Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die Tessiner Kantonalbank BancaStato lancierte diese Woche den regulierten Krypto-Handel für Privatkunden. Wer dort ein Konto führt, kann Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Solana künftig direkt im E-Banking kaufen, halten und verkaufen. Möglich macht das eine Schnittstelle von Sygnum, der seit 2019 FINMA-lizenzierten Krypto-Bank. Sie ist direkt ins Avaloq-Kernbankensystem integriert, ein separates Order-Management-System entfällt. Die Kundenvermögen liegen off-balance-sheet in Sygnums institutioneller Verwahrlösung und bleiben im Insolvenzfall geschützt. BancaStato ist bereits die sechste Schweizer Kantonalbank mit reguliertem Retail-Angebot, nach Zug, Luzern, Zürich, St. Gallen und Thurgau. Drei davon setzen auf Sygnum, dessen B2B-Plattform inzwischen über 25 Banken zählt, darunter PostFinance und SocGen FORGE. Zusammen erreichen diese über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung. Das regulierte Krypto-Angebot entwickelt sich damit vom Differenzierungsmerkmal zum Branchenstandard.
BancaStato lanciert regulierten Krypto-Handel: Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Solana neu direkt im E-Banking via Sygnum und Avaloq.
BlackRock und acht Partner wappnen Bitcoin gegen Quantencomputer
Auch die grössten Namen der Finanzwelt rücken näher an Bitcoin, allerdings auf einer technischen Ebene. Neun Finanzinstitute und Bitcoin-Firmen haben diese Woche das Bitcoin Security Consortium gegründet und sagen über drei Jahre gemeinsam 15 Mio. USD für die Sicherheit des Protokolls zu. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Vermögensverwalter BlackRock, ARK Invest, Coinbase, Fidelity Digital Assets und Strategy. Statt eines zentralen Fonds koordiniert das Gremium nur. Jedes Mitglied lenkt eigene Mittel unabhängig an selbst gewählte Entwickler, was den Vorwurf institutioneller Einflussnahme umgeht. Im Fokus steht die Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie. Coinbases Fachbeirat schätzt rund 7 Mio. BTC als verwundbar, bei aktuellem Kurs etwa 458 Mrd. USD. Betroffen sind alte Adressen mit offengelegtem Public Key. Grosse Quantencomputer existieren heute noch nicht, Schätzungen nennen das Jahr 2030. Dennoch setzt eine Umstellung genügend Zeit voraus.Trump stimmt der Ethik-Klausel für den Clarity Act zu: Sie verbietet Amtsträgern Krypto-Emissionen und legt die Durchsetzung ins DOJ.
Trump beauftragt das Justizministerium mit der Krypto-Ethikregel
In den USA kommt derweil das erste umfassende Marktstrukturgesetz für digitale Assets voran. Präsident Donald Trump hat diese Woche einer Ethik-Klausel für den Clarity Act zugestimmt. Sie verbietet Präsident, Vizepräsident und Kongressmitgliedern, während der Amtszeit eigene Kryptowährungen auszugeben. Entscheidend ist die Zuständigkeit. Durchgesetzt wird die Regel vom Justizministerium, nicht von den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten. Genau daran entzündet sich Kritik. Demokraten sehen einen Interessenkonflikt, weil Trumps früherer Anwalt Todd Blanche gerade die Bestätigung zur DOJ-Leitung durchläuft. Die Rechnung ist knapp. Für die Verabschiedung braucht es 60 Stimmen, die Republikaner halten nur 53 Sitze. Als praktische Frist bleibt der 7. August vor der Sommerpause, sonst verschiebt sich alles auf November. Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch Trumps eigene Krypto-Einnahmen, die 2025 rund 1.4 Mrd. USD erreichten.Neun Institute wie BlackRock und Coinbase gründen das Bitcoin Security Consortium und sagen 15 Mio. USD für Bitcoins Sicherheit zu.
Kasachstan lockt Krypto-Trader mit Steuerbefreiung
Während Washington um Details ringt, schafft Kasachstan per Dekret Fakten. Präsident Kassym-Jomart Tokajew unterzeichnete diesen Monat eine Verordnung zur Förderung der heimischen Krypto-Industrie, ausgearbeitet von Digitalministerium, Nationalbank und dem Finanzzentrum Astana International Financial Centre. Kernstück ist eine Steuerbefreiung. Handelserträge auf lizenzierten, regulierten Plattformen bleiben von der Einkommensteuer frei. Wer über unregulierte Kanäle handelt, geht dagegen leer aus. Der Anreiz wirkt so als Sog hin zu registrierten Börsen. Ergänzend können Anleger bisher im Ausland gehaltene Assets offenlegen und auf inländische Plattformen transferieren. Zwei weitere Hebel zielen auf die Realwirtschaft. Stablecoins sollen den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr im Import- und Exportgeschäft erleichtern, und Mining-Betriebe dürfen sonst ungenutztes Begleitgas aus Öl- und Gasfeldern verstromen.
Kasachstans Krypto-Steuerbefreiung per Präsidialdekret stellt Handelserträge auf lizenzierten Plattformen komplett steuerfrei.
BitMEX zieht nach elf Jahren den Stecker
Ausserdem: Die Krypto-Derivatebörse BitMEX stellt ihren Handelsbetrieb Ende September endgültig ein, elf Jahre nach der Gründung durch Arthur Hayes, Ben Delo und Samuel Reed. Neuregistrierungen wurden diese Woche mit sofortiger Wirkung gestoppt, offene Positionen werden bis Ende September abgewickelt oder zwangsliquidiert. BitMEX prägte die Branche wie kaum eine andere Plattform. Der von ihr entwickelte Perpetual Swap, ein Terminkontrakt ohne Verfallsdatum mit bis zu hundertfachem Hebel, gilt heute als meistgehandeltes Krypto-Produkt. Zur Hochphase Ende der 2010er-Jahre hielt die Börse rund 57% Marktanteil. Der Niedergang hat mehrere Ursachen. Ein seit Februar 2025 laufender Verkaufsprozess fand keinen Käufer, im Juni wechselte die Führung. Belastend wirkte auch die regulatorische Vergangenheit. 2020 klagten US-Behörden das Unternehmen an, im Januar 2025 folgte eine Busse von 100 Mio. USD. Der börseneigene Token BMEX brach nach der Ankündigung um über 90% ein.BitMEX schliesst per 23. September 2026 nach elf Jahren endgültig, nachdem ein Verkaufsprozess keinen Käufer hervorbrachte.






