Nicht fungible Token (NFTs) – Einzigartig und unaufhaltsam

Nicht fungible Token (NFTs) sind einzigartig und nicht replizierbar. So werden sie oft zur digitalen Repräsentation von Kunstwerken auf einer Blockchain verwendet. Besonders in den letzten Monaten konnte der NFT-Markt an Fahrt gewinnen, doch viel Potenzial bleibt unberührt.

Der Markt verzeichnete im vergangenen Jahr ein erstaunliches Wachstum, nicht nur indem sich die Anwendungsfälle ausweiteten. Käufer und Verkäufer übertrafen sich, viele Künstler und Händler konnten hohe Gewinne erzielen. So zumindest laut dem 140-seitigen Jahres-Bericht, welcher vom NFT-Analyseunternehmen NonFungible.com und dem Foresight-Unternehmen L’Atelier veröffentlicht wurde.

Berücksichtigt sind dabei Transaktionen von ausgewählten NFT Token auf der Ethereum Blockchain. Diese sind stark vom Ethereum-Preis abhängig, da daraus die Transaktionsgebühren berechnet werden. Das Problem der hohen Gebühren soll mit dem kontroversen Ethereum Improvement Proposal 1559 gelöst werden.

Was ist ein NFT?

Nicht fungible Token (NFTs) enthalten einzigartige Informationen, die in ihren Smart Contracts aufgezeichnet sind. Als solche können sie nicht direkt durch einen anderen Token ersetzt werden. Einzigartig da es keine zwei identischen gibt. Mit einigen Ausnahmen, sind nicht fungible Vermögenswerte auch nicht teilbar. Sie sind dafür gedacht, als Ganzes zu existieren und gehandelt zu werden. Diese einzigartigen Token haben sich effektiv zum Goldstandard für die Zuordnung von Eigentum auf der Blockchain entwickelt.

Im Gegensatz dazu ist Bitcoin ein fungibler Token. Der Wert kann sich ändern, je nachdem, wie viel Zeit zwischen dem Austausch von Bitcoin vergeht. Die Menge bleibt jedoch gleich. Ein Bitcoin kann in 100 Millionen Satoshis unterteilt werden, da solche Token teilbar sind. Doch sie können wie Banknoten einfach ausgetauscht werden. Solange sie den gleichen Wert haben, gibt es für den Besitzer keinen Unterschied. Die Herkunft spielt ebenfalls keine Rolle.

Digitales Eigentum

Echtes Eigentum ist eine der entscheidenden Schlüsselkomponenten von NFTs und der digitalen Wirtschaft. Ein Mittel, mit dem Nutzer den Besitz von Gütern – seien sie physisch oder virtuell – über die Blockchain nachweisen können. Es besteht kein Zweifel daran, dass eindeutig identifizierbare Token eine zentrale Rolle spielen werden, die digitale und die physische Welt einander näher zu bringen.

Bei der Tokenisierung zeichnen sich zur Zeit mehrere Wege ab. Mit den Security-Token werden etwa Anteilsscheine digitalisiert. Sie werden nur an kontrollierten Börsen gehandelt und dürfen nicht ohne Mittelsmann ausgetauscht werden. In einem kontrollierten Bereich wie z.B. Immobilien können Besitz und Nutzungsrechte autonom und automatisiert umgesetzt werden.

Kunst und Sammlerstücke

Laut dem Jahres-Bericht verzeichnete das Segment der virtuellen Kunst das stärkste Wachstum und machte 24% des Marktes aus. Der Umsatz stieg von $456’885  im Jahr 2019 auf $12,9 Mio. im Jahr 2020. Reale Kunstwerke werden in Besitzanteile fragmentiert. Deren Besitzer erhoffen sich dabei einen Anteil an der Wertsteigerung. Sie wollen das eigentliche Werk weder bestaunen, noch alleine besitzen. Nutzen aber die Möglichkeit, sich am Preisgewinn zu beteiligen.

Eine Renaissance erlebt auch die Digitale in der virtuellen Kunst. Diverse Protokolle ermöglichen Künstlern und Kreativen das einfache Schaffen der Token. Sie unterscheiden sich in ihren Arten und Funktionen. Zu Beginn waren es blinkende GIFs. Heute sind es Grafiken oder programmierte Kunstwerke. Lebende Kunst, die geschaffen wurde, um sich mit der Zeit zu verändern.

