Corona-Krise belastet Schweizer Crypto Valley

Durch die Corona-Krise haben derzeit viele Unternehmen schwer zu kämpfen. Etliche Startups aus dem Crypto Valley sind hart betroffen und befinden sich bereits in einer finanziellen Notlage. Ein Finanzierungsfonds soll nun Abhilfe schaffen.

Unternehmen aus dem «Crypto Valley» haben momentan besonders unter der angespannten Lage aufgrund der Corona-Krise zu leiden. Die Region bemüht sich laut einem Bericht der Sonntagszeitung um einen Fonds des Bundes. Dieser soll sich über einen Betrag von rund 100 Millionen Schweizer Franken erstrecken. Grundlage des Fonds sind laut dem kantonalen Finanzdirektor Heinz Tännler private Investitionen, Beiträge von lokalen Regierungsbehörden sowie Bundesgarantien.

Dabei sollen Kredite teilweise in Aktienkapital umgewandelt werden können. Genauere Angaben werden Ende April erwartet. Durch den Fonds sollen Unternehmen gerettet werden, welche durch die Corona-Problematik in eine finanzielle Schieflage geraten sind und nicht auf die bereits beschlossene COVID19 Überbrückungshilfe des Bundesrates Zugriff erhalten.

Rund die Hälfte der Unternehmen im Valley vom Aussterben bedroht

Die Schweiz und insbesondere das Crypto Valley ist aufgrund der günstigen Gesetzgebung sowie der hohen Innovationsdichte ein attraktiver Standort für Firmengründungen im Blockchainbereich. Durch die aktuelle Krise ziehen viele Private-Equity-Investoren die Finanzierung zurück, was für die Mehrheit der Bitcoin- und Blockchain-Firmen zum Aussterben führen könnte.

Die 50 grössten Unternehmen, die in der Region angesiedelt sind, haben in einer Umfrage kürzlich ihre Bedenken ausgedrückt. Rund die Hälfte der Betriebe vermutet, unter den gegenwärtigen Bedingungen die nächsten 12 Monate nicht überstehen zu können. Von der Regierung erfolgte Anfang der Woche die Ankündigung, den Schweizer Start-Ups rund 154 Millionen Franken an Kreditgarantien zur Verfügung zu stellen. Laut Taennler erweist sich diese Summe jedoch als ungenügend. Um sich für die Bankkredite der Bundesregierung zu qualifizieren, müssen die Firmen eine bestimmte Menge an Einnahmen vorweisen.

Frühere Umfrage im Crypto Valley signalisierte bereits prekäre Situation

Schon eine Anfang des Monats durchgeführte Umfrage unter 203 Unternehmen durch die Swiss Blockchain Federation hatte auf die derzeitige schwierige Situation im Blockchain-Ökosystem hingewiesen.

Daraus liessen sich bereits deutliche Erkenntnisse der beginnenden Krise und den fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten ablesen:

  • Ein Grossteil (79.8%) der Unternehmen gab an, in den nächsten sechs Monaten höchstwahrscheinlich insolvent zu gehen.
  • Eine ähnlich hohe Zahl (88.2%) denkt die Corona-Krise nicht ohne staatliche Hilfe durchzustehen.
  • Mehr als die Hälfte (56.9%) der Befragten mussten bereits Mitarbeitende entlassen.
  • Fast alle (90.7%) werden dies in Zukunft wohl noch tun müssen.
  • Mehr als zwei Drittel (68.3%) der Startups, die einen «Covid-Kredit» beantragt haben, erhielten diesen nicht.
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Redaktion cvj.ch

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