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    Blur: der führende NFT-Marktplatz

    Blur: der führende NFT-Marktplatz

    von Redaktion cvj.ch am 17. Juli 2023 Basiswissen

    Seit dem explosiven Wachstum der NFTs über die vergangenen drei Jahre hielt sich OpenSea als erster und dominantester NFT-Marktplatz. Zwar versuchten sich einige Plattformen an dessen Entthronung, scheiterten längerfristig jedoch ausnahmslos. Der NFT-Aggregator Blur fordert diese Dominanz erstmals heraus.

    Der NFT-Marktplatz Blur wurde im Oktober 2022 von einem Team von Blockchain-Enthusiasten gegründet, die eine Marktlücke für einen umfassenden NFT-Aggregator sahen. Die Entwickler wollte eine Plattform schaffen, die den Handelsprozess mit nicht-fungiblen Token (NFTs) vereinfachen würde. Ähnlich wie Aggregatoren dezentraler Token-Börsen (DEXes) erlaubt Blur den Handel über verschiedene NFT-Handelsplätze von einer Plattform aus. Zur Incentivierung nativer Liquidität werden Token-Emissionen an Nutzer ausgeschüttet, was Blur zum grössten NFT-Marktplatz nach Volumen beförderte.

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    NFT-Marktteilnehmer sehnen sich nach OpenSea-Alternative

    Nicht-fungible Token (NFTs) sind einzigartige digitale Vermögenswerte, die die Blockchain-Technologie nutzen, um Eigentum und Authentizität zu belegen. Sie können verschiedene Formen von digitalen oder physischen Gegenständen wie Kunst, Musik, Sammlerstücke oder sogar Immobilien darstellen. Während ihrem rapiden Wachstum in den Jahren 2021/22 fanden NFTs allerdings primär Verwendung als Profilbilder und Spekulationsobjekte. Das prominenteste Beispiel für eine NFT-Kollektion ist der Bored Ape Yacht Club (BAYC).

    Mit wöchentlichen Handelsvolumen im dreistelligen Millionenbereich ein lukrativer Markt für den dominantesten NFT-Handelsplatz: OpenSea. Dieser erhebt 2.5% Transaktionsgebühren auf jede Sekundärmarkttransaktion. Anders als auf dezentralen Token-Börsen verbucht das zentral geführte Unternehmen OpenSea diese Gebühren selbst. Nutzer der Plattform werden weder für deren Engagement belohnt, noch besteht eine öffentliche Beteiligungsmöglichkeit an diesem lukrativen Geschäft. Projekte wie LooksRare und x2y2, die aktive Händler mit Tokenausschüttungen belohnten und eine dezentrale Governance versprachen, fanden deshalb kurzfristig Anklang. Bis zur Einführung von Blur im Oktober 2022 verloren diese OpenSea-Alternativen jedoch wieder an Relevanz.

    Blur: geschickte Nutzerakquisition über Token-Airdrops

    Der NFT-Aggregator Blur sollte sich durch einige Eigenschaften sowohl von OpenSea als auch der übrigen Konkurrenz abheben. Nutzer der Plattform können NFT-Preise auf verschiedenen Marktplätzen vergleichen, Portfolios mit Analysetools verwalten und NFTs auf allen grösseren Plattformen kaufen. Darüber hinaus sollten aktive Händler über verschiedene Phasen eines "Airdrops" für ihre Mühen entlöhnt werden und Gebühren verlangt der Marktplatz gar keine. Für viele Marktteilnehmer schien die Entscheidung deshalb leicht, und bereits wenige Wochen nach Einführung überholte Blur den Platzhirsch OpenSea.

    Blur volume dominance
    NFT-Marktplatzdominanz gemessen am Handelsvolumen / Quelle: Dune

    Der BLUR-Token selbst wurde als klassischer "Governance-Token" zur Entscheidungsfindung über zukünftige Entwicklungen der Plattform konzipiert. Cashflow existiert aufgrund der ausbleibenden Plattformgebühren nicht. Doch Spekulation über zukünftige Entwicklungen reicht in der Krypto-Welt häufig aus. Schliesslich regieren die Tokenhalter die Entwicklungsrichtung einer Plattformen mit Milliarden an Handelsvolumen. 

    Tiefe Liquidität in einem illiquiden Markt

    Da jeder nicht-fungible Token einzigartig ist und nicht gegen einen anderen NFT getauscht werden kann, gibt es keine besonders liquiden Märkte wie für Kryptowährungen. Pooling-Modelle ähnlich wie die Automated Market Makers (AMM) der DeFi-Welt existieren zwar, kämpfen jedoch mit ihren eigenen Problem. Ausserdem ist der NFT-Markt relativ neu mit einem begrenzten Beteiligtenkreis, was ebenfalls zu seiner Illiquidität beiträgt. Hier trat Blur ebenfalls mit einem innovativen Modell auf den Markt.

    Statt lediglich das Handeln von NFTs zu belohnen, sollten in der letzten Phase des BLUR-Airdrops nur "Collection Bids" (dt. = Kollektionsgebote) incentiviert werden. Diese Gebote sind mit traditionellen Kaufaufträgen vergleichbar. Sammler können ihre Kunststücke leicht zu einem Mindestpreis veräussern, statt geduldig auf einen Käufer warten zu müssen. Dank des Erfolges der vorherigen Phasen bieten "Airdrop-Farmer" noch heute Millionen an USD auf den Bodenpreis der grössten Kollektionen. In einen historisch äusserst illiquiden Markt tritt neue Liquidität ein.

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    Kredite für NFT-Halter: Blend

    Doch anders als die vorherigen OpenSea-Konkurrenten spielt Blur nicht nur mit Incentivierung, sondern entwickelt auch aktiv neue Angebote für NFT-Händler. Im Mai führte die Plattform erfolgreich ein Peer-to-Peer-Protokoll für NFT-Kredite ein; bisher ein eher unerforschter Markt. Blur Lending (abgekürzt Blend) sollte die Liquidität von NFTs weiter verbessern, indem teure NFTs über einen temporären Kredit abbezahlt werden können.

    Das Blend-Protokoll funktioniert ähnlich wie herkömmliche Immobilientransaktionen, bei denen die Käufer eine Anzahlung leisten und den Restbetrag im Laufe der Zeit finanzieren. Dieses Modell wurde auf den NFT-Markt übertragen, so dass Sammler eine Teilzahlung des vollen NFT-Preises leisten und den verbleibenden Restbetrag abbezahlen können. Dadurch konnte Blur einen weiteren Subsektor der NFT-Märkte erobern, führte jedoch neues Risiko für Kollektionen aufgrund potenzieller Liquidationsspiralen ein.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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