Das Pendant zu den Papier-Sammelkarten von damals wird digital kontrollierbar und quasi interoperabel. Eine schlechte Serie kann vom Anbieter sichtbar verknappt werden. Die nicht verkauften Teile werden einfach zerstört. Das kann im Block-Explorer überprüft werden. Personalisierte Token ermöglichen Abomodelle und Loyalitäts-Programme. Die Möglichkeiten sind also sehr vielseitig.

Dezentral und unaufhaltsam

Die NFT-Token selbst sind so unzerstörbar wie die Blockchain, auf welcher sie sich befinden. Das Eigentum regelt der spezifische Smart-Contract. Oftmals werden Teile der digitalen Vermögenswerte, Metadaten und Code von NFTs ausserhalb der Kette gespeichert. Diese Informationen werden bestenfalls in das Permaweb eingespiesen, bleiben aber auch dort einem gewissen Risiko ausgesetzt.

Ohne ihre zugehörigen Daten und Assets, wie z. B. digitale Grafiken für ein NFT-basiertes Kunstwerk, werden NFTs selbst für den Endbenutzer funktional wertlos. Betreiber, Künstler und Besitzer minimieren das Verlust-Risiko mit dem Betrieb von eigener dezentraler Infrastruktur. Damit sichern sie nicht nur ihre eigenen Werke, sondern tragen auch zur globalen Sicherheit des Netzwerks bei. Das verteilte Netz der Zukunft ist auf solche Nodes angewiesen.

Digitale Welten

Das Metaverse bezeichnet parallele, digitale Universen, welche den Benutzern eine Vielzahl einzigartiger Erfahrungen bieten. Die virtuellen Welten sind über einen Computer, ein Virtual-Reality-Headset oder über ein Smartphone zugänglich. Ein digitale Welt, in der Spieler erkunden, mit anderen interagieren, virtuelle Grundstücke kaufen und sogar ihre eigenen Unternehmen gründen können.

Die Inhalte dieser Welten werden von den Benutzern geschaffen und geprägt. Im doppelten Sinne. Die virtuellen Gegenstände, Kleider und Grundstücke werden von einer steigenden Anzahl Kreativen geschaffen. Bei der Prägung (Minting) entscheidet der Urheber über die Art und Funktionen.

Zur Zeit ist es eine kollektive Manie, die von einer wachsenden Zahl von Krypto-Investoren geteilt wird. Als ein Käufer 1,5 Millionen Dollar für neun virtuelle Grundstücke bezahlte, wurde ein weiterer NFT-Rekord gebrochen. Digitale Immobilien sind jetzt offiziell teurer als die reale Sache.

Domainnamen für das dezentrale Web

Im Gegensatz zu traditionellen Web-Domains werden dezentrale Domains nur vom Besitzer der Domain kontrolliert. Sie unterliegen (meist) keinen Verlängerungsgebühren oder Preiserhöhungen. Es gibt keine zentrale Instanz, die die Domain des einzelnen Nutzers kontrolliert und von einer Drittpartei missbraucht werden könnte.

Das dezentrale Web basiert nicht auf IP-Adressen, um Inhalte auszuliefern und die Beziehung zwischen Server (Inhalt-Anbieter) und Nutzer (Inhalt-Anfrage) zu loggen. Das angestrebte Permaweb sieht aus wie das normale Web, aber alle seine Inhalte – von Bildern bis hin zu kompletten Web-Apps – sind permanent, schnell abrufbar und dezentralisiert – für immer. So wie das erste Web Menschen über weite Entfernungen verbunden hat, verbindet das Permaweb Menschen über extrem lange Zeiträume hinweg.

Bisher war der Zugang zu Blockchain-Domains nur über ein zusätzliches Browser-Plugin möglich. Durch die Cloudflare Integration, welche DNS über HTTPS nutzt, wird die Zugänglichkeit von Blockchain-Domains erhöht. Browser können nun Blockchain-Domains genauso behandeln, wie traditionelle Domains weltweit behandelt werden.

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Über den Autor

Redaktion cvj.ch

Die CVJ Redaktion besteht aus einem Team von Blockchain Experten und informiert täglich und unabhängig über die spannendsten Neuigkeiten.

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