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    Bitcoin: Geldmenge, Inflationsrate und aktuelle Verteilung

    von Redaktion cvj.ch am 16. Oktober 2019 Basiswissen

    Bitcoin wird zweifelsohne populärer. Während mittlerweile bereits viele Leute von Bitcoin gehört haben, ist der Anteil der Weltbevölkerung welcher Bitcoins besitzt, immer noch verschwindend klein. Eine Auslegeordnung in zwei Teilen. Erster Teil: Gesamtmenge und Distribution.

    Gesamtmenge: Limitierte maximale Anzahl und Inflationsrate

    Bitcoin als Digitale Währung hat vorgegebene Grenzen was die Angebotsseite betrifft. So ist die im Code verankerte maximale Anzahl Bitcoins auf 21 Millionen Stück limitiert.  Die aktuelle Gesamtmenge beträgt knapp 18 Mio Coins. Neu geschaffene Bitcoins werden als Entgelt den Minern ausgeschüttet. Diese steuern Rechenleistung zur Sicherstellung des Blockchainsystems bei. Aktuell werden 12.5 neu geschaffene Bitcoins für neue errechnete Blöcke an Miner transferiert. Das passiert alle 10 Minuten. Somit lässt sich die aktuelle Inflationsrate errechnen, sie beträgt momentan rund 3.7% pro Jahr. Der Entgelt an die Miner halbiert sich alle 4 Jahre und somit sind im Jahre 2030 bereits 98% der Maximalen Anzahl Bitcoins geschaffen. Im Jahre 2140 dürften somit die letzten Blockentschädigungen an die Miner ausbezahlt werden. Danach werden Miner nur noch an den Transaktionskosten verdienen, welche man für den Transfer von Bitcoins entrichten muss.

    Gelb = Bitcoin Inflationsrate über die Zeit / Blau = Bitcoin Gesamtmenge

    Verteilung: Wallet Adressen und deren Bestand

    Wallet Adressen geben einen wagen Hinweis auf die Anzahl der Nutzer und die Verteilung der Bitcoins im Allgemeinen. Eine direkte Ableitung über die Anzahl der Wallet Adressen auf die Anzahl der Nutzer gestaltet sich schwierig. So erschweren beispielsweise gängige Wallet Eigenschaften welche mehrere Bitcoin Adressen generieren, als auch Benutzer die Krypto-Währungen über Börsenanbieter halten die Analyse.  Wir gehen im zweiten Teil des Artikels genauer darauf ein. Konzentrieren wir uns vorerst nur auf die Anzahl an Adressen und deren Inhalt.

    Bis Ende des dritten Quartals 2019 wurden gemäss Statista insgesamt über 42 Mio. Bitcoin Wallets eingerichtet. Diese Zahl wird auch auf Blockchain.com wiederspiegelt. Die Grafik zeigt einen stetigen Anstieg in den letzten drei Jahren von knapp 9 Mio. Walletadressen im Q3 2016 auf gut 42 Mio Adressen im Q3 2019. Die Zahl der Wallet Adressen ist also in den letzten 3 Jahren im Schnitt mit 155% gewachsen.

    Quelle: statista.com

    Während der grösste Teil der Adressen einen Bitcoin Gegenwert zwischen 1 und 100 USD aufweisen, sind Adressen welche einen Wert von 100 - 10'000 USD aufweisen mit knapp über 9 Mio Adressen noch sehr gut vertreten. Im oberen Segment wird die Verteilung erwartungsgemäss dünner.

    Quelle: Bitinfocharts.com
    Quelle: glassnode.com

    Das Wallet-Segment mit Beständen über 1'000 Bitcoins verzeichnete seit Ende 2018 einen starken prozentualen Zuwachs. Die 1341 Adressen welche einen grösseren Wert als 10 Mio. USD aufweisen, sind oft "Cold Storage Wallets" von Börsen zuzurechnen. In dieser Gruppe ist aber auch das Segment der verlorenen Bitcoins vertreten.

    Bis zu 20% "verlorene" Bitcoins

    Eine beträchtliche Anzahl an Bitcoins, befindet sich schon seit Jahren in den gleichen Wallet-Adressen. Ein Grossteil dieses Anteils kann als verloren betrachtet werden. Eine Studie von Delphi Digital analysierte spezifisch die "Unspent Transaction Output (UTXO) Daten. Jedes Mal, wenn ein Teil von BTC ausgegeben wird, ergibt sich ein neuer UTXO Eintrag. Daraus lässt sich ableiten, wie lange Bitcoins schon in derselben Walletadresse liegen. Bitcoins welche mehr als 5 Jahre nicht mehr bewegt wurden, haben eine hohe Chance, dass die Eigentümer den Zugang zu ihren privaten Schlüsseln und damit zu ihren Bitcoins verloren haben. Auch ist es möglich, dass sie bereits verstorben sind. Gemäss der Analyse könnten somit bis zu 4 Millionen Bitcoins für immer "weggeschlossen" sein. Ein gewichtiger Anteil davon, über 980'000 Bitcoins, lagert übrigens seit den Anfängen auf Wallet Adressen die Satoshi Nakomoto zugeordnet werden.

    Fazit

    Die verfügbare Gesamtmenge an Bitcoins ist durch "verlorene" Bitcoins kleiner, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Die Inflationsrate ist gemäss dem vorgegebenen Bitcoin Protokoll rückläufig. Sie beträgt aktuell 3.7%. Der Entgelt in Form von neu geschaffenen Bitcoins an die Miner halbiert sich alle vier Jahre. Bereits im nächsten Jahr steht eine erneute Halbierung der Ausschüttung an die Miner an.

    Die Verteilung der Bitcoins auf die Wallet Adressen zeigt zwar weiterhin eine starke Konzentration auf Beträge unter 100 USD, allerdings sind die knapp 130'000 Wallet Adressen welche Werte zwischen 100'000 und 1 Mio. USD Gegenwert an Bitcoins halten im Verhältnis nicht zu negieren. Die Wachstumsrate von neu geschaffenen Wallet Adressen ist mit 155% p.a. über die letzten 3 Jahre nachhaltig. Auch das Segment mit Beständen von mehr als 1000 Bitcoins verzeichnet starken Zuwachs. Zur geographischen Verteilung der Wallet Adressen gibt es aufgrund der Struktur des Bitcoin-Netzwerkes kaum Daten. Die Mehrheit der Wallet Adressen dürfte im Ökosystem rund um die grössten Handelsplätze geschaffen werden.

    Im zweiten Teil gehen wir auf die Benutzer im Bitcoin-Netzwerk ein. Wer steht hinter den Wallet Adressen und welche Absichten hegen die jeweiligen Bitcoin Besitzer.

     

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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