Trends in den Kryptomärkten 2020

Zum Jahresende eine Zusammenfassung der wichtigsten Diagramme und Analysen des Jahres. Die entscheidenden Marktereignisse des Jahres anschaulich widergegeben in Zusammenarbeit mit Kooperationspartner Kaiko.com.

Während die vergangene Woche eine der ereignisreichsten des Jahres war (BTC durchbrach $27k, XRP stürzte ab nach SEC-Klage), gibt es den letzten Marktrückblick von 2020 mit einem etwas anderen Format, das die Charts zeigt, die dieses turbulente Jahr am besten abdecken.

März: Der „Black Thursday“ Markt-Crash

Der Marktabsturz vom 12. und 13. März, der seither als „Black Thursday“ bezeichnet wird, wird als einer der steilsten und schnellsten Preiseinbrüche in die Geschichte eingehen, die es jemals an den Kryptowährungsmärkten (und traditionellen Märkten) gab. Der Crash verschonte keinen Vermögenswert und führte zu einer Liquiditätskrise, die zu einem freien Fall der Preise führte.

Anhand des BTC/USD-Orderbuchs von Coinbase können wir die schnelle Verschlechterung der Liquidität unmittelbar um den mittleren Preis beobachten. Als der erste Preisabsturz begann, wurde die Gebots-Seite des Orderbuchs durch den extremen Verkaufsdruck komplett dezimiert, so dass praktisch keine Kaufaufträge mehr vorhanden waren. Diese Liquiditätskrise löste eine Rückkopplungsschleife aus, in der die Preise fielen, da die Verkaufsaufträge des Marktes zu immer ungünstigeren Preisniveaus ausgeführt wurden. Im Zuge des Preiseinbruchs kam es an zahlreichen Börsen zu Ausfällen, da innerhalb weniger Minuten eine Rekordzahl von Trades getätigt wurde.

Market review 2020

April: Digitale Dollars dominieren

Stablecoins waren einer der prominentesten Trends des Jahres 2020, da private Tech-Unternehmen, grosse Banken und Zentralbanken ihre Stablecoin-Experimente öffentlich machten. In der Kryptowährungsbranche war das anhaltende Wachstum von Tether in aller Munde. Im Laufe des Jahres nahm sein monatliches Handelsvolumen gegenüber Bitcoin im Vergleich zum Dollar neue Grössenordnungen an, ein Trend, der erstmals im Jahr 2018 auftrat.

  1. Das Handelsvolumen ist bei Tether-Märkten im Vergleich zu USD-Märkten viel höher, und das gilt auch über eine längere Zeit.
  2. BTC/USDT-Märkte sind weit weniger konzentriert als BTC/USD-Märkte.
  3. BTC-USDT- und BTC-USD-Schlusskurse (börsenübergreifend) stimmen mit sehr geringen Tracking-Fehlern überein.
  4. Die täglichen Preisentwicklungen von BTC-USDT und BTC-USD weisen im Zeitverlauf unterschiedliche Volatilitätsregime auf.

Mai: Eine Analyse der historischen Bitcoin-Volatilität

Die Volatilität von Bitcoin ist eine seiner bekanntesten (wenn auch umstrittensten) Eigenschaften. Historische Volatilität ist ein rückwärtsgewandtes Mass, auf das relativ alte Ereignisse grosse Auswirkungen haben können. Daher ist es wichtig, die Berechnungsmethodik sorgfältig zu verstehen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Die Abbildung zeigt einen Vergleich des 20-Day Moving Average (MA), eines Exponentially Weighted Moving Average (EWMA) unter Verwendung des RiskMetrics Decay-Faktors und schliesslich eines EWMA mit einem Decay-Faktor von 0,8, um die Betonung der jüngsten Ereignisse zu erhöhen. Wir können beobachten, dass ein Exponentially Weighted Moving Average mit einem Decay-Faktor von 0,8 nachweislich auf die jüngste Marktaktivität reagiert und dabei eine relativ geringe Unschärfe beibehält.

