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    Dezentrale Börsen Uniswap gerät unter Druck von Regulatoren
    Source: https://www.flickr.com/photos/39008537@N02/9264199586

    Dezentrale Börse Uniswap unter regulatorischem Druck

    von Redaktion cvj.ch am 27. Juli 2021 Legal/Compliance

    Das Entwicklerteam hinter der grössten dezentralen Börse, Uniswap, schränkt den Zugang zu über 100 Token ein und will sich damit auf eine entwickelnde regulatorische Landschaft einstellen. Betroffen sind primär tokenisierte Aktien und Derivate, die Wertpapiere verkörpern.

    In einem Blog-Post wurde der kontroverse Schritt verkündet und im gleichen Zug die betroffenen Token aus der offiziellen Benutzerschnittstelle entfernt. Die vollständige Liste enthält mehrheitlich Finanzprodukte (Put/Call) und Derivate aus dem Synthetix Protokoll, sowie synthetische Aktien in Form von Blockchain-Token. Die Token sind weiterhin auf Uniswap erhältlich, jedoch muss mit der Schnittstelle einer Drittpartei oder direkt mit dem Smart Contract interagiert werden.

    Uniswap - das Protokoll

    Die Reaktion aus der Krypto-Community sah die angebliche Dezentralisierung von Uniswap in Frage gestellt. Das Protokoll wird von den UNI-Token-Inhabern verwaltet und aktualisiert, wobei drei verschiedene Komponenten verwendet werden: der UNI-Token und das Governance-Modul. Zusammen ermöglichen diese Funktionen der Community, Änderungen am Uniswap-Protokoll vorzuschlagen, abzustimmen und umzusetzen.

    Der Zugang zum Protokoll wird von verschiedenen Plattformen oder von den Benutzern selbst bereitgestellt. Die Betreiber bestimmen dabei von sich aus, welche Paare aufgeführt und gehandelt werden. Im Gegensatz zum dezentralen Computercode in Form eines Smart Contracts bietet der zentralisierte Anbieter hinter der offiziellen Schnittstelle jedoch regulatorische Angriffsfläche. Denn obwohl das Protokoll schwer zu regulieren ist, unterliegt das Entwicklerteam den Forderungen der zuständigen Behörden.

    Uniswap Labs - das Software-Entwicklungsstudio

    Das Entwickler-Studio hinter der dezentralen Börse will auch in Zukunft Produkte entwickeln und zum dezentralen Uniswap-Protokoll beitragen. Dies in einer Weise, die mit den Werten der gesamten DeFi-Branche übereinstimmt - nämlich Benutzer auf der ganzen Welt eine sichere, transparente und robuste Finanzinfrastruktur bereitzustellen. Trotzdem muss sich das Unternehmen an die regulatorischen Anforderungen der Vereinigten Staaten halten.

    "Um weiterhin innovativ zu sein und dieses Tool für die Uniswap-Community bereitzustellen, beobachten wir die sich entwickelnde regulatorische Landschaft. Heute haben wir im Einklang mit Massnahmen anderer DeFi-Schnittstellen die Entscheidung getroffen, den Zugang zu bestimmten Token über app.uniswap.org zu beschränken." - Uniswap Labs, Ankündigung des Entscheids

    Einer dieser Beiträge ist das Portal app.uniswap.org - eine Open-Source-Schnittstelle für eine zuverlässige, vertrauenswürdige Interaktion mit dem Uniswap-Protokoll. Die betroffenen Token hatten ohnehin ein geringes Volumen, schrieb das Unternehmen in der Ankündigung und betonte die Dezentralität des Protokolls selbst. Dieser Schritt hätte auch keine Auswirkungen auf den Code der Open-Source-Schnittstelle, die von Nutzern weiterhin kopiert und angepasst werden könne.

    Regulierung von Options- und Derivat-Token

    Der regulatorische Druck auf den Krypto-Sektor nimmt in verschiedenen Bereichen zu. Insbesondere Aktien-Token und synthetische Finanzprodukte wie Derivate und Optionen sind in das Blickfeld der Regulatoren geraten. So hat sich Securities and Exchange Commission (SEC) Chairman Gary Gensler vor einer Woche für eine klare Regulierung dieser Dienstleistungen ausgesprochen.

    "Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Aktien-Token, einen durch Wertpapiere gedeckten Stablecoin oder ein anderes virtuelles Produkt handelt, das ein synthetisches Exposure in zugrunde liegende Wertpapiere bietet. Diese Plattformen - ob im dezentralisierten oder zentralisierten Finanzbereich - sind von den Wertpapiergesetzen betroffen und müssen innerhalb unseres Wertpapierregimes arbeiten." - Gary Gensler, SEC Chairman

    Auch Dan Berkowitz, Kommissar der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), hat in einer Grundsatzrede im letzten Monat seine Vorbehalte gegenüber dem aufkommenden Sektor geäussert. Berkowitz nannte ihn einen "wachsenden Bereich der Besorgnis" und stellte sogar die Legalität dezentraler Finanzprodukte (DeFi) in Frage. Ob Uniswap Labs direkt von Regulatoren kontaktiert wurde ist unklar, ihre negative Einstellung gegenüber diesen Dienstleistungen hat jedoch sicherlich zur Entscheidung des Entwicklerteams beigetragen.

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    Redaktion cvj.ch
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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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