S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital haben den S&P Pantera Digital Asset Index lanciert, einen Krypto-Benchmark aus 18 Titeln. Bitcoin fehlt in dem Index vollständig, weil das Netzwerk keine an Tokenholder fliessenden Protokoll-Umsätze erwirtschaftet.
Das Unternehmen S&P Dow Jones Indices steht hinter Referenz-Benchmarks wie dem S&P 500, während Pantera Capital ein auf digitale Vermögenswerte spezialisierter Investor ist. Gemeinsam screenen beide Häuser Krypto-Assets erstmals nach einer Logik aus dem Aktienmarkt: Nicht die Marktkapitalisierung entscheidet über die Aufnahme, sondern nachweisbarer, an Tokenholder ausgeschütteter Protokoll-Umsatz. Ursprünglich lancierte Pantera-Gründer Dan Morehead das Haus 2013 bei einem Bitcoin-Preis von 65 USD, nach eigener Darstellung den ersten institutionellen Krypto-Fonds der USA. Die Methodik des neuen Index entwickelte sein Haus gemeinsam mit S&P DJI. Der Benchmark umfasst 18 nach Free-Float-Marktkapitalisierung gewichtete Titel mit Obergrenzen bei 35% respektive 20% pro Position und quartalsweisem Rebalancing. Angeführt wird er von Ether, BNB, Solana, Tron und Hyperliquid, deren zugrunde liegende Protokolle über die letzten zwei Quartale zusammen mehr als 3 Mrd. USD annualisierten Umsatz erwirtschafteten.
Warum Bitcoin im neuen Krypto-Index fehlt
Das Aufnahmekriterium des Index dreht sich um eine einzige Frage, nämlich ob ein Protokoll Geld verdient und dieses an die Tokenholder zurückfliesst. Konkret muss ein Asset über mehrere aufeinanderfolgende Quartale einen positiven Protokoll-Umsatz oberhalb einer Mindestschwelle ausweisen. Die Zahlen liefert dabei das On-Chain-Analysehaus Artemis. Zudem muss der Umsatz nachweislich bei den Haltern ankommen, etwa über Buybacks, über Staking-Renditen netto Inflation, über Ausschüttungen oder über tokenholder-kontrollierte Treasuries.
Diese Logik übernimmt S&P direkt aus dem Aktiengeschäft. Für die Aufnahme in den S&P 500 muss ein Unternehmen vier aufeinanderfolgende Quartale positive GAAP-Gewinne vorweisen. Genau dieses Prinzip überträgt der neue Benchmark somit auf Krypto. Ein Netzwerk gilt daher nur dann als indexwürdig, wenn es messbaren Cashflow generiert und diesen teilt.
Bitcoin erfüllt diese Bedingung strukturell hingegen nicht. Das Netzwerk ist als monetäres System konzipiert, nicht als Protokoll, das laufende Erträge an seine Halter verteilt. Es gibt schlicht keine Protokoll-Ebene, die Umsatz erwirtschaftet und ausschüttet. Der Ausschluss folgt also nicht aus einer Wertung gegen Bitcoin, sondern aus der Definition des Filters. Dennoch bleibt bemerkenswert, dass mit Bitcoin das grösste Krypto-Asset komplett fehlt. Für institutionelle Anbieter markiert der Screen damit eine wachsende Spaltung darin, wie sich Wert in Krypto bemisst, weg von blosser Marktkapitalisierung hin zu nachweisbarem Umsatz.
Ether, BNB und Solana führen die Gewichtung an
Insgesamt umfasst der Index 18 Konstituenten, gewichtet nach ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung. Kein Einzeltitel darf mehr als 35% des Index ausmachen, kein weiterer mehr als 20%. Das Rebalancing erfolgt quartalsweise. Es sind somit exakt die Kappungsregeln, die S&P auch bei seinen Aktien-Benchmarks anwendet.
An der Spitze stehen Ether, BNB, Solana, Tron und Hyperliquid. Ether bringt bei einem Kurs von rund 1'914 USD etwa 231 Mrd. USD Marktkapitalisierung ein. Der Coin dominiert damit die Gewichtung. Es folgen ausserdem BNB mit etwa 76 Mrd. USD und Solana mit knapp 45 Mrd. USD. Tron und Hyperliquid schliessen schliesslich mit rund 31 respektive 15 Mrd. USD an. Zusammen erwirtschafteten die zugrunde liegenden Protokolle über die letzten zwei Quartale mehr als 3 Mrd. USD annualisierten Umsatz. Folglich bündelt der Index jene Large-Cap-Netzwerke, deren reale Nutzung sich über Umsatz belegen lässt.







