Goldman Sachs ist der grösste institutionelle Halter von Spot-XRP-ETFs. Die Bloomberg-Intelligence-Auswertung der Q2-2026-13F-Filings weist für die US-Bank 87.4 Millionen USD Exposure aus, vor Jane Street Group und Millennium Management.
Ein 13F-Filing ist zunächst eine vierteljährliche Offenlegung gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC. Vermögensverwalter mit mindestens 100 Millionen USD in meldepflichtigen US-Wertpapieren listen darin ihre Long-Positionen zum Quartalsende auf. Spot-XRP-ETFs sind ihrerseits Fonds, die XRP physisch halten und den Kurs abbilden. Anleger erhalten somit ein XRP-Engagement über ein reguliertes Börsenprodukt, ohne Token selbst verwahren zu müssen. Ursprünglich starteten die ersten US-Produkte dieser Art im November 2025. Ausgewertet hat die aktuellen Filings James Seyffart, Senior Research Analyst bei Bloomberg Intelligence. Zuvor hatte der Analyst vor allem mit seinen Prognosen zur Zulassung der US-Spot-Bitcoin-ETFs Bekanntheit erlangt. Allein im zweiten Quartal baute Goldman Sachs die Position um rund 83.2 Millionen XRP-Token aus. Das ist der grösste Zuwachs aller erfassten Halter. Insgesamt erreichten die kumulierten Netto-Zuflüsse in Spot-XRP-ETFs seit Marktstart rund 1.8 Milliarden USD.
Goldman Sachs kehrt mit 87 Millionen USD in XRP-ETFs zurück
Bloomberg Intelligence weist für Goldman Sachs zum Stichtag Ende Juni 2026 ein Exposure von 87'449'929 USD aus. Dahinter stehen rund 84 Millionen gehaltene XRP-Token. Jane Street Group folgt hingegen erst bei 16.6 Millionen USD, Millennium Management bei 16.2 Millionen USD. Die US-Bank hält somit mehr als das Fünffache des zweitgrössten gemeldeten Bestands. Auf der Liste stehen 30 meldepflichtige Halter. Kleinere Vermögensverwalter unterhalb der Meldeschwelle erscheinen darin jedoch nicht.
NEW: Who are the top holders of spot ripple:native ETFs? Here's the data as of the Q2 13F Filings. Goldman, Jane and Millennium top the list. pic.twitter.com/SsL0BuM1oq
— James Seyffart (@JSeyff) August 31, 2026
Die Position entstand innerhalb eines einzigen Quartals. Zuvor hatte das Institut seine XRP-ETF-Bestände im Q1-2026-Filing praktisch vollständig abgebaut, zeitgleich mit dem Ausstieg aus Solana-ETFs. Im zweiten Quartal kamen gut 83 Millionen XRP-Token hinzu, der mit Abstand grösste Zuwachs aller gelisteten Halter. Auf Token-Basis entspricht der Aufbau mehr als dem Zweieinhalbfachen der Bestände von Jane Street und Millennium Management zusammen. Gleichzeitig geriet XRP unter Druck. Im Juni fiel die Notierung von rund 1.30 USD auf das tiefste Niveau seit Ende 2024. Das Quartal schloss bei rund 1.04 USD. Der Aufbau fiel also in eine schwache Phase für den Token.
Schliesslich verteilt sich das Engagement über fünf Spot-XRP-ETFs. Auf den Bitwise-XRP-ETF entfallen rund 25.8 Millionen USD, auf Franklin Templetons XRPZ rund 25.4 Millionen USD. Beide Fonds stellen zusammen gut die Hälfte der gemeldeten Position. Ausserdem hält die Bank Anteile an Produkten von Grayscale und 21Shares. Hinzu kommt eine neue Position im Canary-Capital-ETF XRPC. Ein klarer Schwerpunkt bei einem einzelnen Emittenten fehlt folglich.
