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    Sie sind hier:Home » Aktuell » News » XRP vs. Cardano: Hoskinson nennt CLARITY-Act-Unterstützung „Insanity“
    Hoskinson nennt die Unterstützung des CLARITY Act durch Garlinghouse und die XRP-Community Wahnsinn und wirft Ripple Branchenschaden vor.

    XRP vs. Cardano: Hoskinson nennt CLARITY-Act-Unterstützung „Insanity“

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    von Redaktion cvj.ch am 28. April 2026 News

    Charles Hoskinson, Gründer von Cardano und Input Output Global, hat seinen Streit mit Brad Garlinghouse erneut zugespitzt. In einem Video-Interview bezeichnete Hoskinson die Unterstützung des US-amerikanischen CLARITY Act durch den Ripple-CEO und die XRP-Community als "Insanity".

    Damit setzt er eine seit Januar 2026 laufende Auseinandersetzung über die geplante US-Marktstrukturregulierung fort. Hoskinson wirft Ripple vor, ein Gesetz zu unterstützen, das etablierten Projekten Schutz biete, neuen Projekten den Markteintritt jedoch faktisch verschliesse. Der Cardano-Gründer räumt offen ein, dass auch ADA von der Regelung profitieren würde. Trotzdem lehnt er das Gesetz ab.

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    Mechanismus des Mature Blockchain Standard

    Der Digital Asset Market Clarity Act of 2025 (HR 3633) regelt die Aufsichtszuständigkeit zwischen US-Börsenaufsicht SEC und Rohstoffaufsicht CFTC für digitale Assets. Kryptowährungen fallen zunächst unter SEC-Aufsicht und gelten damit als Wertpapiere. Erst wenn ein Projekt ausreichende Dezentralisierung und Marktverbreitung nachweisen kann, geht die Zuständigkeit an die CFTC über. Das Gesetz nennt diese Hürde "Mature Blockchain Standard".

    Hier setzt Hoskinsons Kritik an. Neue Projekte könnten den Standard per definitionem nicht erfüllen, da ihnen Community-Wachstum, Liquidität und breite Token-Verteilung fehlen. Diese Voraussetzungen entstehen jedoch erst durch Börsen-Listings und Investitionen, die ohne klaren Regulierungsstatus ausbleiben. Etablierte Token wie XRP, Ethereum und Cardano profitieren hingegen von einer faktischen Grandfathering-Regelung.

    "Wäre Ripple heute gegründet worden, wäre XRP unter diesem Gesetz ein Wertpapier. Ethereum wäre ein Wertpapier. ADA wäre ein Wertpapier", argumentiert Hoskinson. Sein zweiter Vorwurf richtet sich gegen die politische Konstruktion. Sollten die Demokraten das Gesetz später nutzen, könnten sie es so auslegen, dass jedes neue Projekt dauerhaft als Wertpapier gelte. Die Definitionsmacht über den Krypto-Markt liege nach Hoskinsons Lesart somit weiterhin bei der SEC.

    Pragmatiker gegen Puristen

    Garlinghouse hatte den Senate-Banking-Entwurf am 14. Januar 2026 öffentlich unterstützt. "Ripple und ich wissen aus eigener Erfahrung, dass Klarheit besser ist als Chaos, und der Erfolg dieses Gesetzes ist der Erfolg von Krypto", erklärte der Ripple-CEO. Die Position ist durch Erfahrung gedeckt. Ripple kämpfte seit 2020 gegen die SEC und erzielte einen Teilsieg. Dieser nahm XRP im Sekundärhandel von der Wertpapier-Klassifizierung aus, im institutionellen Direktverkauf jedoch nicht.

    Hoskinson sieht darin nicht Pragmatismus, sondern Eigeninteresse. Bereits am 3. März 2026 warf er Ripple vor: "Ihr seid die Leiter hochgeklettert und habt sie dann hochgezogen, damit niemand mehr nachkommen kann." Im Januar hatte er den Bill als Übergabe der "kompletten Schlüssel zum Krypto-Königreich" an die SEC bezeichnet. Den naheliegenden Einwand, er profitiere selbst von der Regelung, adressiert der Cardano-Gründer im aktuellen Interview direkt.

    "Es ist ein Gesetz für die Etablierten. Cardano bekommt einen Freibrief. XRP bekommt einen Freibrief. Ethereum bekommt einen Freibrief. Also ist es gut für mich. Es ist schrecklich für die Branche." - Charles Hoskinson, Cardano-Gründer

    Die Debatte zwischen Pragmatikern und Puristen prägt die US-Krypto-Industrie seit 2022. Garlinghouses Lager argumentiert, imperfekte Regeln seien besser als regulatorische Unsicherheit. Hoskinsons Lager hält dagegen, ein schlechtes Gesetz fixiere strukturelle Nachteile für ein Jahrzehnt oder länger. Die Auseinandersetzung verläuft inzwischen entlang von Geschäftsmodellen. Etablierte Layer-1-Netzwerke und börsengelistete Unternehmen wie Coinbase befürworten den Bill, während Projektgründer mit Sorge um Nachfolgegenerationen Bedenken anmelden.

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    Status im Senat und enges Zeitfenster

    Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete den CLARITY Act am 17. Juli 2025 mit 294:134 Stimmen. Im Senat verlief der Prozess hingegen schleppend. Das Senate Agriculture Committee verabschiedete am 29. Januar 2026 eine eigene Version unter dem Namen Digital Commodity Intermediaries Act. Das Senate Banking Committee unter Chairman Tim Scott hat dagegen noch keinen Markup-Termin angesetzt. Senator Thom Tillis erbat im April 2026 zusätzliche Zeit für Kompromissgespräche mit Bankenvertretern über Stablecoin-Zinsen. Ein April-Markup war damit ausgeschlossen.

    Mehr als 120 Unternehmen unterzeichneten einen gemeinsamen Brief mit der Forderung nach einer sofortigen Senatsabstimmung. Dazu zählen Coinbase, Ripple, Kraken, Circle und der Risikokapitalgeber a16z. Coinbase-CEO Brian Armstrong hatte zuvor einen früheren Senate-Banking-Entwurf kritisiert. Er bemängelte ein De-facto-Verbot tokenisierter Aktien sowie die Streichung von Stablecoin-Zinsen. Offene Streitpunkte bleiben zudem DeFi-Regelungen, Stablecoin-Zinsen sowie Ethik-Klauseln zu Krypto-Investments von Regierungsbeamten.

    Senator Bernie Moreno setzte am 22. April 2026 ein Ultimatum: Passiere der Bill den Kongress nicht bis Ende Mai 2026, drohe eine unbefristete Verschiebung. Hintergrund ist die Sommerpause Mitte August. Das Gesetz berührt zudem den Stablecoin-Markt von rund 317 Mrd. USD. Polymarket bewertete die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung in 2026 am 25. April mit 46%. Galaxy Research schätzte die Chancen auf "ungefähr 50-50, eher tiefer". In den kommenden Wochen entscheidet sich folglich, ob der Streit zwischen Hoskinson und Garlinghouse politische Wirkung entfaltet oder ob die US-Krypto-Marktstruktur 2026 ohne neues Gesetz endet.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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