Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die Kryptobörse Binance hat diese Woche den grössten Hack der Kryptogeschichte erlitten. In rund 20 Minuten flossen Kryptowerte über zehn Blockchains ab, Binance schätzt den Schaden auf 6.3 Mrd. USD. Das ist gut viermal so viel wie beim bisherigen Rekord der Börse Bybit. Zudem übertrifft die Summe deutlich alles, was Angreifer im ganzen Jahr 2025 erbeutet hatten. Als Urheber sehen mehrere Analysefirmen Nordkorea. Rund 3 Mrd. USD liegen inzwischen auf Eis, vor allem weil die Stablecoin-Herausgeber Tether und Circle einzelne Adressen sperren können. Jedoch hält der Täter noch rund 3.3 Mrd. USD, die kein Herausgeber blockieren kann. Binance will dennoch alle Verluste decken und hat dafür 6.34 Mrd. USD aus Firmenmitteln zurückgestellt. Vorerst bleiben die Auszahlungen ausgesetzt. Ab Sonntag sollen sie schrittweise zurückkehren, wobei Binance von einem Ziel und nicht von einer Zusage spricht. Am Montag folgt ausserdem ein Nachweis, dass die Kundenguthaben gedeckt sind. Damit steht Krypto erneut wegen eines Skandals in den Mainstream-Schlagzeilen. Auf Binance lastet zudem eine Vorgeschichte: 2023 bekannte sich die Börse in den USA wegen Verstössen gegen Geldwäschereiregeln schuldig und zahlte 4.3 Mrd. USD Strafe. Entsprechend nervös reagierte der Markt: der Binance-Token BNB verlor rund 8% und auch Kryptoaktien wie Coinbase gaben nach. Ob Kunden der Börse tatsächlich das Vertrauen entziehen, zeigt sich allerdings erst, wenn die Auszahlungen wieder laufen. Aktuell weist Binance rund 134 Milliarden USD an Kundenmitteln aus.
Der Binance-Hack mit geschätzt 6.3 Mrd. USD übertrifft Bybit um mehr als das Vierfache, Tether und Circle froren bereits Milliarden ein.
NYSE-Mutter ICE zielt mit Hyperliquid auf Privatanleger
Die NYSE-Mutter Intercontinental Exchange (ICE) will Privatanlegern in den USA einen neuen Terminhandel öffnen. Partner ist Trade[XYZ], an dem sich ICE zudem mit einer Minderheit beteiligt. Die Firma bietet auf der Handelsplattform Hyperliquid sogenannte Perpetual Futures an, also Terminkontrakte ohne Verfallsdatum, meist mit Hebel. Sie beziehen sich dabei auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen. Das Angebot steht bisher nur Nutzern ausserhalb der USA offen, erreichte aber in gut einem Jahr über 650 Mrd. USD Volumen. Für das US-Geschäft baut ICE eine eigene regulierte Struktur mit Identitätsprüfung auf. Ausserdem gab sich der Makro-Investor Stan Druckenmiller als Geldgeber von Trade[XYZ] zu erkennen. Die Höhe seiner Beteiligung nannte er allerdings nicht, ebenso wenig wie ICE den eigenen Betrag. Nach der Meldung legte der Hyperliquid-Token HYPE um bis zu 20% auf über 96 USD zu. Einen Starttermin gibt es nicht, zuerst muss die US-Terminaufsicht CFTC zustimmen.ICE will mit Trade[XYZ] regulierte Hyperliquid-Perps für US-Privatanleger anbieten, Stan Druckenmiller ist bei Trade[XYZ] investiert.
