SpaceX hat im Rahmen seiner S-1-Einreichung bei der SEC erstmals offiziell die Höhe seines Bitcoin-Bestands offengelegt. Demnach hält das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk 18'712 BTC mit einem aktuellen Marktwert von rund 1.45 Mrd. USD.
Die Position basiert auf einer Gesamtkostenbasis von 661 Mio. USD. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Einstandspreis von etwa 35'324 USD pro Bitcoin. Mit der Offenlegung rückt SpaceX in die Riege der grössten Corporate-Bitcoin-Halter auf und betritt zugleich die öffentlichen Kapitalmärkte. Der angestrebte Börsengang an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX soll laut Filing am 12. Juni 2026 starten. Damit wäre es bei einem Volumen von rund 75 Mrd. USD das grösste IPO der Geschichte. Der unrealisierte Gewinn auf der Bitcoin-Position beläuft sich auf rund 789 Mio. USD.
Bestand seit Ende 2024 unverändert
Die SpaceX-Bitcoin-Position ist seit dem 31. Dezember 2024 unverändert bei 18'712 BTC geblieben. Das bestätigt das Unternehmen auch zum Stichtag 31. März 2026. Der Fair Value zu diesem Bilanzstichtag lag bei 1.29 Mrd. USD. Der Anstieg auf 1.45 Mrd. USD zum Veröffentlichungsdatum spiegelt die Kursentwicklung von Bitcoin in den vergangenen Wochen. Konkret notierte Bitcoin Ende März 2026 bei rund 68'900 USD und kletterte bis zur Bekanntgabe auf rund 78'000 USD.
SpaceX erwarb seine ersten Bitcoin im Jahr 2021, zeitgleich mit Teslas damals viel beachtetem Kauf von 1.5 Mrd. USD. Der ursprüngliche Bestand lag laut Daten von Bitcoin Treasuries bei 25'724 BTC. Die heutige Position impliziert somit einen zwischenzeitlichen Teilverkauf von rund 7'012 BTC. Tesla selbst liquidierte 2022 etwa 75 Prozent seiner Position. SpaceX hingegen hielt den Grossteil.
Das S-1-Filing präzisiert auch die Verwahrungsstruktur. SpaceX nutzt Drittanbieter-Custodians, behält jedoch direkte Eigentumsrechte und Kontrolle über die digitalen Vermögenswerte. Bislang kannte der Markt die Bestände nur über Sekundärmarkt-Berichte und On-Chain-Analysen. Arkham Intelligence konnte im April 2026 lediglich 8'285 BTC identifizieren. Die übrigen Wallets liessen sich öffentlich nicht zuordnen.
Volatile Buchwerte belasten Bilanz
Die buchhalterische Behandlung der Position offenbart erhebliche Schwankungen. So verzeichnete SpaceX 2024 einen unrealisierten Gewinn von 955 Mio. USD auf den Bitcoin-Bestand. Im Jahr 2025 fiel hingegen ein unrealisierter Verlust von 112 Mio. USD an. Diese Volatilität wirkt sich direkt auf die Ergebnisrechnung aus, denn neue Rechnungslegungsstandards verlangen seit 2024 die Bewertung digitaler Vermögenswerte zum Fair Value.
Gemessen an den konsolidierten Verlusten des Unternehmens fällt der Bitcoin-Posten klein aus. Der Nettoverlust 2025 belief sich auf 4.94 Mrd. USD bei einem Umsatz von 18.674 Mrd. USD, was einem Wachstum von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im ersten Quartal 2026 verschärfte sich die Lage deutlich. SpaceX meldete einen Quartalsverlust von 4.3 Mrd. USD bei lediglich 4.7 Mrd. USD Umsatz. Das kumulierte Defizit erreichte per Ende März somit 41.3 Mrd. USD.
xAI-Fusion erklärt Verlustsprung
Die belastete Ertragslage geht massgeblich auf die im Februar 2026 vollzogene All-Stock-Fusion mit Musks KI-Firma xAI zurück. Die kombinierte Bewertung des fusionierten Unternehmens lag damals bei 1.25 Bio. USD. Das xAI-Segment trug 2025 einen Betriebsverlust von 6.36 Mrd. USD bei lediglich 3.2 Mrd. USD Umsatz bei. Gleichzeitig schlugen Investitionen von 12.7 Mrd. USD in Rechenzentren und Infrastruktur zu Buche.
Während die KI-Tochter Milliarden verbrennt, präsentiert sich das Connectivity-Segment rund um Starlink robust. Der Geschäftsbereich erzielte 2025 einen Umsatz von 11.4 Mrd. USD bei einem Wachstum von 50 Prozent. Der Segment-Betriebsgewinn lag bei 4.4 Mrd. USD. Mittlerweile zählt Starlink rund 10.3 Mio. Abonnenten in 164 Ländern per Ende März 2026. Die Cash-Position des Konzerns reduzierte sich allerdings von 24.75 Mrd. USD per Ende 2025 auf 15.85 Mrd. USD per Ende März 2026. Die Gesamtschulden lagen bei 29.1 Mrd. USD.
Auffällig ist die Stimmrechtsstruktur des IPO. SpaceX setzt auf ein Dual-Class-Modell mit zehn Stimmen pro B-Aktie und einer Stimme pro A-Aktie. Folglich kontrolliert Musk nach dem Börsengang 85.1 Prozent der kombinierten Stimmrechte. Die Roadshow startet am 4. Juni 2026, die Preisfestsetzung ist für den 11. Juni geplant. Die angestrebte Bewertung liegt bei mehr als 1.5 Bio. USD. Am Pre-IPO-Markt auf Hyperliquid notierten die Anteile zuletzt bei über 2 Bio. USD.









