Kanton Zug akzeptiert ab 2021 Kryptowährungen für Steuerzahlung

Der Kanton Zug war schon immer ein Vorreiter im Blockchain-Bereich und ist nicht umsonst das Herzen des Crypto Valley. Ab 2021 bietet Zug nun als erster Schweizer Kanton die Möglichkeit an, Steuerschulden mit Kryptowährungen zu bezahlen.

Ein wichtiger Schritt für die Adaption von Kryptowährungen als Zahlungsmittel: Nachdem immer mehr Firmen digitale Währungen akzeptieren, zieht der Kanton Zug als staatliche Institution nach und lässt Bitcoin und Ether für Steuerzahlungen zu.

Steuerzahlungen mit Bitcoin und Ether bis 100’000 Franken

Die Möglichkeit, Steuern mithilfe von Bitcoin oder Ether zu begleichen, werden gemäss der Presseerklärung des Kantons, sowohl Gesellschaften als auch Privatpersonen bis zu einem Forderungsbetrag von 100’000 Franken eingeräumt. Teilzahlungen werden nicht akzeptiert. In den kommenden Wochen wird ein Pilot stattfinden, um die notwendigen Prozesse zu testen.

Entscheiden sich Steuerzahlende Rechnungen mit BItcoin oder Ether zu begleichen, können sie dies der Steuerverwaltung mitteilen.  Sie erhalten anschliessend den dafür notwendigen QR-Code, der in der Regel per E-Mail zugestellt wird.

«Als Heimat des Crypto Valleys ist es uns wichtig, den Einsatz von Kryptowährungen im Alltag weiter zu fördern und zu vereinfachen. Durch die Möglichkeit, Steuerschulden mit Bitcoin oder Ether bezahlen zu
können, machen wir einen grossen Schritt in diese Richtung.» – Finanzdirektor Heinz Tännler

Grössere Schwankungen im Krypto-Wechselkurs haben für die Steuerbehörden keinen Einfluss auf die geleistete Zahlung da sie diese in Schweizer Franken erhalten. Ermöglicht, wird die Steuerbegleichung mit Kryptowährungen durch die Crypto-Payments-Lösung des Unternehmens Bitcoin Suisse.

Geschichte des Crypto Valley

Die erste Krypto-Firma in Zug, Bitcoin Suisse AG, wurde schon im Jahr 2013 gegründet und legte den Grundstein für die Entstehung des Crypto Valley. Weniger als ein Jahr später wählte die Ethereum Foundation Zug als ihren Hauptsitz. Diese Entscheidung hatte eine Art Sogwirkung und immer mehr Krypto-Projekte liessen sich im schweizer Kanton nieder. So konnten schon früh Erfahrungen gesammelt und regulatorische Sicherheit geboten werden; die FINMA beschäftigte sich bereits 2015 mit digitalen Währungen wie Bitcoin.

Zug entwickelte sich allmählich zu einem Standort für Unternehmen rund ums Thema Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen. Nach der Gründung der Crypto Valley Association und dem Krypto-Boom 2017/18 setzte sich diese Entwicklung rasant fort. Es wurden Co-Working Spaces unter der Leitung von CV Labs gegründet, Vereine für die Unterstützung von Blockchain-Startups aufgebaut und völlig neue Projekte ins Leben gerufen. Momentan befinden sich über 800 Firmen mit mehr als 4000 Mitarbeitern im Crypto Valley.

Krypto-Adoption in Zug

2016 entschied der Zuger Stadtrat, dass sie als international erste staatliche Behörde Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren werden. Der Betrag war damals noch auf 200 Franken begrenzt, doch sie setzten damit ein starkes Zeichen. Über die Jahre hinweg bauten sie ihr Angebot im Krypto-Bereich weiter aus und vor einem Jahr implementierte das Handelsregisteramt des Kantons Zug die Blockchain-Lösung „inapay„.

Diesen Frühling, mitten in der Coronakrise, wurde das Crypto Valley auf eine weitere Probe gestellt. Besonders Startups hatten mit der schwierigen Situation zu kämpfen und viele Unternehmen liefen Gefahr, insolvent zu gehen. Doch auch hier kam der Kanton Zug der Krypto-Szene entgegen und im Mai 2020 entschied der Regierungsrat, den Startups unter die Arme zu greifen.

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Redaktion cvj.ch

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