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    BlackRock reicht Antrag für Staking-Ethereum-ETF bei der SEC ein

    BlackRock reicht Antrag für Staking-Ethereum-ETF bei der SEC ein

    von Redaktion cvj.ch am 9. Dezember 2025 Finanzprodukte

    Der weltgrösste Vermögensverwalter BlackRock hat einen Registrierungsantrag für einen neuen Ethereum-ETF mit Staking-Funktion bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das Produkt ermöglicht Anlegern, über einen börsengehandelten Fonds an der Kursentwicklung von Ethereum als auch an Staking-Erträgen zu partizipieren.

    Die Einreichung erfolgt zwei Monate, nachdem Grayscale Anfang Oktober als erster Anbieter Staking-Funktionen für seine bestehenden Ethereum-ETFs aktiviert hatte. BlackRock wählt jedoch einen anderen Weg: Statt den bestehenden iShares Ethereum Trust (ETHA) nachzurüsten, lanciert der Vermögensverwalter ein vollständig neues Produkt. ETHA verwaltet derzeit rund 11 Milliarden US-Dollar und bleibt als reines Spot-Produkt ohne Staking-Komponente bestehen.

    Der neue iShares Staked Ethereum Trust plant gemäss S-1-Registrierungsdokument, unter normalen Marktbedingungen zwischen 70 und 90 Prozent seiner Ethereum-Bestände zu staken. Die Coinbase Custody Trust Company fungiert als primärer Verwahrer, während Anchorage Digital als Alternative für Risikodiversifikation und operative Sicherheit aufgeführt wird.

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    Regulatorischer Richtungswechsel unter SEC-Chairman Atkins

    Die Einreichung markiert einen Wendepunkt in der US-Regulierungspolitik. Unter Gary Gensler, der im Januar 2025 ausschied, hatte die SEC Emittenten noch angewiesen, Staking-Komponenten aus ihren Anträgen zu entfernen. Die Behörde argumentierte, dass Staking-Dienste auf Plattformen wie Kraken und Coinbase nicht registrierte Wertpapierangebote darstellen würden.

    Mit dem Amtsantritt von Paul Atkins als neuem SEC-Chairman im April 2025 änderte sich die Haltung der Behörde. Im Mai 2025 veröffentlichte die Division of Corporation Finance eine Stellungnahme mit dem Titel "Certain Protocol Staking Activities", die klarstellte, dass Protokoll-Staking-Aktivitäten nicht als Wertpapierangebote gemäss Bundesrecht qualifizieren. Diese Aussage – obwohl keine formelle SEC-Richtlinie – schuf rechtliche Klarheit für institutionelle Anbieter.

    In der Folge reichten mehrere Emittenten Anträge ein oder modifizierten bestehende Produkte. VanEck legte Anfang August 2025 einen Änderungsantrag für seinen VanEck Ethereum ETF vor, der Staking unter der Regel 14.11(e)(4) für Commodity-Based Trust Shares ermöglichen würde. Eine Entscheidung der SEC steht aus.

    Ertragsausschüttung statt Thesaurierung

    Der BlackRock Trust wird laut Registrierungsdokument kein eigenes Staking-Programm betreiben. Stattdessen werden die Validierungsrechte über den Verwahrer an externe Staking-Provider delegiert. Diese Struktur ist Standard bei institutionellen Staking-Lösungen und ermöglicht professionelle Validator-Infrastruktur ohne operatives Risiko für den ETF-Sponsor. Ethereum-Staking generiert derzeit Jahresrenditen zwischen 3 und 5 Prozent. Die durchschnittliche Rendite lag 2025 bei rund 3.5 bis 4.2 Prozent – abhängig von Netzwerkaktivität und der Zahl aktiver Validatoren. Im 180-Tage-Zeitraum bis Ende September 2025 betrug die durchschnittliche Staking-Rendite gemäss CoinDesk Composite Ether Staking Rate (CESR) 2.98 Prozent.

    BlackRock plant, Staking-Erträge mindestens quartalsweise an die Anteilseigner auszuschütten. Diese Struktur unterscheidet sich von Grayscales Ansatz: Während der Grayscale Ethereum Trust (ETHE) Ausschüttungen für Cashflow-orientierte Anleger vorsieht, reinvestiert der Grayscale Ethereum Mini Trust (ETH) Staking-Erträge automatisch in den Nettoinventarwert, um einen Zinseszinseffekt zu ermöglichen. Die Wahl zwischen beiden Modellen hat steuerliche und strategische Implikationen. Ausschüttende ETFs generieren steuerpflichtige Erträge, thesaurierende Produkte bieten Steuerstundungseffekte. Für institutionelle Anleger mit Ertragsmandaten sind regelmässige Ausschüttungen oft attraktiver.