Ripple stellt Stablecoin-Reserven unter Bundesaufsicht
Das Krypto-Zahlungsunternehmen Ripple hat von der US-Bankenaufsicht OCC die finale Zulassung für eine eigene Trust-Bank erhalten. Eine solche Bank darf Vermögen treuhänderisch verwalten und verwahren, jedoch weder Einlagen annehmen noch Kredite vergeben. Sie übernimmt künftig die Reserven hinter RLUSD, Ripples an den US-Dollar gekoppeltem Stablecoin. Die Ausgabe des Tokens bleibt dagegen bei einer separaten Firma in New York. Deshalb prüfen zwei Aufseher die Struktur, die New Yorker Finanzaufsicht und das OCC. Eine staatliche Garantie für Halter folgt daraus nicht. Politisch bleibt die Zulassungspraxis des OCC umstritten, denn der Verband der US-Regionalbanken hat die Behörde diesen Monat verklagt. Er wirft ihr vor, Kryptofirmen ohne die gleiche Prüfung wie lokale Banken ins Bankensystem zu lassen.Ripple meldet die finale OCC-Genehmigung für seine National Trust Bank, die künftig die Reserven des Stablecoins RLUSD verwaltet.
Prognosemärkte überholen Krypto-Assets auf Robinhood
Der US-Online-Broker Robinhood hat im dritten Quartal die Gewinnschätzung verfehlt. Pro Aktie verdiente er 0.51 USD, während Analysten mit 0.55 USD gerechnet hatten. Besonders schwach lief der Krypto-Handel, dessen Umsatz um 55% auf 120 Mio. USD einbrach. Denn in der App der Privatanleger schrumpfte das Volumen um fast die Hälfte. Stark wuchsen dagegen die Prognosemärkte, auf denen Kunden auf den Ausgang von Ereignissen wetten. Ihr Umsatz stieg auf mehr als das Sechsfache und übertraf mit 173 Mio. USD den Krypto-Handel. Insgesamt stiegen die Nettoeinnahmen trotz des Krypto-Einbruchs um 12% auf den Rekordwert von 1.42 Mrd. USD. Den Gewinn belasteten allerdings höhere Kosten sowie Buchverluste auf einem hauseigenen Fonds. Die Aktie fiel nachbörslich um rund 7% auf 87.60 USD. Im Oktober lag das Handelsvolumen laut Management etwa auf dem Niveau des Vorquartals, bei Prognosemärkten rund 10% darüber.
Robinhood verfehlt im dritten Quartal die Gewinnschätzung, der Krypto-Umsatz fällt um 55% und Prognosemärkte überholen Krypto.
Bitcoin rutscht auf ein Sechswochentief
Ausserdem: Bitcoin fiel diese Woche unter 80’000 USD, nachdem Samsung und die US-Notenbank die Stimmung an den Märkten gedrückt hatten. Der südkoreanische Konzern meldete zwar einen Rekordgewinn, verfehlte aber knapp die hohen Erwartungen der Analysten. Weil Bitcoin derzeit oft parallel zu Tech-Aktien schwankt, erfasste die Enttäuschung auch den Kryptomarkt. Zudem liess die Fed den Leitzins unverändert, obwohl zwei Mitglieder ihn erhöhen wollten. Der Markt las den Entscheid deshalb als Hinweis auf weitere Zinserhöhungen. Denn höhere Zinsen machen Anlagen ohne laufenden Ertrag wie Bitcoin weniger attraktiv. Anschliessend schlossen Handelsplätze gehebelte Positionen über rund 356 Mio. USD zwangsweise, was den Verkaufsdruck verstärkte. Nach dem Hack bei der Kryptobörse Binance fiel der Kurs weiter auf ein Sechswochentief. Am Samstagmorgen lag er bei rund 77’300 USD. Damit steuert Bitcoin auf einen Monatsverlust zu.Bitcoin rutscht in der asiatischen Session unter 80’000 USD, da Samsungs Quartalszahlen und der Fed-Zinsentscheid Risikoanlagen belasten.



![ICE will Hyperliquid-Perps mit Trade[XYZ] in die USA bringen ICE will mit Trade[XYZ] regulierte Hyperliquid-Perps für US-Privatanleger anbieten, Stan Druckenmiller ist bei Trade[XYZ] investiert.](https://cvj.ch/wp-content/uploads/2026/03/CVJ.CH-NYSE-ICE-OKX-450x300.jpg)


