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    Goldman Sachs reicht ersten Bitcoin-ETF bei der SEC ein - ein Covered-Call-Produkt mit Prämieneinnahmen und reduzierter Upside.

    Goldman Sachs reicht ersten Bitcoin-ETF bei der SEC ein

    von Redaktion cvj.ch am 15. April 2026 Finanzprodukte

    Goldman Sachs reichte ein Form 485APOS bei der US-Börsenaufsicht SEC ein und kündigte damit den ersten eigenen Bitcoin-ETF ihrer Firmengeschichte an. Das Produkt trägt den Namen Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF und kombiniert Bitcoin-Exposure mit einer Covered-Call-Strategie zur Einkommensgenerierung.

    Bei regulärem Prüfverlauf könnte der Fonds Ende Juni 2026 starten, also 75 Tage nach Einreichung. Goldman Sachs Asset & Wealth Management verwaltet per Ende 2025 rund 3.6 Billionen USD. Damit betritt erstmals eine der grössten US-Investmentbanken mit einem eigenen Bitcoin-Produkt den ETF-Markt. Morgan Stanley hatte erst wenige Tage zuvor mit dem MSBT den Anfang gemacht. Die Gebühr hat Goldman Sachs bislang nicht offengelegt.

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    Struktur und Optionsstrategie

    Der geplante Fonds wird mindestens 80 Prozent seines Nettovermögens in Bitcoin-Exposure über Spot-Bitcoin-ETPs und Optionen auf diese ETPs halten. Bitcoin selbst besitzt das Produkt nicht, weder direkt noch über sein Cayman-Tochterunternehmen. Die Offshore-Struktur erlaubt, bis zu 25 Prozent der Vermögen über die Cayman-Tochter abzubilden. So sichert der Fonds die Steuerkonformität nach den Regeln für Regulated Investment Companies.

    Zentrales Element ist die Options-Overwrite-Strategie. Der Fonds verkauft Call-Optionen auf die Bitcoin-ETP-Bestände und kassiert dafür Prämien, die er als laufendes Einkommen an die Anleger weiterreicht. Die Manager steuern das Overwrite-Level flexibel zwischen 40 und 100 Prozent der Bitcoin-Exponierung. Bei 100 Prozent deckt die Position vollständig verkaufte Calls ab, maximiert die Prämieneinnahmen und deckelt zugleich den Kursgewinn. Bei 40 Prozent bleibt hingegen mehr Aufwärtspotenzial, die Einnahmen fallen tiefer aus.

    Die Strukturierung folgt dem Investment Company Act von 1940. BlackRocks vergleichbares Produkt, der iShares Bitcoin Premium Income ETF mit Kürzel BITP, arbeitet hingegen unter dem Securities Act von 1933. Der Unterschied betrifft Anlegerschutz, Transparenzpflichten und die erlaubten Instrumente. Goldman positioniert sich bewusst im regulatorisch strengeren 40-Act-Rahmen.

    Marktumfeld und Einordnung

    Das Filing kommt in einem schwierigen Bitcoin-Umfeld. Am Tag der Einreichung notierte Bitcoin bei rund 74'314 USD, gut 40 Prozent unter dem Allzeithoch vom Oktober 2025. Seit Jahresbeginn 2026 liegt der Kurs mit rund 15 Prozent im Minus. Belastend wirken geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein breiter Tech-Selloff. Genau dieses Umfeld spielt jedoch einer Covered-Call-Strategie in die Hände: In seitwärts laufenden oder leicht fallenden Märkten kann das Produkt Spot-ETFs outperformen, weil die Prämieneinnahmen einen Puffer liefern.

    Bei starken Rallys unterperformt die Strategie, denn die gedeckelte Upside begrenzt die Kursgewinne. Das Produkt richtet sich klar an einkommensorientierte Anleger, nicht an reine Kursspekulanten. Auffällig ist, dass Goldman den Spot-Markt komplett umgeht. Morgan Stanleys MSBT hält direkt Bitcoin über Coinbase Custody und ist mit 0.14 Prozent Verwaltungsgebühr das günstigste Spot-Produkt am US-Markt. Goldman baut sein Exposure ausschliesslich über andere ETPs und Derivate auf. Das reduziert die operative Komplexität bei der Custody, fügt aber eine zusätzliche Kostenschicht hinzu. Ob sich das für institutionelle Kunden rechnet, hängt wesentlich von der noch nicht kommunizierten Gebühr ab.

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    Vom Tulpen-Vergleich zum eigenen Produkt

    Der Schritt markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende. Noch 2020 verglich Goldman Sachs Bitcoin öffentlich mit der Tulpenmanie, bezeichnete die Kryptowährung als Kanal für illegale Aktivitäten und sprach ihr den Status einer eigenständigen Anlageklasse ab. Seither hat sich die Positionierung grundlegend gewandelt. Goldman wurde Authorized Participant bei BlackRocks IBIT und wickelt dort Schöpfungs- und Rücknahmetransaktionen ab. Anfang 2026 offenbarte die Bank in eigenen SEC-Filings erhebliche Bestände an Bitcoin- und Krypto-ETFs sowie an krypto-affinen Aktien. CEO David Solomon äusserte sich zuletzt positiv zu Tokenisierung und enthüllte eigene Krypto-Investitionen.

    Die Marktlandschaft ist bereits stark konsolidiert. BlackRocks IBIT dominiert mit rund 55 Milliarden USD verwaltetem Vermögen und kommt damit auf etwa 49 Prozent aller US-Spot-Bitcoin-ETF-Vermögen, bei einer Gebühr von 0.25 Prozent. Fidelitys FBTC folgt mit rund 18 Milliarden USD. Im ersten Quartal 2026 verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs netto 18.7 Milliarden USD Zuflüsse. Der Wettbewerb um Gebühren und Differenzierung ist intensiv.

    Genau hier setzt Goldman an. Statt ein weiteres Spot-Produkt zu lancieren, das gegen IBIT und FBTC kaum zu gewinnen wäre, bespielt die Bank die Einkommens-Nische. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas bezeichnet solche Produkte als "Bonbon für die Boomer-Generation" - gemeint ist älteres, wohlhabendes Publikum, das laufendes Einkommen und reduziertes Abwärtsrisiko höher gewichtet als volle Kurspartizipation. Das entspricht dem Profil vieler Goldman-Private-Wealth-Kunden. Bis zum frühestmöglichen Launch Ende Juni hat die Bank Zeit, Gebührenstruktur und Distribution festzulegen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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