Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Erstmals seit dem letzten Bärenmarkt notiert über die Hälfte des umlaufenden Bitcoin-Angebots im Verlust. Das norwegische Krypto-Forschungshaus K33 Research misst mit seiner „Supply in Loss“-Metrik, welcher Anteil der Coins zuletzt über dem aktuellen Marktpreis bewegt wurde. Noch vier Wochen zuvor lag dieser Anteil bei rund 30%, ehe der Kurs von rund 82’000 USD auf rund 61’000 USD fiel. Historisch wurde die 50%-Schwelle nur in der Nähe grosser Tiefs erreicht: In den Bärenmärkten 2011, 2018 und 2022 bildete Bitcoin innerhalb von 31 Tagen ein Tief, nur 2014 dauerte es 101 Tage. Beschleunigt wurde der Abverkauf durch Rekord-Abflüsse von 85’643 BTC aus börsengehandelten Produkten binnen vier Wochen. K33 hält an 60’000 USD als Zyklus-Tief fest, während Market-Maker Wintermute vor verfrühten Boden-Rufen warnt.
Mehr als 50% des Bitcoin Angebots liegen im Verlust. K33 sieht Parallelen zu früheren Bärenmarkt-Tiefs, die binnen Wochen folgten.
BlackRock will Goldman Sachs beim Bitcoin-Income-ETF zuvorkommen
Trotz der jüngsten ETF-Abflüsse baut BlackRock sein Bitcoin-Angebot weiter aus. Der weltgrösste Vermögensverwalter reichte bei der SEC den vierten Nachtrag zur Registrierung seines iShares Bitcoin Premium Income ETF (BITA) ein, laut Bloomberg-Analysten wahrscheinlich den letzten vor der Wirksamkeit. Der Fonds hält Anteile am Spot-ETF IBIT und verkauft darauf Call-Optionen; die Prämien speisen monatliche Ausschüttungen, begrenzen jedoch die Beteiligung an starken Kursanstiegen. Mit einer Gebühr von 0.65% pro Jahr unterbietet BITA die bestehenden Konkurrenten YBTC (0.95%) und BTCI (0.99%) deutlich. Goldman Sachs‘ Konkurrenzprodukt soll bereits um den 1. Juli 2026 wirksam werden. Covered-Call-ETFs gelten als zweite Welle nach den Spot-Produkten und zielen auf einkommensorientierte institutionelle Anleger wie Pensionskassen.
BlackRock reicht vierten S-1-Nachtrag für den Bitcoin Premium Income ETF (BITA) ein. Bloomberg-Analyst erwartet Launch vor Goldman Sachs.
Citigroup positioniert sich als Gatekeeper für Pre-IPO-Token
Nicht nur bei ETFs drängen die Wall-Street-Häuser tiefer in den Kryptomarkt. Die US-Grossbank Citigroup lanciert eine Plattform, über die vermögende und institutionelle Kunden tokenisierte Aktien privater Unternehmen handeln können. Abgewickelt wird auf der Schweizer SIX Digital Exchange (SDX), dem ersten FINMA-lizenzierten DLT-Wertpapierdepot des Landes. Citi tritt dabei zugleich als Verwahrstelle und Tokenisierungsagent auf und spricht direkt mit grossen Privatunternehmen über eine Teilnahme. Damit grenzt sich die Bank von unilateralen Angeboten wie jenem von Robinhood ab, von dem sich OpenAI öffentlich distanzierte. Firmen wie SpaceX, Anthropic und OpenAI bleiben länger privat, entsprechend wächst die Nachfrage nach Pre-IPO-Zugang. Citi selbst prognostiziert bis 2030 tokenisierte Vermögenswerte von 5.5 Bio. USD, heute sind es rund 17 Mrd. USD.
Citigroup lanciert Citi tokenized shares privater Unternehmen auf der FINMA-lizenzierten SDX-Plattform, zunächst nur für nicht-US-Investoren.
Reuters legt Bilanz des Trump’schen Krypto-Imperiums offen
Deutlich weniger institutionell präsentiert sich das Krypto-Geschäft der US-Präsidentenfamilie. Eine Reuters-Analyse beziffert die Gewinne der Trumps aus vier Projekten auf rund 2.3 Mrd. USD. Die Startkosten schätzen befragte Finanzprofessoren auf nahezu null, während Anleger in denselben Projekten Buchverluste in fast identischer Höhe erlitten. Den grössten Posten stellt World Liberty Financial mit über 1.4 Mrd. USD, gefolgt vom TRUMP Meme-Coin mit geschätzt 616 Mio. USD. Dessen Kurs liegt gut 84% unter dem Vorjahresniveau; eine Auswertung des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis zeigt, dass wenige grosse Früh-Trader gewannen und Hunderttausende Kleinanleger verloren. Zudem gehören 36 der 50 grössten WLFI-Wallets ausländischen Käufern, darunter dem Emirati-Vehikel MGX mit 500 Mio. USD.
Eine Reuters-Analyse beziffert die Krypto-Gewinne der Trump-Familie auf 2.3 Mrd. USD, während Anleger gleich hohe Buchverluste tragen.
Konsolidierung im Krypto-Datenmarkt
Populär auf CVJ.AI: Im Krypto-Datenmarkt schreitet die Konsolidierung voran. Die New Yorker Daten- und Investor-Relations-Plattform Blockworks übernimmt den Konkurrenten Messari für etwas über 10 Mio. USD, einen Bruchteil der rund 300 Mio. USD, mit denen das Datenhaus bei seiner Series-B-Runde 2022 bewertet wurde. Der Abschlag spiegelt den Abgang von Mitgründer Ryan Selkis 2024, anschliessende Stellenkürzungen und das raue Marktumfeld. Blockworks finanzierte den Zukauf teilweise über eine kürzlich abgeschlossene Series-A-Erweiterung bei einer Bewertung von 192 Mio. USD und will den fragmentierten Datenmarkt nach dem Vorbild von Bloomberg und FactSet bündeln. Branchenweit bleibt die M&A-Aktivität hoch: 144 Deals über 11.8 Mrd. USD zählt das Beratungshaus Architect Partners 2026 bisher, rund 3.5% mehr als im Vorjahr.
Blockworks übernimmt Messari: Konsolidierung im Krypto-Datensektor
Die Übernahme spiegelt die drastischen Bewertungskorrekturen für einst hochfliegende Krypto-Startups wider.







