitale Währung ein?


Der beeindruckende Bitcoin Kursanstieg überrascht viele. Das Ereignis kommt nicht von ungefähr. Die Kryptowährung festigte sein Fundament in diesem Jahr besonders. Ein Rück- und Ausblick auf fundamentale Entwicklungen und das Preisgeschehen.

Bitcoins rasanter Kursanstieg – Gründe und Ausblick



Der Schutz vor Betrügern ist in der Krypto-Welt besonders wichtig. Die wichtigsten Sicherheitstipps.

So schützt man Krypto Assets vor Diebstahl


Die Welt der „Dezentralisierten Finanzen“ (DeFi) erfuhr dieses Jahr eine rasante Entwicklung. Neben verschiedentlichen Projekten kristallisierten sich auch unterschiedliche Investitionsfelder heraus. Eine Risiko/Ertragsstudie zu drei verschiedenen Strategien.

DeFi Investitionsstrategien: Ein Performance-Überblick


Ein japanisches eSports Team wird den Lohn ihrer neuen Spieler zum ersten Mal in Form von Kryptowährungen auszahlen. Auch in der Schweiz sind solche Krypto-Löhne grundsätzlich zugelassen und könnten zunehmenden Gebrauch erfahren.

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