Die NYSE-Muttergesellschaft Intercontinental Exchange (ICE) will gemeinsam mit Trade[XYZ] Perpetual Futures auf Hyperliquid-Basis rund um die Uhr in die USA bringen, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen. Gleichzeitig hat sich Stan Druckenmiller öffentlich als Investor in Trade[XYZ] zu erkennen gegeben.
Perpetual Futures, kurz Perps, sind Terminkontrakte ohne Verfallsdatum, die Händler meist mit Hebel einsetzen. Hyperliquid ist eine Onchain-Handelsplattform und liefert die Ausführung. Trade[XYZ] entwirft darauf die Produkte: Perps auf Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe und Währungen, bisher nur für berechtigte Nutzer ausserhalb der USA. ICE betreibt neben der New York Stock Exchange auch Terminbörsen und Clearinghäuser. Im März 2026 sicherte sich Trade[XYZ] die Lizenz für den ersten offiziellen S&P-500-Perpetual. Der Börsenkonzern hatte zuvor bereits in Polymarket und OKX investiert. Über die Märkte von Trade[XYZ] liefen in gut einem Jahr mehr als 650 Mrd. USD Handelsvolumen. Wann der Handel in den USA startet, ist jedoch offen.
ICE wird exklusiver Betreiber der US-Märkte auf Hyperliquid
ICE und Trade[XYZ] haben eine definitive Vereinbarung geschlossen, die allerdings unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen steht. Nötig ist unter anderem die Zustimmung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Der Konzern wird exklusiver Betreiber der regulierten Trade[XYZ]-Märkte. Dafür baut er eine eigene Markt- und Clearing-Struktur für Privatkunden auf Hyperliquid auf. Vorgesehen sind Perpetual Futures mit KYC- und AML-Prüfung, einschliesslich der Zulassung für gehebelten Handel. Zudem übernimmt der Börsenbetreiber eine Minderheitsbeteiligung an Trade[XYZ]. Betrag, Anteil und Bewertung bleiben unveröffentlicht. Für das bereinigte Ergebnis 2026, die Kapitalrückführung und den Schuldenabbau erwartet ICE keine wesentlichen Auswirkungen.
Für ICE ist das Privatkundengeschäft neu. Heute entfallen über 99% der Teilnahme an den Märkten des Konzerns auf institutionelle Akteure. Das neue Segment läuft ausserdem getrennt vom institutionellen Futures- und Clearing-Geschäft. Kommerzielle Hedger tragen somit kein Gegenparteirisiko aus dem Privatkundengeschäft. Den Zugang erhalten Privatanleger über Futures Commission Merchants (FCMs), die nach KYC- und AML-Vorgaben arbeiten und Mitglied der Plattform werden. Als Vertriebsweg nennt ICE unter anderem das Joint Venture mit OKX. Dessen FCM- und Broker-Dealer-Töchter benötigen jedoch ihrerseits noch Genehmigungen.
"Wir wollen Privathändler dort finden, wo sie sein wollen: über die Partner, Broker und Plattformen, die sie bereits nutzen. Wir sehen diese Perp-Märkte als Ergänzung zu unseren Futures-Märkten, nicht als Ersatz." - Jeffrey C. Sprecher, Chair und CEO, Intercontinental Exchange
Details zu Produkten, Berechtigung und Zeitplan will Trade[XYZ] erst nachreichen, sobald die Genehmigungen vorankommen. Einen Starttermin nennen beide Unternehmen ebenfalls nicht. Die bestehenden Märkte ausserhalb der USA laufen weiterhin parallel zur geplanten US-Struktur.
Druckenmiller will Trade[XYZ] in seinem Investmentprozess nutzen
Seine Beteiligung machte Stan Druckenmiller am Tag der Ankündigung auf X öffentlich. Er sei Investor in Trade[XYZ] und wolle das Produkt als Marktteilnehmer in seinem Investmentprozess nutzen, schrieb er. Damit tritt er als künftiger Nutzer der Plattform auf, nicht allein als Geldgeber. In der Branche gilt Druckenmiller als Makro-Investor. Sein Post ist daher ein Signal aus der Makro-Investorenwelt an einen Onchain-Handelsplatz. Die Höhe seiner Beteiligung nannte er allerdings nicht.
Über sein Kapital ist wenig Gesichertes bekannt. Druckenmillers Duquesne Family Office veröffentlicht keine Gesamtzahl zum verwalteten Vermögen. Die jüngste 13F-Meldung an die SEC weist per 30.06.2026 rund 5.21 Mrd. USD in 90 US-Long-Positionen aus. Andere Anlagen erfasst sie nicht, folglich zeigt die Zahl nicht das Gesamtvermögen. Mitte November 2026 wird die nächste 13F fällig. Solange Beteiligungshöhe und Vermögensbasis unbelegt bleiben, hat das Signal somit begrenztes Gewicht.