Juni: Die Optionsmärkte heben ab

Am 13. Januar 2020 führte die CME Group Bitcoin-Optionen ein und reihte sich damit in die wachsende Zahl von Unternehmen ein, die diese Art von Derivatkontrakten anbieten. Die jüngste Entwicklung eines liquiden Futures-Marktes (sowohl Perpetual Futures als auch Futures mit festen Laufzeiten) erleichterte im letzten Jahr den Aufbau komplexerer Derivate und machte den Optionshandel in grösserem Umfang möglich. Optionskontrakte sind für die Kryptowährungsmärkte von Vorteil, da sie Händlern die Möglichkeit bieten, sich gegen das Risiko plötzlicher Preisänderungen abzusichern.

Juli: Die Whales kommen

Da mehr Institutionen in die Kryptowährungsmärkte eintreten, können wir nach ihrer Präsenz auf Kryptowährungsbörsen suchen, indem wir „Whale Trades“ analysieren.

Jede Börse hat eine einzigartige Zusammensetzung von Trades, manchmal unerwartet. OKEx hatte im Grossen und Ganzen die meisten Whale-Trades, die grösste durchschnittliche Grösse der Whale-Trades und den grössten täglichen Handel im Juni. Börsen, die niedrigere durchschnittliche Handelsgrössen hatten, wie OKEx, Binance und Huobi, hatten höhere durchschnittliche Grössen der Whale-Trades, was darauf hindeutet, dass hochvolumige, mehr „retail-orientierte“ Börsen auch eine signifikante Nutzerbasis von hochvolumigen Händlern haben.

August: Der Sommer von DeFi

Der Sommer 2020 war geprägt vom viralen Wachstum des dezentralen Finanzwesens, bei dem die „DeFi“-Token massive Renditen erzielten, als Trader das Liquiditäts-Mining aufnahmen (YearnFinance stieg um bis zu +800%). Der Spass dauerte jedoch nicht bis in den Herbst, der die DeFi-Blase dramatisch platzen sah. Obwohl die Volumina der dezentralen Börsen und die Preise der DeFi-Token seitdem zurückgegangen sind, wächst und reift der Teilsektor immer noch. Unten haben wir die DeFi-Token-Renditen seit dem 1. August grafisch dargestellt, um das monumentale Wachstum, den Absturz und den Wiederaufschwung des Sektors in den letzten Monaten zu zeigen.

September: Börsen investieren in Infrastruktur

Der Börsenwettbewerb heizt sich auf und viele Börsen investieren in ihre Infrastruktur, um anspruchsvollere Trader zu gewinnen.

Die Abbildungen zeigen die Entwicklung der maximalen Anzahl von Trades, die Bitstamp im Laufe von einer Sekunde (linkes Diagramm) und 15 Minuten (rechtes Diagramm) verarbeitet hat. Die Einführung der neuen Matching-Engine ist offensichtlich, mit einer mehr als zehnfachen Steigerung von etwa 15 Trades vor dem Upgrade auf etwa 200 Trades nach dem Upgrade.

Dezember: Allzeithoch für Bitcoin!

Wenn 2020 für irgendetwas jenseits von Covid-19 in Erinnerung bleiben wird, dann ist es auch das Jahr, in dem erste Institutionen Allokationen in Bitcoin tätigten. Die Pandemie erzeugte die perfekten Marktbedingungen für diesen monumentalen Stimmungsumschwung, von aggressiven fiskalischen Konjunkturmassnahmen in den USA über einen fallenden Dollar bis hin zu Inflationsängsten und irrationalen Aktienmärkten. Letztendlich schuf die wirtschaftliche Unsicherheit ein reifes Umfeld für Institutionen, um einen genaueren Blick auf Bitcoin zu werfen und seinen Wert als Absicherung gegen alles zu erkennen, was auf den traditionellen Finanzmärkten schief gehen könnte.

Die Adoption von Bitcoin durch Institutionen, die um den Oktober herum einsetzte, wird grösstenteils für den Beginn der aktuellen Hausse verantwortlich gemacht. Der Fluss an institutionellen Nachrichten wird immer stetiger und der Dezember brachte eine ganz neue Welle an Interesse, Produktplänen und Investitionen von grossen traditionellen Finanzakteuren, die in der obigen Grafik zusammengefasst sind.

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Redaktion cvj.ch

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