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    Sie sind hier:Home » Fokus » Hintergrund » Der 4-jährige Bitcoin-Zyklus bleibt intakt

    Der 4-jährige Bitcoin-Zyklus bleibt intakt

    von Redaktion cvj.ch am 29. Juni 2026 Hintergrund

    Mit dem neuen 21shares Halbjahresbericht zieht der Zürcher Krypto-ETP-Anbieter Halbzeitbilanz über zehn eigene Jahresprognosen. Trotz eines Kursrückgangs von rund 50 Prozent vom Allzeithoch bewertet das Unternehmen den Bitcoin-Zyklus darin als intakt.

    21shares zählt weltweit zu den grössten Anbietern von Krypto-ETPs, also börsengehandelten Produkten für ein reguliertes Engagement in digitalen Vermögenswerten. Das 2018 gegründete Unternehmen sitzt in Zürich und ist eine Tochtergesellschaft des US-Brokers FalconX. Unter dem Titel „State of Crypto" erscheint der Report halbjährlich und gilt als Branchenreferenz. Darin misst der Anbieter zehn eigene Jahresprognosen an aktuellen On-Chain- und Marktdaten. Die siebzehnte Ausgabe erschien schliesslich am 24. Juni 2026 als Halbzeitbilanz für das laufende Jahr. Zum Auswertungszeitpunkt notiert Bitcoin bei rund 60'000 USD, etwa 32 Prozent unter dem Jahresanfang. Zuvor hatte das Allzeithoch im Oktober 2025 bei 126'000 USD gelegen. Vergleichsweise härter traf es Ether, das mit rund 1'580 USD 47 Prozent unter dem Jahresanfang notiert.

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    Bitcoin hält sich über dem Einstandspreis der Anleger

    Der zentrale Befund des Reports betrifft die Tiefe der laufenden Korrektur. Die Korrektur folgt dabei eng den historischen Post-Halving-Rhythmen. Mit rund 50 Prozent fällt der Rückgang vom Höchststand zwar deutlich aus. Er bleibt jedoch klar hinter den 80 bis 90 Prozent der Bärenmärkte 2018 und 2022 zurück. Diese mildere Entwicklung führt das Unternehmen auf die gestiegene institutionelle Beteiligung zurück. Ein wachsender Teil der Bestände liegt in ETF-Verwahrung, Panikverkäufe blieben daher aus.

    Der Bitcoin-4-Jahreszyklus ist laut 21shares intakt / Quellen: Glassnode, 21shares

    Dieses Muster zeigt sich an den ETF-Beständen. Zwar verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs seit Jahresbeginn netto rund 3 Mrd. USD an Abflüssen. Dennoch halten die Produkte weiterhin 1.25 Mio. BTC, innerhalb von 8 Prozent ihres Allzeithochs. Die zugrunde liegenden Coins bleiben somit weitgehend im Markt, während sich die Bewegungen im Preis abspielen. Ebenso zogen jüngere Produkte Kapital an. Der Hyperliquid-Spot-ETF verzeichnete im ersten Monat nach dem Start über 150 Mio. USD an Nettozuflüssen.

    „Während das gesamte globale Krypto-ETP-AuM bei 140 Mrd. USD liegt, 15 Prozent unter dem Jahresanfang und bedingt durch Preisrückgänge, belaufen sich die zugrunde liegenden BTC-Bestände auf 1.25 Millionen Coins. Anleger halten durch die Volatilität hindurch oder bauen still strategische Positionen auf." - Adrian Fritz, Chief Investment Strategist, 21shares

    Ebenfalls stützen die On-Chain-Signale diese Lesart. Der aggregierte Einstandspreis der Anleger liegt bei 54'000 USD, ein Niveau, das Bitcoin im Abschwung bislang nicht unterschritten hat. Oberhalb davon markiert der Anbieter ein Gamma-Flip-Level von 68'000 bis 70'000 USD. Unterhalb dieser Schwelle verstärken Absicherungsgeschäfte der Market-Maker negative Kursbewegungen. Die SOPR-Ratio fiel zuletzt zudem auf rund 0.7, was kurzfristige Halter als Hauptquelle des Verkaufsdrucks ausweist. Für das Jahresende veranschlagt 21shares nunmehr einen Bitcoin-Kurs von 100'000 USD, herabgesetzt von der ursprünglichen Prognose eines neuen Allzeithochs. Das Fazit zum Zyklus fällt dennoch zuversichtlich aus: Er entwickle sich, sei aber nicht gebrochen.

