Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
SpaceX hat in seinem SEC-S-1-Filing erstmals eine langjährige Bitcoin-Position offengelegt. 18’712 BTC im Marktwert von 1.45 Mrd. USD stehen einer Anschaffungsbasis von 661 Mio. USD gegenüber, was einem nicht realisierten Gewinn von 789 Mio. USD entspricht. Der durchschnittliche Einstiegspreis liegt bei rund 35’324 USD je Bitcoin und stammt aus den Käufen von 2021. Damals hatte SpaceX parallel zu Teslas 1.5 Mrd. USD Kauf 25’724 BTC akkumuliert und seither nur rund 7’012 davon abgestossen. Tesla hingegen verkaufte 2022 etwa 75% seines Bestands. Mit der Offenlegung rückt SpaceX in die Riege der grössten Corporate-Bitcoin-Halter auf und betritt zugleich die öffentlichen Kapitalmärkte. Der angestrebte Börsengang an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX soll laut Filing am 12. Juni 2026 starten. Das angepeilte Emissionsvolumen von rund 75 Mrd. USD zu einer Bewertung von 1.5 Bio. USD wäre das grösste IPO der Geschichte.
SpaceX offenbart im IPO-Filing 18’712 BTC im Wert von 1.45 Mrd. USD. Kostenbasis 661 Mio. USD, unrealisierter Gewinn 789 Mio. USD.
Tether sichert sich Vollkontrolle über Twenty One Capital
Während SpaceX seinen Bestand erstmals offenlegt, wechselt bei einem anderen prominenten Bitcoin-Treasury-Spieler die Eigentümerstruktur. Tether International hat den gesamten SoftBank-Anteil an Twenty One Capital (NYSE: XXI) übernommen und beherrscht das börsennotierte Treasury-Unternehmen damit vollständig. SoftBank hatte sich im April 2025 mit rund 25% beteiligt und etwa 10’500 BTC eingebracht, Tether und Bitfinex steuerten gemeinsam rund 31’500 BTC bei. Twenty One Capital hält heute 43’514 BTC im Wert von etwa 3.35 Mrd. USD bei einer Börsenkapitalisierung von 2.64 Mrd. USD. Die Aktie reagierte mit einem Vorbörsen-Plus von 5.6% auf 8.05 USD, hat aber seit dem NYSE-Debüt im Dezember 2025 rund 84% verloren. Mit der Übernahme bereitet Tether-CEO Paolo Ardoino eine geplante Dreierfusion mit Strikes Zahlungsplattform von Jack Mallers und dem Bitcoin-Miner Elektron Energy vor. Ziel ist ein Bitcoin-natives Unternehmen, das Treasury-Strategie mit Mining, Lending und Finanzdienstleistungen verbindet.
Tether übernimmt SoftBanks Anteil an Twenty One Capital und kontrolliert das Bitcoin-Treasury-Unternehmen mit 43’514 BTC nun allein.
Goldman Sachs schichtet aus Altcoin-ETFs in Krypto-Equity um
Auch bei den Grossbanken verschieben sich die Krypto-Allokationen, allerdings weg von den Altcoin-ETFs. Goldman Sachs hat im ersten Quartal sämtliche XRP- und Solana-ETF-Positionen vollständig liquidiert, wie das 13F-Filing zeigt. Betroffen sind vier XRP-Produkte von 21Shares, Bitwise, Franklin Templeton und Grayscale im Volumen von rund 152 Mio. USD sowie sechs Solana-Produkte mit zusammen 108 Mio. USD. Ende 2025 hielt die Bank noch rund 73% des XRP-ETF-Vermögens unter den 30 grössten US-Institutionen. Die Ethereum-Position im iShares-ETHA-Fonds schrumpfte um 70% auf 7.2 Millionen Anteile, während der Bitcoin-Bestand mit 715 Mio. USD nur leicht reduziert wurde. Im Gegenzug stockte Goldman die Beteiligung an Circle Internet Group um 249% und an Galaxy Digital um 205% auf, dazu kommt eine neue Position in Hyperliquid Strategies. Die Umschichtung zeigt eine klare Präferenz für Bitcoin-Spot, Infrastruktur-Aktien und Treasury-Vehikel statt für Altcoin-ETFs.
Goldman Sachs liquidiert im Q1 2026 alle XRP- und SOL-ETF-Positionen, kürzt Ethereum um 70% und eröffnet HYPE-Treasury-Position PURR.
Executive Order zwingt Fed zu Master-Account-Entscheid
Parallel schafft Washington neue regulatorische Tatsachen. US-Präsident Donald Trump hat die Executive Order „Integrating Financial Technology Innovation into Regulatory Frameworks“ unterzeichnet und damit den Zugang von Krypto-Firmen zu zentralen Zahlungssystemen forciert. Innert 90 Tagen muss die Federal Reserve transparente Antragsverfahren für Master Accounts schaffen, parallel sollen SEC, CFTC, OCC, FDIC, CFPB und NCUA Innovationshürden in ihren Regelwerken identifizieren. Master Accounts ermöglichen direkten Zugang zu Fedwire und dem Echtzeit-System FedNow, ohne den Umweg über Korrespondenzbanken. Damit reagiert die Administration auf das, was die Branche „Operation Choke Point 2.0“ nennt, also die seit dem FTX-Kollaps koordinierten Restriktionen gegen Krypto-Bankbeziehungen. Erst Anfang März hatte die Federal Reserve Bank of Kansas City Kraken Financial als erstem Krypto-Unternehmen einen Master Account vom Typ „Limited Purpose Tier 3“ gewährt.
Trump-Dekret weist die Fed an, Krypto-Firmen Zugang zu Master Accounts und Fedwire zu prüfen. Kraken besitzt den Status bereits seit März.
Bitcoin Depot schliesst 9’000 ATMs nach Verboten
Ausserdem: Der grösste Krypto-ATM-Betreiber der USA, Bitcoin Depot (Nasdaq: BTM), hat den Betrieb eingestellt und beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk Texas Chapter-11-Schutz beantragt. Das Unternehmen aus Atlanta schaltete über 9’000 Standorte in 47 Bundesstaaten ab. Im ersten Quartal brachen die Erlöse um 49.2% auf 83.5 Mio. USD ein, der Bruttogewinn schrumpfte um 85.5% auf 4.5 Mio. USD. Im April kamen zusätzlich 3.7 Mio. USD Schaden durch einen Wallet-Hack hinzu. Hauptgrund ist der regulatorische Druck: Indiana, Tennessee und Minnesota verboten Krypto-ATMs vollständig, Connecticut entzog die Geldtransferlizenz, Massachusetts und Iowa klagten wegen irreführender Preisangaben. Parallel verzeichnete das FBI für 2025 insgesamt 13’460 ATM-Betrugsfälle mit 389 Mio. USD Schaden, ein Anstieg um 58% im Jahresvergleich, was den regulatorischen Druck verschärfte.
Bitcoin Depot meldet Chapter 11 an und schaltet 9’000 Krypto-ATMs ab. Regulatorischer Druck zwingt den Nasdaq-Konzern in die Abwicklung.









