Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat den Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) an der NYSE Arca lanciert. Es ist das erste physisch hinterlegte Spot-Bitcoin-Produkt einer grossen amerikanischen Geschäftsbank. Mit einer Verwaltungsgebühr von 0.14% unterbietet MSBT sowohl BlackRocks iShares Bitcoin Trust (0.25%) als auch den Grayscale Bitcoin Mini Trust (0.15%). Die Kryptobörse Coinbase übernimmt die Verwahrung. Am ersten Handelstag flossen 30.6 Millionen USD in den Fonds, am zweiten weitere 14.9 Millionen. MSBT ist Teil einer breiteren Krypto-Offensive. Morgan Stanley hat bereits S-1-Registrierungen für Ethereum- und Solana-ETFs eingereicht und plant den Spot-Handel über E*Trade. Das eigentliche strategische Asset sind allerdings die rund 16’000 Finanzberater, die zusammen 6.2 Billionen USD an Kundenvermögen verwalten.
Morgan Stanley lanciert MSBT, den ersten Spot-Bitcoin-ETF einer US-Grossbank. Mit 0.14% Gebühr unterbietet er BlackRock und Grayscale.
14.5 Milliarden im Minus, und Saylor kauft weiter
Die Kehrseite grosser Bitcoin-Positionen zeigt das Softwareunternehmen Strategy (ehemals MicroStrategy). In Q1 2026 verbuchte die Firma einen unrealisierten Verlust von 14.46 Milliarden USD. Grund ist der seit 2025 geltende FASB-Standard ASC 350-60, der eine Bewertung zum Marktwert vorschreibt. Per Ende März lag der Bitcoin-Kurs bei 82’445 USD. Der Buchwert des Portfolios sank damit auf 51.65 Milliarden USD. Trotzdem kaufte Strategy im selben Quartal weitere 88’594 BTC für 7.25 Milliarden USD. Der Gesamtbestand beläuft sich nun auf 766’970 BTC, rund 3.65% des gesamten Umlaufangebots. Die MSTR-Aktie notiert 74% unter ihrem 52-Wochen-Hoch und handelt erstmals seit 2022 ohne Prämie auf die Bitcoin-Reserven.Strategy meldet einen 14.5 Milliarden USD unrealisierten Bitcoin-Verlust in Q1 2026 – und kauft trotzdem 88’594 BTC nach.
Wie viel Bitcoin gehört ins institutionelle Portfolio?
Trotz solcher Buchverluste spricht aus institutioneller Sicht einiges für eine gezielte Bitcoin-Allokation. Eine aktuelle Analyse des Krypto-Investmenthauses 21Shares untersucht die Rolle von Bitcoin in diversifizierten Portfolios. Drei Säulen stützen die These. Bitcoin biete ein positives Beta zum Technologiesektor und gleichzeitig Inflationsschutz durch das fixe Angebot. Dazu komme eine systemische Absicherungsfunktion. Während der Bankenkrise 2023 etwa legte Bitcoin 30% zu, als traditionelle Institute unter Liquiditätsengpässen litten. Bereits eine 3%-Allokation steigere die jährliche Rendite eines 60/40-Portfolios um 0.5 bis 0.7 Prozentpunkte. Die täglichen Handelsvolumina von über 50 Milliarden USD machen Bitcoin zudem vergleichbar liquid wie Mega-Cap-Aktien.
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Washingtons Krypto-Gesetz hängt an einem Senatsausschuss
US-Finanzminister Scott Bessent hat den Senat in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal aufgefordert, den CLARITY Act noch vor dem Sommer zu verabschieden. Das Repräsentantenhaus nahm das Gesetz bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen an. Es sieht ein Drei-Tier-Klassifikationssystem für digitale Assets vor und teilt die Aufsicht zwischen SEC und CFTC auf. Hauptstreitpunkt im Senat bleibt die Frage, ob Krypto-Firmen Zinsen auf Stablecoins anbieten dürfen. Grossbanken wie JPMorgan und Bank of America warnten vor Einlagenverlusten von 6.6 Billionen USD. Eine Analyse des Weissen Hauses entkräftete dies und bezifferte den tatsächlichen Effekt auf lediglich 2.1 Milliarden USD. Das Senate Banking Committee Markup Ende April gilt als entscheidender Termin. Denn die Uhr tickt und die Midterms rücken näher.
US-Finanzminister Bessent fordert den Senat zur Verabschiedung des CLARITY Act auf – Krypto-Regulierung soll vor dem Sommer stehen.
Stablecoins als Maut: Iran kassiert an der Strasse von Hormuz
Ausserdem: Iran erhebt von Schiffen in der Strasse von Hormuz Transitgebühren in Krypto-Stablecoins und Yuan. Die Kosten betragen rund 1 USD pro Barrel, bei Supertankern bis zu 2 Millionen USD pro Durchfahrt. Täglich passieren 20.9 Millionen Barrel Öl die Meerenge, rund 20% des globalen Verbrauchs. Eine Zwischenfirma mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden wickelt den Prozess ab. Iran bevorzugt Stablecoins wegen der Kursstabilität und Yuan zur Umgehung von SWIFT-Sanktionen. Die Krypto-Infrastruktur des Landes wächst nämlich seit Jahren. Mining ist seit 2019 legal und Iran stellt dank günstiger Energie 4% der globalen Mining-Kapazität.
Iran erhebt Krypto- und Yuan-Maut auf die Strasse von Hormuz: Schiffe zahlen rund 1 USD pro Barrel – verwaltet von der IRGC.