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    BlackRock dominiert den Markt für Krypto-ETFs

    Mit ETHB würde BlackRock seinen vierten Krypto-ETF und sein zweites Ethereum-Produkt lancieren. Der bestehende ETHA verwaltet mit 11 Milliarden US-Dollar etwa 3.6 Millionen ETH und dominiert den US-Markt für Spot-Ethereum-ETFs mit einem Marktanteil von über 60 Prozent. Zum Vergleich: Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) verwaltet rund 70 Milliarden US-Dollar und hält damit 58 Prozent aller Bitcoin-ETF-Bestände in den USA.

    Der Gesamtmarkt für Spot-Ethereum-ETFs umfasst derzeit neun Produkte mit einem kombinierten Vermögen von rund 18 Milliarden US-Dollar. Nach ETHA folgen der Grayscale Ethereum Trust (ETHE) mit 3.5 Milliarden US-Dollar, der Fidelity Ethereum Fund (FETH) mit 1.34 Milliarden US-Dollar, der Grayscale Ethereum Mini Trust (ETH) mit 1.2 Milliarden US-Dollar sowie kleinere Produkte von Bitwise (373 Millionen US-Dollar) und VanEck (174 Millionen US-Dollar).

    BlackRocks Entscheidung für ein separates Staking-Produkt statt einer Modifikation von ETHA zeigt regulatorische Vorsicht. Ein neues Produkt vermeidet rechtliche Komplikationen mit bestehenden Anteilseignern und schafft eine klare Differenzierung zwischen Yield-orientierten und reinen Exposure-Produkten. Grayscale hatte Anfang Oktober 2025 als erster Anbieter Staking für ETHE und ETH aktiviert, die zusammen rund 4 Milliarden US-Dollar verwalten. Die Firma nutzt institutionelle Verwahrer wie Coinbase und ein "diversifiziertes Netzwerk von Validator-Providern". Dieser First-Mover-Vorteil könnte sich in Zuflüssen niederschlagen, sofern Anleger nicht auf BlackRocks Markteintritt warten.

    Institutionelle Anleger mögen passive Erträge

    Die institutionelle Nachfrage nach Staking-ETFs wird durch regulatorische Klarheit und strukturelle Vorteile getrieben. Ethereum-Staking erfordert technisches Know-how, Validator-Infrastruktur und kontinuierliche Wartung – Barrieren, die institutionelle Anleger durch ETF-Strukturen umgehen können. Coinbase Custody, als Verwahrer für BlackRocks ETHB, betreibt die grösste institutionelle Staking-Infrastruktur mit perfekter Slashing-Historie und 99 Prozent Uptime-Garantie. Die Approval-Wahrscheinlichkeit für ETHB gilt als hoch. Grayscale hat bereits eine regulatorische Präzedenz geschaffen, und die SEC nimmt unter Atkins eine konstruktivere Haltung gegenüber Krypto-Produkten ein. Ein Zeitrahmen für die Genehmigung bleibt unklar – die S-1-Einreichung initiiert einen mehrstufigen Prüfprozess ohne garantierte Zulassung.

    BlackRocks Track Record bei Krypto-ETFs ist aussergewöhnlich: IBIT und ETHA generierten in weniger als zwei Jahren über 260 Millionen US-Dollar an Jahresgebühren, wobei IBIT 218 Millionen US-Dollar und ETHA 42 Millionen US-Dollar beisteuerten. Beide Produkte erheben identische Verwaltungsgebühren von 0.25 Prozent jährlich. Für ETHB sind noch keine Gebührenstrukturen bekannt, diese werden typischerweise im finalen Prospekt festgelegt.

    Die Lancierung von Staking-ETFs könnte Ethereum-Produkte gegenüber Bitcoin-ETFs attraktiver machen, da sie zusätzliche Ertragsströme bieten. Analysten schätzen, dass Staking-Funktionen die Zuflüsse um 15 bis 30 Prozent steigern könnten – insbesondere bei institutionellen Anlegern mit Yield-Mandaten. Die tatsächliche Auswirkung hängt von Genehmigungsgeschwindigkeit und Marktdynamik ab. Mit 72 Krypto-ETF-Anträgen, die derzeit bei der SEC zur Prüfung vorliegen, signalisiert die neue Führung unter Atkins eine pragmatischere Regulierungsphilosophie. Ob diese Haltung zu einer Genehmigungswelle führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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