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    Sie sind hier:Home » Märkte » Marktkommentar » Bitcoin-Crash: Kurs fällt auf Zwei-Monats-Tief unter 70’000 USD
    Bitcoin Kurs im Crash auf Zwei-Monats-Tief unter 70'000 USD: ETF-Abflüsse, Strategys Verkauf und Alphabets KI-Schub ziehen Kapital ab.

    Bitcoin-Crash: Kurs fällt auf Zwei-Monats-Tief unter 70’000 USD

    von Redaktion cvj.ch am 2. Juni 2026 Marktkommentar

    Der Bitcoin-Kurs rutschte auf ein Zwei-Monats-Tief und notierte erstmals seit rund zwei Monaten unter 70'000 USD, mit einem Intraday-Tief nahe 67'800 USD und einem Tagesverlust von 4.45 Prozent. Der breitere Krypto-Sektor wurde mitgezogen, während der Nasdaq am selben Tag leicht im Plus lag.

    Ausgelöst wurde der Rückgang nicht durch einen einzelnen Schock, sondern durch ein stetiges Abfliessen von Kapital. Sichtbar wird das zuerst bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs, den seit Januar 2024 zugelassenen börsengehandelten Fonds für einen regulierten Bitcoin-Zugang. Seit Mitte Mai 2026 verzeichnen diese über elf aufeinanderfolgende Handelstage Mittelabflüsse von rund 3.45 Mrd. USD, womit die kumulierten Nettozuflüsse des laufenden Jahres ins Negative drehten. Zusammen mit dem Sog des KI-Booms und Strategys erstem Bitcoin-Verkauf seit Jahren ergibt sich daraus das Bild eines strukturellen Umschichtens statt einer Panik.

    Bitcoin-Crash: Entwicklung BTC-Kurs (daily) / Chart: Tradingview

    Rekord-Abfluss-Streak signalisiert strukturelles Umschichten

    Die 11 aufeinanderfolgenden Abflusstage stellen die längste derartige Serie seit der Markteinführung der ETFs im Januar 2024 dar. Der Mai 2026 war damit der schlechteste Monat für die Produkte im gesamten Jahr, mit Netto-Abflüssen von 2.43 Mrd. USD. BlackRocks IBIT, der grösste dieser Fonds, verzeichnete allein am letzten Handelstag einen Einzelabfluss von 440 Mio. USD. Den höchsten Tagesabfluss aller US-Spot-BTC-ETFs registrierte der Markt allerdings Mitte Mai mit 648.64 Mio. USD.

    Das verwaltete Vermögen schrumpfte folglich innerhalb von knapp zwei Wochen von über 104 Mrd. auf rund 94 Mrd. USD. Bitcoin selbst verlor über die Woche rund 6 Prozent und über den Monat rund 7 Prozent. Der Charakter dieses Rückgangs unterscheidet sich deutlich vom Februar-Crash, als Bitcoin in etwa 72 Stunden von 78'000 auf 60'000 USD stürzte. Der aktuelle Rückgang verläuft hingegen als langsames, stetiges Abtropfen über Wochen.

    Auffällig ist die Divergenz zum übrigen Markt: Der Nasdaq schloss am selben Tag mit einem leichten Plus von 0.2 Prozent. Während Krypto-Assets unter Druck gerieten, hielt sich der breite Tech-Index somit stabil. Dieses Auseinanderlaufen deutet weniger auf eine breite Risikoflucht als auf gezieltes Umschichten institutioneller Mittel hin. Als realistischere Unterstützungszone gilt vielen Marktbeobachtern der Bereich um 63'000 USD, nicht das kurze Februar-Tief bei 60'000 USD.

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    Strategys symbolischer Bitcoin-Verkauf

    Strategy, der börsennotierte Software- und Bitcoin-Treasury-Konzern um Michael Saylor, veräusserte Ende Mai 2026 erstmals seit rund fünf Jahren Bitcoin. Der Konzern verkaufte 32 BTC für 2.5 Mio. USD zu einem Durchschnittspreis von 77'135 USD pro Coin. Offengelegt wurde die Transaktion später über eine 8-K-Einreichung. Den Erlös will das Unternehmen zur Finanzierung der Dividende auf seine STRC-Vorzugsaktie einsetzen, deren Rate bei 11.5 Prozent jährlich liegt.

    Volumenmässig ist der Verkauf unbedeutend. Die 32 BTC entsprechen 0.0038 Prozent des Gesamtbestands von 843'706 BTC, den der Konzern zu einem Durchschnittseinstand von 75'699 USD hält. Saylor hatte den Schritt ferner bereits im Q1-Earnings-Call angekündigt.

    "Wir werden wohl etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu zahlen – nur um den Markt zu immunisieren und zu signalisieren, dass wir es getan haben." - Michael Saylor, Executive Chairman, Strategy

    Die Kursreaktion fiel dennoch spürbar aus. Die STRC-Aktie notierte bei 96.48 USD und damit 1.6 Prozent tiefer, dem niedrigsten Stand seit Februar 2026. Die Stammaktie MSTR verlor im Premarket 3.9 Prozent. Beim aktuellen Bitcoin-Kurs sitzt der Konzern ausserdem auf einem rechnerischen Buchverlust von rund 2.9 Mrd. USD.

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    Alphabet und Marvell zeigen, wohin das Kapital fliesst

    Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, kündigte eine Eigenkapitalerhöhung über insgesamt 80 Mrd. USD an. Es ist die erste Aktienausgabe des Konzerns seit 2005. Die Struktur kombiniert ein öffentliches Angebot über 30 Mrd. USD, ein ATM-Programm über 40 Mrd. USD sowie eine Privatplatzierung über 10 Mrd. USD an Berkshire Hathaway. Das Kapital soll in KI-Recheninfrastruktur fliessen, deren Nachfrage laut Konzern das verfügbare Angebot übersteigt. Zudem plant der Konzern für 2026 Gesamtinvestitionen von 180 bis 190 Mrd. USD, allein im ersten Quartal waren es 35.7 Mrd. USD. Die GOOG-Aktie gab im Premarket 2.5 Prozent nach, ein Reflex auf die Verwässerung.

    Parallel dazu erhielt der Chipdesigner Marvell Technology kräftigen Auftrieb. Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete das Unternehmen auf der Computex in Taipei als „nächstes Billionen-Dollar-Unternehmen". Die MRVL-Aktie sprang daraufhin nach Börsenschluss um 18 Prozent, ausgehend von einer Marktkapitalisierung von 200 Mrd. USD. Bereits vor dieser Aussage hatte der Titel im laufenden Jahr deutlich zugelegt. Zuvor hatte Nvidia im März 2026 zwei Mrd. USD in Marvell investiert.

    Hinter beiden Bewegungen steht derselbe Mechanismus. Der KI-Capex-Zyklus, getrieben von Alphabet, Microsoft, Meta und Nvidia, zählt zu den grössten Investitionswellen der Technologiegeschichte und bindet zunehmend Liquidität. Während Krypto-Treasury-Firmen zweistellig nachgaben, hielt sich der breite Tech-Markt stabil. Die Mittel rotieren folglich sichtbar von digitalen Assets hin zur Recheninfrastruktur.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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