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    BIZ erwägt Krypto-Risiken und potenzielle Regulierung

    BIZ erwägt Krypto-Risiken und potenzielle Regulierungsmassnahmen

    von Redaktion cvj.ch am 13. Januar 2023 Legal/Compliance

    Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat ein Dokument zu den jüngsten Turbulenzen auf den Krypto-Märkten und den potenziellen Risiken für das Finanzsystem veröffentlicht. Wichtig sei die Förderung solider Innovationen durch Regulierung und programmierbare digitale Zentralbankwährungen (CBDCs).

    Der Bericht der "Zentralbank der Zentralbanken" erörtert verschiedene politische Optionen zur Bewältigung dieser Risiken, darunter das Verbot bestimmter Krypto-Aktivitäten, die Isolierung von Kryptowährungen vom traditionellen Finanzwesen (TradFi) und der Realwirtschaft sowie die Regulierung des Sektors in ähnlicher Weise wie traditionelle Anlagen. Die BIZ schlägt ausserdem einen alternativen CBDC-Ansatz vor, der solide Innovationen in der traditionellen Finanzwelt fördert, um das bestehende Geldsystem zu verbessern und die potenziellen Vorteile der Krypto-Technologie zu nutzen.

    Letztendlich kommt der Bericht zum Schluss, dass der Krypto-Markt noch keine signifikante Bedrohung für die Finanzstabilität darstellt. Dennoch sei es wichtig, dass Behörden diese politischen Optionen in Betracht ziehen und proaktive Massnahmen zum Schutz von Verbrauchern und Investoren, zur Wahrung der Marktintegrität und zur Sicherung der Finanzstabilität ergreifen.

    Krypto-Pleiten entfachen Debatte erneut

    Die jüngsten Pleiten von FTX und anderen Krypto-Unternehmen haben die Debatte über die angemessene politische Reaktion auf die Risiken der Krypto-Branche neu entfacht. Das Krypto-Ökosystem und die "Schattenbankensysteme", die durch zentralisierte Krypto-Firmen (CeFi) und dezentralisierte Finanzprotokolle (DeFi) betrieben werden, weisen laut der BIZ viele der Schwachstellen auf, die aus dem traditionellen Finanzwesen (TradFi) bekannt sind.

    Veranschaulichungen der aktuellen Krypto-Krise / Quelle: BIZ Bericht

    Mehrere Faktoren verschärfen jedoch die Standardrisiken. Diese beziehen sich auf eine hohe Hebelwirkung, Liquiditäts- und Laufzeitinkongruenzen und erhebliche Informationsasymmetrien. Politische Massnahmen sollen angesichts der grenzenlosen Natur von Kryptowährungen prüfen, wie diesen Risikoquellen angemessen begegnet werden kann.

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    BIZ erwägt vollständiges Krypto-Verbot

    Die extremste Variante für die BIZ ist ein generelles Verbot von Krypto-Aktivitäten. Die Vor- und Nachteile dieser Option liessen sich auf einem abstrakten Level leicht abschätzen. Was die Vorteile betrifft, so würde - sofern ein Verbot wirksam ist - jeglicher potenzieller Schaden für das Finanzsystem beseitigt, und die Anleger würden keine Verluste aufgrund des Fehlverhaltens von Krypto-Anbietern erleiden. Der grösste Nachteil bestünde darin, dass alle nützlichen Innovationen im Krypto-Bereich verloren gehen oder sich verzögern würden. Die Umsetzung dieser Option wäre mit dem Problem der Durchsetzung verbunden. Bei dezentralen Krypto-Aktivitäten (DeFi) ist die Durchsetzung aufgrund ihres grenzenlosen Charakters ohnehin schwierig. Also auch für die BIZ keine ideale Lösung.