    Prediction Markets wachsen zehnmal schneller als erwartet

    Prediction Markets lassen Nutzer mit Kapital auf den Ausgang realer Ereignisse setzen, von Wahlen bis zu Sportresultaten. Diese Wetten bündeln sie zu handelbaren Kursen. In diesem Segment fiel die Halbzeitbilanz am deutlichsten zugunsten der Prognose aus. Bis Ende Mai 2026 summierte sich das Handelsvolumen auf 57.5 Mrd. USD. Das entspricht dem Zehnfachen des gleichen Vorjahreszeitraums. Folglich erreichte der Markt schon nach fünf Monaten 57.5 Prozent des ursprünglichen Jahresziels von 100 Mrd. USD. Insgesamt übertrifft dieses Volumen bereits das Gesamtvolumen einzelner Segmente etablierter Börsen.

    Angesichts dieser Dynamik hebt 21shares sein Jahresendziel auf 200 Mrd. USD an. Für die zweite Jahreshälfte verweist das Unternehmen zudem auf zwei Grossereignisse als Katalysatoren. Dazu zählen die laufende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft und die US-Zwischenwahlen im November 2026. Beide gelten dem Report als zusätzliche Treiber des Wettinteresses.

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    DeFi-Sicherheitsverluste bremsen das TVL-Wachstum

    Deutlich schlechter als erwartet entwickelte sich der Bereich DeFi, also dezentrale Finanzanwendungen ohne Mittelsmann. Solche Protokolle wickeln Kredite, Handel und Renditeprodukte über Smart Contracts ab. Das in solchen Protokollen gebundene Kapital, gemessen am Total Value Locked, liegt aktuell bei rund 140 Mrd. USD. Die Dezember-Prognose hatte hingegen 300 Mrd. USD vorgesehen. Diese Lücke führt der Anbieter nicht primär auf die schwache Kursentwicklung zurück, sondern auf ein strukturelles Sicherheitsproblem.

    Total Value Locked (TVL) in DeFi-Protokollen / Quellen: DeFi Llama, 21shares

    Die Sicherheitsverluste summieren sich 2026 bislang auf über 840 Mio. USD, verteilt auf mehr als 50 Exploits. Folglich zählt das laufende Jahr für 21shares zu den schlechtesten je für die DeFi-Sicherheit. Der Exploit der Plattform KelpDAO löste einen Kapitalabzug im Milliardenbereich aus. Er zeigt, wie einzelne Vorfälle Kettenreaktionen nach sich ziehen. Für die institutionelle Adoption wiegt dieser Vertrauensschaden schwer, da Sicherheitsgarantien eine Grundvoraussetzung für regulierte Kapitalzuflüsse bilden.

    Stablecoins markieren ein neues Allzeithoch

    Ein gegenläufiges Bild zum Preischart zeichnen hingegen die Stablecoins. Ihr Gesamtangebot erreichte mit rund 314 Mrd. USD ein Allzeithoch. In den Bärenmärkten 2018 und 2022 war es zuvor noch um über 30 Prozent geschrumpft. 21shares wertet dies als stärkstes Einzelsignal für strukturelle Adoption. Das Wachstum führt der Anbieter auf die regulatorische Klarheit zurück. Treiber sind der GENIUS Act in den USA und die MiCA-Verordnung in der EU. Ausserdem projiziert das Unternehmen für das Jahresende ein Angebot von 400 bis 600 Mrd. USD.

    Stablecoin-Volumen wächst weiter / Quellen: DeFi Llama, 21shares

    Ähnlich strukturell verläuft die Tokenisierung realer Vermögenswerte, allerdings mit klarer Trennung zweier Kategorien. Auf öffentlichen Blockchains liegen über 31 Mrd. USD an tokenisierten Werten, davon 15 Mrd. USD in US-Staatsanleihen. Gleichzeitig kommen auf permissioned Netzwerken wie Canton rund 350 Mrd. USD hinzu. Weiterhin will die US-Wertpapierverwahrstelle DTCC ab Juli 2026 mit der Integration tokenisierter Treasuries beginnen. Das ursprüngliche Jahresziel von 500 Mrd. USD auf öffentlichen Ketten hält der Anbieter allerdings nicht mehr für erreichbar.

    Bestätigt sieht sich das Unternehmen schliesslich bei der Konsolidierung der Layer-2-Netzwerke. Auf Base, Arbitrum und Optimism entfallen mittlerweile gemeinsam 83 Prozent des gesamten L2-DeFi-TVL. Bereits im Februar 2026 hatte Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin erklärt, die rollup-zentrische Roadmap ergebe keinen Sinn mehr. Die Dezember-Prognose sah die meisten unzureichend differenzierten L2s scheitern. Sie gilt somit als eingetroffen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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