Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die grössten Banken der Welt wollen den Stablecoin-Markt nicht länger den Krypto-Firmen überlassen. Deshalb haben 21 Institute diese Woche eine gemeinsame Gesellschaft angekündigt. Darunter sind Goldman Sachs, Bank of America, Deutsche Bank und UBS. Der Dollar-Token soll in der ersten Jahreshälfte 2027 starten. Zudem ist ein Ausbau auf weitere G7-Währungen geplant, zunächst auf den Euro. Der Vorstoss kommt nicht überraschend: Tether und Circle beherrschen das Feld bislang fast konkurrenzlos. Allerdings bleiben zentrale Fragen offen. Weder Name noch Blockchain, Verwahrer oder Rücknahmebedingungen sind bekannt. Die Gesellschaft selbst soll erst im Lauf dieses Jahres entstehen. Immerhin gibt der GENIUS Act seit 2025 einen Rahmen vor, der Anfang 2027 voll greift. Auffällig ist das Tempo der Gruppe: Im Oktober 2025 zählte sie erst zehn Mitglieder. Parallel arbeiten 37 weitere Institute unter dem Namen Qivalis an einem Euro-Stablecoin.
21 Institute, darunter Goldman Sachs, UBS und die Deutsche Bank, planen einen von Grossbanken getragenen Dollar-Stablecoin ab 2027.
Goldman Sachs steigt nach dem XRP-Absturz wieder ein
Goldman Sachs treibt nicht nur das Bankenkonsortium voran, sondern kauft auch Krypto-Fonds. Die US-Bank ist inzwischen der grösste bekannte Halter von Spot-XRP-ETFs. Das zeigt eine Auswertung der Quartalsmeldungen durch Bloomberg Intelligence. Ausgewiesen sind 87.4 Mio. USD, verteilt über fünf Fonds von Bitwise, Franklin Templeton, Grayscale, 21Shares und Canary Capital. Damit hält Goldman mehr als das Fünffache der Nummer zwei, des Handelshauses Jane Street. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Im Quartal davor hatte die Bank ihre Bestände praktisch komplett abgebaut. Danach fiel der XRP-Kurs auf den tiefsten Stand seit Ende 2024, und Goldman stieg wieder ein. Allerdings taugt die Meldung nur bedingt als Signal. Denn ein 13F zeigt einen Stichtag, keine Absichten. Zudem fehlen Shorts und Absicherungen, und Kundengeschäft lässt sich nicht vom Eigenhandel trennen. Seit dem Start im November 2025 flossen den XRP-Fonds rund 1.8 Mrd. USD zu.Die Q2-2026-13F-Filings weisen bei Goldman Sachs 87.4 Mio. USD in XRP-ETFs aus, nach praktisch vollständigem Ausstieg im Vorquartal.
Strategy beendet die Verkaufsphase mit einem teuren Rückkauf
Auch am Bitcoin-Markt greifen die grossen Adressen wieder zu. Strategy kaufte in der letzten Augustwoche 4’603 Bitcoin für 369.7 Mio. USD. Damit endet eine rund zweimonatige Phase, in der das Unternehmen selbst verkauft hatte. Der Bestand steigt auf 845’050 BTC, also über 4% des maximalen Angebots. Der Hintergrund ist die Vorzugsaktie STRC: Ihr Kurs fiel im Juni unter den Nennwert von 100 USD. Dadurch brach eine Kapitalquelle weg, und der Verwaltungsrat erlaubte gezielte Bitcoin-Verkäufe. Zwischen Mai und August trennte sich der Konzern deshalb von 6’948 BTC zu im Schnitt 62’250 USD. Der Rückkauf fiel nun rund 29% teurer aus. Netto hält Strategy 2’345 BTC weniger als zuvor, dafür blieben rund 63 Mio. USD als Cash. Das Geld stammt vollständig aus dem Verkauf eigener Aktien. Zudem hält der Konzern Reserven von 6.71 Mrd. USD. Die Netto-Verschuldung liegt weiterhin bei 0.0%.Strategy kaufte 4’603 Bitcoin für 369.7 Mio. USD und hält nach der ersten Verkaufsphase seiner Firmengeschichte 845’050 BTC.
Sberbank traut neuem Regelwerk nur ein Fünftel des Marktes zu
Während westliche Banken an Stablecoins arbeiten, öffnet Russland seinen Kryptomarkt per Gesetz. Seit Anfang September gilt dort ein Rahmen für Börsen, Verwahrer, Broker und Miner. Die Forschungsabteilung der Sberbank erwartet im ersten Jahr einen regulierten Handel von bis zu 46.4 Mrd. USD. Das wäre allerdings nur rund ein Fünftel der bereits bestehenden Aktivität im Land. Denn das Finanzministerium schätzt den täglichen Umsatz auf etwa 650 Mio. USD. Der Rest dürfte also weiter ausserhalb der Aufsicht laufen. Dafür sorgen auch die Auflagen: Privatanleger dürfen je Anbieter höchstens 3’700 USD pro Jahr einsetzen. Zudem müssen sie einen Eignungstest bestehen und vorerst bei Bitcoin, Ether und USDT bleiben. Die Sberbank selbst plant bis Dezember ein Wallet in ihren Apps. Später sollen Kredite gegen Krypto-Sicherheiten folgen, sofern die Zentralbank zustimmt. Zahlungen im Inland bleiben jedoch verboten. Die Sanktionen des Westens gelten dabei unverändert weiter.Die Analyseabteilung der Sberbank erwartet im ersten Jahr des neuen Kryptogesetzes bis zu 46.4 Mrd. USD regulierten Krypto-Handel.
Ein Memecoin schluckt die Hälfte der tokenisierten Hims-Aktien
Ausserdem: Auf der Robinhood Chain haben Memecoins die Kurse tokenisierter Aktien verzerrt. Der Pool des Memecoins BONER band zeitweise rund 53% aller tokenisierten Hims & Hers-Aktien. Am Sonntag stieg der On-Chain-Kurs deshalb auf 132.64 USD, das 4.5-Fache des Freitagsschlusses. Die Ursache liegt in der Mechanik: Neue Aktien-Token prägt nur ein autorisierter Teilnehmer, und zwar ausschliesslich während der US-Handelszeiten. Der Handel auf der Chain läuft dagegen rund um die Uhr. Am Montag kamen rund 4’000 neue Token dazu, danach fiel der Preis auf etwa 29 USD zurück. Die echte Aktie notierte zur selben Zeit bei 29.41 USD. Das Muster wiederholt sich bei anderen Titeln, etwa bei MicroStrategy und AMC. Mehr als die Hälfte des Volumens mit Aktien-Token entfällt inzwischen auf Memecoin-Paare. Rechtlich sind diese Token keine Aktien, sondern Schuldverschreibungen ohne Stimmrecht. Trotzdem wächst das Interesse, denn auch Coinbase startete Ende August eigene Aktien-Token.Memecoins auf Robinhood Chain verzerren die Kurse tokenisierter Aktien. Ein Pool band zeitweise über die Hälfte des HIMS-Bestands.