    Die zweite Option würde die Isolierung und Eingrenzung von Krypto-Aktivitäten bedeuten, so dass diese eher ein Nischendasein führen. Dies könnte in erster Linie durch die Begrenzung des Geldflusses in die und aus der Krypto-Branche und durch die Begrenzung anderer Verbindungen zur traditionellen Finanzwelt geschehen. Gleichzeitig würde die Eindämmung darauf abzielen, jegliche Verknüpfung mit der Realwirtschaft zu unterbinden (z.B. als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen oder als Reaktion auf die Tokenisierung von realen Vermögenswerten). Es gäbe mehrere mögliche Begründungen für diesen Ansatz. Wie bei Verboten sei es eine vernünftige Reaktion, wenn Kryptowährungen als keine Lösung für ein praktisches Problem in der realen Welt angesehen werden. Es wäre laut der BIZ auch sinnvoll, wenn angenommen wird, dass Krypto-Aktivitäten mit einer Einschränkung verschwinden würden.

    Hybride Regulierung als sinnvollster Ansatz?

    Die dritte Option besteht in der Regulierung des Sektors in ähnlicher Weise wie das traditionelle Finanzwesen (TradFi). Durch die Ermittlung der wichtigsten wirtschaftlichen Funktionen von Krypto-Aktivitäten und die Bewertung, wie sich die Regulierung auf diese auswirken könnte, könnten die Behörden gewohnte Grundsätze und Instrumente auf die Krypto-Märkte anwenden. Dieser Ansatz würde die Kohärenz bei der Regulierung von Finanzaktivitäten sicherstellen, die politischen Ziele fördern, die im Mittelpunkt der bestehenden Regulierungsrahmen stehen, und den verantwortlichen Akteuren die Möglichkeit geben, im Rahmen der regulatorischen Einhaltung und Beaufsichtigung zu innovieren.

    Die drei Optionen zur Eindämmung der Krypto-Risiken / Quelle: BIZ Bericht

    Die grösste Herausforderung dieses Ansatzes ist laut der BIZ die Durchsetzung, da die Identifizierung von Krypto-Unternehmen schwierig sein kann und ihre Geschäfte sich weniger gut an die üblichen Regulierungs- und Aufsichtsinstrumente anpassen lassen. Ausserdem könne es schwierig sein, Krypto-Aktivitäten und -Einrichtungen ihren traditionellen Gegenstücken zuzuordnen und die entsprechenden Rechtsgrundlagen zu schaffen. Letztendlich könnten die Behörden je nach den spezifischen Merkmalen der Krypto-Welt und der relativen Wirksamkeit der einzelnen Massnahmen spezifische Verbote, Eindämmung und Regulierung kombinieren, um die von der BIZ identifizierten Risiken der Branche anzugehen.

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    CBDCs: eine eigene Alternative

    Auch die Zentralbanken spielen eine Rolle bei der Bewältigung dieser Risiken, indem sie solide Innovationen im traditionellen Finanzbereich fördern. Die BIZ schlägt vor, eine Alternative zu entwickeln. Diese könnten zu einem effizienteren Währungssystem beitragen. Die Zentralbanken sind dazu in einer einzigartigen Position, da sie im Zentrum des Geld- und Finanzsystems stehen. Ihre Aufgabe ist es, das Vertrauen zu schaffen, das dieses System untermauert. Ein wichtiger Bestandteil einer solchen Strategie könnte die Verbesserung der Qualität und die Senkung der Kosten von Zahlungen sein. Eine Möglichkeit sei die Einführung schneller Massenzahlungssysteme, wie das Unified Payment Interface (UPI) in Indien, Pix in Brasilien, das kommende FedNow-System in den Vereinigten Staaten oder Initiativen wie der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA).

    Eine weitere Option sei die Ausgabe von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs), die realen Bedürfnissen entsprechen. Wenn CBDCs richtig konzipiert und umgesetzt werden, könnten solche Initiativen solide Innovationen des Privatsektors unterstützen. Sie würden laut der BIZ dazu beitragen, die Kosten des Zahlungsverkehrs zu senken, die finanzielle Inklusion zu verbessern, die Integrität des Systems zu stärken und die Kontrolle der Nutzer über Daten und Privatsphäre zu fördern. Die in bestimmten Bereichen der Krypto-Branche vorhandene Innovation könne genutzt werden, um die Art und Weise der Erbringung von Dienstleistungen im traditionellen Finanzwesen zu verbessern. Dabei könnten diese CBDC-Initiativen neue technische Möglichkeiten, insbesondere Programmierbarkeit, Zusammensetzbarkeit und Tokenisierung, unterstützen und so die Effizienz der traditionellen Systeme steigern.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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