Ein 13F-Filing zeigt Bestände, keine Kaufabsicht
Aussagekraft haben diese Zahlen allerdings nur begrenzt. Ein 13F-Filing erfasst ausschliesslich Long-Positionen in meldepflichtigen US-Wertpapieren. Shorts, Derivatepositionen und Absicherungsgeschäfte bleiben aussen vor. Zudem unterscheidet das Formular nicht zwischen Eigenhandel, Kundenaktivität, Market-Making und tatsächlicher Investmentabsicht. Eine Grossbank kann eine ETF-Position halten, weil ein Kunde sie angefragt hat. Ein Bestand kann ebenso als Gegenposition zu einem Swap oder aus dem Handelsbuch entstehen. Unsichtbar bleibt ferner die Gegenpartei einer solchen Position. Wer das wirtschaftliche Risiko am Ende trägt, ist nicht erkennbar. Letztlich lässt sich daraus kein Rückschluss auf eine Investmentüberzeugung ziehen.
Hinzu kommt der zeitliche Versatz. Die SEC räumt den Meldepflichtigen 45 Tage nach Quartalsende ein. Für das per Ende Juni abgeschlossene Quartal lief die Frist bis Mitte August 2026. Bei Veröffentlichung sind die Bestände daher bereits mehrere Wochen alt. Ob die Bank die Position später gehalten, ausgebaut oder aufgelöst hat, geht aus dem Filing nicht hervor. Weiterhin fehlt der Zeitpunkt des Aufbaus. Eine Position kann im April entstanden sein, ebenso gut aber erst in den letzten Handelstagen des Quartals. Die Meldung beschreibt einen einzigen Stichtag, keinen Verlauf.
Investment Advisors sind die grössten XRP-ETF-Käufer
Nach Halterkategorie ergibt sich ein anderes Bild. Investment Advisors, also registrierte Vermögensberater, führen die Auswertung mit 120 Mio. USD an. Die Gruppe hält rund 116 Millionen XRP-Token. Ihr Bestand wuchs im Quartal zudem um gut 90 Millionen Token. Das ist gleichzeitig der grösste Zuwachs aller Kategorien. Die Kategorie umfasst Vermögensverwalter, die Portfolios im Kundenauftrag steuern, von kleinen Beraterfirmen bis zu Bankeinheiten. Bloomberg Intelligence sortiert die 30 Filer ferner nach Typ, von Banken über Hedgefonds bis zu Handelshäusern. Die Beratergruppe liegt damit deutlich über jeder Einzelposition eines einzelnen Hauses.
Die übrigen Top-Halter stammen mehrheitlich aus dem Handelsgeschäft. Jane Street und IMC sind quantitative Handelsfirmen, Flow Traders ist auf ETP-Market-Making spezialisiert. Millennium Management und Citadel Advisors zählen hingegen zu den grossen Multi-Strategy-Hedgefonds. Millennium war zeitweise der grösste Hedgefonds-Halter des Bitcoin-ETFs IBIT. Susquehanna und Parallax Volatility Advisers handeln schwerpunktmässig Optionen und Volatilität. Wolverine Asset Management betreibt ebenfalls Market-Making und Eigenhandel. Diese Häuser stellen an den Börsen laufend Kauf- und Verkaufskurse. Ihre Bestände entstehen aus dem laufenden Handel. Ein hoher Ausweis im 13F bedeutet daher nicht, dass ein Haus auf steigende Kurse setzt.
Hinter solchen Beständen steht selten eine Richtungswette. Üblich sind Liquiditätsbereitstellung, Arbitrage-Inventar oder Absicherungen, die sich innerhalb von Tagen wieder auflösen. Der Bestand folgt dann der Nachfrage im Orderbuch, nicht einer Meinung zum Kurs. Ein Market Maker kann einen ETF-Anteil halten und das Kursrisiko zugleich am Terminmarkt absichern. Investment Advisors allozieren jedoch für Kundenportfolios, häufig über Modellportfolios mit mehrjährigem Horizont. Solche Allokationen ändern sich deshalb seltener als Handelsbestände. Bei den Spot-Bitcoin-ETFs ist diese Gruppe inzwischen die grösste institutionelle Halterkategorie.








