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    Grayscale lanciert den Avalanche Staking ETF (GAVA) an der Nasdaq - bis zu 70% der AVAX-Bestände werden gestaked.

    Grayscale bringt dritten AVAX-ETF mit Staking an die Nasdaq

    von Redaktion cvj.ch am 12. März 2026 Finanzprodukte

    Grayscale Investments lanciert den Grayscale Avalanche Staking ETF unter dem Ticker GAVA an der Nasdaq. Das Produkt entstand aus der Umwandlung des bisherigen Grayscale Avalanche Trust. Dieser lief zuvor ausserbörslich unter dem Symbol AVAXFUN. Coinbase Custody übernimmt die Verwahrung der AVAX-Token.

    Bis zu 70 Prozent der Bestände können gestakt werden - die Staking-Erträge fliessen direkt an die Aktionäre. Mit GAVA tritt Grayscale als dritter Anbieter in den US-Markt für Spot-AVAX-ETFs ein. VanEck hatte Ende Januar 2026 mit dem VAVX den Anfang gemacht. Bitwise hat einen eigenen Antrag unter dem Ticker BAVA eingereicht, ist allerdings noch nicht gelistet. Grayscale verlangt eine Sponsor Fee von 0.50 Prozent. Damit liegt der Vermögensverwalter deutlich über VanEck (0.20 Prozent) und Bitwise (0.34 Prozent).

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    Staking-Renditen im ETF-Mantel

    Das zentrale Produktmerkmal von GAVA ist die integrierte Staking-Funktion. Der ETF darf bis zu 70 Prozent seiner AVAX-Bestände staken. Im Durchschnitt lag die AVAX-Staking-Rendite 2025 bei 7.36 Prozent. Traditionelle Krypto-ETFs auf Bitcoin oder Ethereum bieten bislang keine vergleichbare Yield-Komponente. AVAX-ETFs setzen damit einen Präzedenzfall für renditetragende Krypto-Anlageprodukte.

    Grayscale nutzt einen In-Kind-Creation/Redemption-Mechanismus. Autorisierte Teilnehmer tauschen AVAX-Token direkt gegen ETF-Anteile, statt den Umweg über Barkäufe zu nehmen. Dadurch entfällt der Spread, der bei Cash-basierten Kreationen typischerweise anfällt. VanEck setzt ebenfalls auf Staking über Coinbase, verlangt dafür aber eine separate Service-Gebühr von 4 Prozent. Bitwise wiederum plant einen Yield-Cut von 12 Prozent auf die Staking-Erträge.

    Alle drei Anbieter konkurrieren also nicht nur bei der Sponsor Fee, sondern auch bei den Staking-Konditionen. Langfristig dürfte entscheidender sein, wie viel vom Brutto-Ertrag beim Anleger ankommt - nicht die Headline-Gebühr allein.

    Grayscales Gebührenstrategie

    Grayscale reichte den ursprünglichen S-1-Antrag zur Umwandlung des Avalanche Trust bereits im August 2025 ein. Am 3. Januar 2026 folgte eine zweite Änderung, die erstmals die Staking-Funktion mit bis zu 70 Prozent der Bestände integrierte. Konkrete Gebühren legte Grayscale zu diesem Zeitpunkt bewusst nicht offen.

    Der Vermögensverwalter verfolgte nämlich eine strategische Verzögerung bei der Gebührenoffenlegung. Grayscale beobachtete zunächst das Pricing der Konkurrenten, bevor es eigene Konditionen festlegte. Mit 0.50 Prozent Sponsor Fee positioniert sich das Produkt dennoch als teuerstes der drei Angebote. VanEck hatte beim Launch sogar einen Fee Waiver angeboten. Für die ersten 500 Millionen Dollar AuM verzichtete der Anbieter bis Ende Februar 2026 komplett auf Gebühren.

    Die höhere Kostenstruktur ist kein Novum für Grayscale. Bereits beim Bitcoin Trust (GBTC) lag die Gebühr mit 1.50 Prozent weit über den Konkurrenzprodukten von BlackRock und Fidelity. Grayscale argumentiert implizit mit der etablierten Marke und dem bestehenden Anlegerstamm aus dem Trust-Produkt. Ob institutionelle Investoren bei einem Nischen-Asset wie AVAX denselben Aufpreis akzeptieren, bleibt offen.

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    Drei Anbieter teilen sich einen kleinen Markt

    VanEck startete den VAVX am 27. Januar 2026 mit einem initialen AuM von 2.49 Millionen Dollar. Seither wuchsen die verwalteten Vermögen auf 11.56 Millionen Dollar, bei kumulativen Zuflüssen von knapp 9 Millionen Dollar. Für einen Nischen-ETF auf einen Altcoin ist das ein solides Wachstum innerhalb von sechs Wochen.

    AVAX notierte zum Zeitpunkt des GAVA-Launches bei rund 9.53 Dollar. Das gesamte ETF-Volumen für Avalanche bewegt sich noch im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Bitcoin-ETFs verwalteten dagegen bereits Monate nach ihrem Launch Milliardensummen. Der AVAX-Markt operiert in einer völlig anderen Grössenordnung.

    Das regulatorische Umfeld hat sich unter der aktuellen US-Administration hingegen deutlich verändert. Die SEC zeigt grössere Offenheit gegenüber Krypto-ETF-Strukturen, insbesondere solchen mit integrierten Staking-Funktionen. Noch vor zwei Jahren wäre ein renditetragender Krypto-ETF in den USA kaum denkbar gewesen. Genau diese regulatorische Wende ermöglicht es nun Anbietern, Altcoin-basierte Yield-Produkte auf den Markt zu bringen.

    Von OTC zum börsengehandelten Produkt

    Grayscale hat in den vergangenen Jahren mehrere seiner geschlossenen Trust-Produkte in ETFs umgewandelt. Der Avalanche Trust reiht sich in eine Strategie ein, die das Unternehmen bereits bei Bitcoin und Ethereum umgesetzt hat. Die Umwandlung vom OTC-gehandelten Trust zum börsennotierten ETF verbessert die Liquidität. Entsprechend schrumpft typischerweise der Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV), unter dem viele Trust-Produkte über Jahre litten.

    Bei Avalanche ist die Ausgangslage jedoch eine andere als bei Bitcoin. Der AVAX-ETF-Markt steht erst am Anfang. Drei Anbieter wetteifern um institutionelles Kapital in einer Asset-Klasse, die weit weniger etabliert ist. Grayscales höhere Gebührenstruktur könnte zum Nachteil werden, sofern das Produkt keinen überlegenen Staking-Ertrag oder operativen Vorteil bietet. Gleichzeitig bringt der Vermögensverwalter bestehende Anleger aus dem Trust-Produkt mit und überführt sie nahtlos in den ETF.

    Der Wettbewerb unter den AVAX-ETF-Anbietern konzentriert sich auf Gebühren und Staking-Konditionen. Bitwise wartet noch auf die Börsenzulassung. Bei den Kosten hat Grayscale gegenüber VanEck und Bitwise den geringsten Spielraum.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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