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    Deposit Token

    Deposit Token

    von Redaktion cvj.ch am 1. Dezember 2025 Glossar

    Deposit Token sind digitale Repräsentationen realer Bankeinlagen, die durch regulierte Finanzinstitute ausgegeben werden. Sie zielen darauf ab, Zahlungen, Abwicklung und Liquidität effizienter zu gestalten, ohne dabei die Bindung an das etablierte Bankensystem zu verlieren.

    Ein Deposit Token steht 1:1 für einen Einlagenbetrag, der bei einer Bank gehalten wird. Der Token ist keine algorithmische Konstruktion und kein eigenständiger Vermögenswert; er wird vollständig durch reale Kontoguthaben gedeckt und unterliegt den bankaufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen.

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    Funktionsprinzip und rechtliche Grundlage

    Bei der Ausgabe eines Deposit Token wird ein Einlagenbetrag auf einem Konto einer regulierten Bank reserviert oder gesperrt. Parallel entsteht ein Token auf einer Blockchain, der exakt diesen Betrag repräsentiert. Wird der Token übertragen oder zurückgegeben, erfolgt eine entsprechende Anpassung der Einlage. Dieses Modell unterscheidet sich fundamental von klassischen Stablecoins, die in der Regel über Zweckgesellschaften oder Treuhandstrukturen abgewickelt werden und oft zusätzliche Emittentenrisiken beinhalten. Deposit Token bleiben Teil der Bankbilanz und fallen damit unter etablierte Regime wie Reservepflichten, Liquiditätsstandards (LCR) oder Einlagensicherungssysteme.

    Deposit Token werden primär für institutionelle Transaktionen, Treasury-Management und On-Chain-Abwicklung entwickelt. Beispiele sind Interbankenzahlungen, tokenisierte Wertpapierabwicklung oder die Verknüpfung von DeFi-ähnlichen Mechanismen mit kontrollierten Liquiditätskreisen. Durch programmierbare Settlement-Regeln lassen sich Zahlungen in Echtzeit, intraday oder mit Konditionen wie „Delivery-versus-Payment“ automatisieren. Der Mehrwert entsteht aus der Kombination von regulatorischer Klarheit und technologischer Effizienz.

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    Abgrenzung zu Stablecoins und CBDCs

    • Stablecoins (z.B. USDT, USDC) werden meist von privaten Unternehmen emittiert und sind vertragsrechtlich gedeckt. Ihr Risiko hängt von Management, Reserve-Transparenz und Verwahrstruktur ab.
    • CBDCs (Central Bank Digital Currencies) sind digitales Zentralbankgeld und werden vom Staat ausgegeben. Sie bilden die monetäre Basis.
    • Deposit Token basieren auf Commercial Bank Money, bleiben also Teil des Bankensystems und tragen das Kreditrisiko des emittierenden Instituts.

    Diese Dreiteilung ist entscheidend: Deposit Token digitalisieren Bankgeld, nicht Zentralbankgeld oder privat emittierte Token. Der grösste Vorteil liegt in der Integration bestehender Finanzinfrastruktur. Banken können Tokenisierung implementieren, ohne regulatorische Neulandkonstruktionen zu schaffen. Gleichzeitig bieten Deposit Token Compliance-, KYC- und Audit-Funktionen, die institutionelle Märkte verlangen. Herausfordernd ist die Skalierung: Für echte Netzwerkeffekte benötigen Banken interoperable Standards und gemeinsame Settlement-Frameworks. Fehlende Standardisierung könnte isolierte Liquiditätspools erzeugen und den Nutzen begrenzen.

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