Hyperliquid liefert die Infrastruktur für Trade[XYZ]
Trade[XYZ] betreibt seine Märkte im Rahmen von HIP-3, dem Regelwerk für Perps, die externe Entwickler auf Hyperliquid aufsetzen. Wer einen solchen Markt startet, legt das Angebot, die Preisquellen und die Hebelgrenzen selbst fest. Die Ausführung übernimmt hingegen die Onchain-Engine von Hyperliquid. Ausserdem müssen die Betreiber solcher Märkte, die sogenannten Deployer, 500'000 HYPE staken. Hyperliquid stellt folglich die Infrastruktur, während Trade[XYZ] die Produkte gestaltet.
Auffällig ist die Konzentration. Nach Daten von TokenPost lag das Open Interest aller HIP-3-Märkte am 28.10.2026 bei 4.12 Mrd. USD. Es verteilte sich auf 169 Märkte, angeboten von vier Handelsplätzen mit aktivem Betrieb. Davon entfielen 97% auf die Märkte von Trade[XYZ]. Gleichzeitig treiben die von externen Entwicklern aufgesetzten Märkte rund die Hälfte des gesamten Handelsvolumens auf Hyperliquid. Faktisch dominiert Trade[XYZ] damit das HIP-3-Segment.
Ungeklärt ist, wie die geplante US-Struktur Hyperliquid und HIP-3 konkret nutzt. Die ICE-Mitteilung nennt weder HYPE-Staking noch eine Beteiligung an Gebühren oder Erträgen. ICE beteiligt sich zudem am Eigenkapital von Trade[XYZ], nicht am HYPE-Token. Welche Rolle HYPE als Sicherheit oder Staking-Instrument in der regulierten Version spielt, ist daher unbekannt. Eine Antwort auf die Frage nach einem wirtschaftlichen Rückfluss an HYPE-Halter liefert der Deal letztlich nicht.
ICE setzt seine Krypto-Strategie fort
Für ICE ist Trade[XYZ] der nächste Baustein einer Krypto-Strategie, die der Konzern seit Oktober 2025 ausbaut. Damals kündigte er an, bis zu 2 Mrd. USD in Polymarket zu investieren, bei einer Bewertung von 9 Mrd. USD nach der Finanzierung. Im März 2026 folgten weitere 600 Mio. USD. Ebenfalls im März beteiligte sich ICE strategisch an OKX, zu einer Bewertung von 25 Mrd. USD und mit einem Sitz im Verwaltungsrat. Im Juni 2026 gründeten beide Unternehmen schliesslich das 50/50-Joint-Venture OKXICE, das als US-Broker-Dealer und FCM vorgesehen ist. Den Vorsitz teilen sich Trabue Bland, Senior Vice President Futures Exchanges bei ICE, und Andrew Cuomo. Der ehemalige Gouverneur von New York sitzt seit Juli 2026 im Verwaltungsrat von OKX. Im Oktober 2026 nahm OKX weitere Investoren auf, darunter Circle, Ripple und Standard Chartered.
Auf einen leeren Markt trifft das Vorhaben nicht. Zunächst genehmigte die CFTC Ende Mai 2026 mit Kalshis BTCPERP den ersten echten Perpetual ohne Verfall auf einer registrierten US-Plattform. Dazu veröffentlichte die Behörde eine Grundsatzerklärung, ein sogenanntes Policy Statement. CFTC-Chairman Mike Selig nannte Perps dabei ein „grundlegendes Risikomanagement- und Preisfindungs-Instrument". Coinbase Financial Markets erhielt für bestimmte Perps einen No-Action-Letter. Später erlaubten im Juni 2026 weitere No-Action-Letters Bitnomial und Coinbase, bei bestehenden Futures im Perpetual-Stil die Verfallsdaten zu streichen. Die Kraken-Muttergesellschaft Payward hatte die Übernahme von Bitnomial zuvor im April angekündigt und Anfang Mai abgeschlossen. Mitte Juni startete Kraken in den USA mit Perps auf Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Solana.
Rechtlich ist dieser Rahmen trotzdem nicht gefestigt. Das Policy Statement ist eine Leitlinie und keine Regel. Eine künftige CFTC-Führung könnte es deshalb wieder kippen. Trade[XYZ] unterscheidet sich von Kalshi, Coinbase und Kraken vor allem durch das Angebot: Perps auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen, gehandelt auf Hyperliquid. Ob ICE dieses Angebot in den USA ausrollen kann, entscheidet die CFTC.

![ICE will Hyperliquid-Perps mit Trade[XYZ] in die USA bringen ICE will mit Trade[XYZ] regulierte Hyperliquid-Perps für US-Privatanleger anbieten, Stan Druckenmiller ist bei Trade[XYZ] investiert.](https://cvj.ch/wp-content/uploads/2026/03/CVJ.CH-NYSE-ICE-OKX-768x512.jpg)






