Paypal – Ein bedeutender Schritt für eine breitere Krypto-Adaption

Bitcoin dringt in traditionelle Finanzbereiche vor und wird als Anlageobjekt immer öfter wahrgenommen. Als digitales Zahlungsmittel ist die Kryptowährung zwar vereinzelt einsetzbar, es fehlt aber an Anwendungen für die breite Masse. Diesem Manko wirkt nun Paypal entgegen.

Es wurde bereits darüber gemunkelt, seit gestern ist es offiziell: PayPal wird seinen US-Kunden in Kürze die Möglichkeit bieten, verschiedene Kryptowährungen zu kaufen, zu halten, zu verkaufen und zu nutzen. Neben Bitcoin werden Ethereum, Bitcoin Cash und Litecoin unterstützt. Eine Expansion in weitere Länder ist im ersten Halbjahr 2021 geplant. Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien, hat 346 Millionen aktive Kontobeziehungen auf der ganzen Welt und wickelte im zweiten Quartal Zahlungen in Höhe von 222 Milliarden US-Dollar ab. An der Paypal-Plattform sind über 300 Millionen Verbraucher und Händler in mehr als 200 globalen Märkten angeschlossen.

Erhöhung der Nutzbarkeit von Kryptowährungen im digitalen Handel

Ab Anfang 2021 können Kunden ihre Kryptowährungsbestände nutzen, um bei den 26 Millionen Händlern von PayPal auf der ganzen Welt zu bezahlen. Die Verbraucher werden in der Lage sein, ihr  Kryptowährungsguthaben in Fiat-Währung umzutauschen und damit Paypal-Händler zu bezahlen. Für letztere fallen keine zusätzlichen Integrationen oder Gebühren an, da alle Transaktionen mit Fiat-Währung zu aktuellen Paypal-Kursen abgewickelt werden. Dabei wird beim Kauf oder Verkauf und Halten von Kryptowährungen bis zum 31. Dezember 2020 auf Servicegebühren verzichtet.

Als Teil dieses Angebots stellt PayPal den Kontoinhabern Schulungsinhalte zur Verfügung, die ihnen helfen sollen, das Ökosystem der Kryptowährung, die mit Investitionen in Kryptowährung verbundenen Risiken und Chancen sowie Informationen über die Blockchain-Technologie zu verstehen.

Breitere Anerkennung von Kryptowährungen

Die Akzeptanz von Kryptowährungen durch PayPal ist ein grosser Wurf und wird eine breite Adaption wesentlich vorantreiben. Das regulatorische Umfeld in den USA bezüglich des Angebots an Handel und Dienstleistungen mit digitalen Werten ist nicht einheitlich geregelt. Der Paypal Dienst wird in den USA durch eine Partnerschaft mit Paxos Trust Company ermöglicht, einem regulierten Anbieter von Kryptowährungsprodukten und -dienstleistungen. PayPal hat zudem vom New York State Department of Financial Services (NYDFS) eine erste bedingte „Bitlicense„erhalten.

Neben regulatorischer Hürden wurde die allgemeine Einführung von Kryptowährungen traditionell durch ihren begrenzten Nutzen als Tauschmittel aufgrund der Volatilität, der Kosten und der Schnelligkeit der Transaktionen behindert. Obwohl das Wachstum beispielsweise innerhalb des Bitcoin Netzwerkes beachtlich ist, fehlen Brücken zwischen der dezentralen und der traditionellen Finanzwelt für ein breiteres Anwendungsfeld.

Anzahl Wallets und durchschnittliche Transaktionsgrösse des Bitcoin Netzwerks / Quelle: Glassnode.com

Dieses Vakuum kann Paypal zukünftig überbrücken. Andere Finanzdienstleister und Banken dürften folgen.

Verwahrung von Kryptowährungen durch Banken

Bereits im Juli überraschte die US-amerikanische Aufsichtsbehörde, Office of Comptroller of the Currency (OCC), mit einer landesweiten Zulassung für US ansässige Banken, Verwahrungsdienste für Krypto-Währungen anzubieten. Zuvor war die Verwahrung von Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten nur spezialisierten Unternehmen mit besonderen Bewilligungen vorbehalten. Diese benötigten jedoch in der Regel eine bundesstaatliche Lizenz, um diese Dienstleistungen anbieten zu können. Nun kann der US-Bankensektor in diesen Bereich vordringen.

Die Begründung für den Schritt des OCC wird im öffentlichen Brief damit erklärt, dass mit der zunehmenden Technologisierung der Finanzmärkte wahrscheinlich ein grösserer Bedarf für Banken und andere Dienstleistungsanbieter entstehen wird, neue Technologien und innovative Wege zur Bereitstellung traditioneller Dienstleistungen im Namen der Kunden zu nutzen.

Auch in Deutschland existiert seit Ende November 2019 ein Gesetz, das es Banken erlaubt, digitale Währungen für ihre Kunden aufzubewahren.

Update 23.11.2020: PayPal wird Kryptowährungen auch als Zahlungsmittel für alle Transaktionen anbieten:

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Redaktion cvj.ch

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