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    A7A5 ist ein rubelgestützter Stablecoin von Old Vector, gehandelt über Grinex und erfasst von Sanktionen der USA, der EU und der Schweiz.

    A7A5

    von Redaktion cvj.ch am 22. August 2026 Glossar

    A7A5 ist ein rubelgestützter Stablecoin, der nach Angaben des US-Finanzministeriums 1:1 durch Rubel-Einlagen bei der russischen Promsvyazbank gedeckt ist. Emittentin ist die in Kirgisistan registrierte Firma Old Vector, die den Token auf Ethereum und Tron ausgibt. Als Handelsplatz dient vor allem die Börse Grinex.

    Der Token erschien im Januar 2025. Hinter ihm steht ein Firmengeflecht aus der Abwicklungsplattform A7 LLC, der Emittentin Old Vector und der russischen Promsvyazbank. Die Forensikfirmen Elliptic und TRM Labs ordnen A7A5 als Werkzeug für Zahlungen ein, die das westliche Bankensystem umgehen. Für Schweizer Finanzintermediäre ist der Begriff deshalb vor allem ein Fall für die Geldwäschereiprävention und die Sanktionsprüfung, nicht für den Handel.

    Wer A7A5 ausgibt und wie der Token gedeckt ist

    Emittentin von A7A5 ist nach der Analyse von Elliptic die in Kirgisistan registrierte Gesellschaft Old Vector. Der Stablecoin läuft auf Ethereum und Tron. Jeder A7A5 soll 1:1 durch Rubel-Einlagen bei der Promsvyazbank gedeckt sein, einer russischen Staatsbank. Diese finanziert nach Darstellung des US-Finanzministeriums den Verteidigungssektor des Landes und steht daher auf der amerikanischen Sanktionsliste. Emittentin und Handelsplatz haben ihren Sitz ausserdem nicht in Russland, sondern in Kirgisistan.

    Die Abwicklung läuft über A7 LLC, eine Trägerplattform für grenzüberschreitende Zahlungen. Nach Angaben des US-Finanzministeriums gehören diese Plattform und ihre Tochtergesellschaften A71 und A7 Agent zu 51% dem Geschäftsmann Ilan Shor. Dieselbe Mitteilung führt eine Verurteilung Shors wegen des Diebstahls von 1 Mrd. USD aus drei moldauischen Banken an. Beide Angaben zur Eigentümerstruktur stammen folglich aus Behördenmitteilungen, nicht aus Unterlagen des Emittenten.

    Wie eine Zahlung über A7A5 abläuft

    TRM Labs beschreibt den Ablauf als festes Muster. Zunächst zahlt ein russischer Akteur Rubel bei der Promsvyazbank ein und erhält dafür A7A5-Token von Old Vector. Die Token wandern anschliessend über Ethereum oder Tron an eine Gegenpartei ausserhalb Russlands, ohne dass die Zahlung das Bankensystem oder SWIFT durchläuft. Dort tauscht die Gegenpartei sie auf Grinex in USDT, das die Börse im Paar A7A5/USDT führt. Schliesslich wechselt sie USDT in lokale Währung oder andere Vermögenswerte. Auf der grenzüberschreitenden Strecke tritt somit keine sanktionierte russische Bank als direkte Zahlungspartei auf. Auf dem Weg vom Rubel in eine Fremdwährung ersetzt der Token letztlich die Korrespondenzbankbeziehung.

    Ethereum und Tron sind öffentliche Netzwerke, weshalb sich jede Übertragung von aussen vermessen lässt. Grinex ist die zentrale Drehscheibe dieses Kanals, eine zentralisierte Börse mit Registrierung in Kirgisistan. Die britische Regierung bezifferte das über eine dedizierte Börse bewegte A7A5-Volumen in ihrer Sanktionsbegründung auf 9.3 Mrd. USD innert vier Monaten. Diese Angabe beschreibt allerdings den Stand vom August 2025 und ist keine laufende Kennzahl. Der Kanal funktioniert nur, solange eine Gegenpartei bereit ist, A7A5 gegen USDT zu tauschen.

    Von Garantex zu Grinex

    Der Haupthandelsplatz von A7A5 ist aus der abgeschalteten Börse Garantex hervorgegangen. Nach Darstellung des US-Justizministeriums diente Garantex der Abwicklung von Erlösen aus Cyberkriminalität. Ursprünglich hatte das OFAC die Börse bereits Jahre vor ihrer Abschaltung sanktioniert.

    Später beschlagnahmten das Justizministerium und der US Secret Service die Garantex-Domains, koordiniert mit Deutschland und Finnland. Gleichzeitig klagten die US-Behörden die Administratoren Aleksej Besciokov und Aleksandr Mira Serda wegen Verschwörung zur Geldwäscherei an. Gegen Besciokov erhob die Anklagebehörde zudem den Vorwurf der Verschwörung zur Verletzung des International Emergency Economic Powers Act. Tether fror in Zusammenarbeit mit dem Secret Service 23 Mio. USD an Guthaben ein, die mit Transaktionen auf der sanktionierten Börse zusammenhingen.

    Laut TRM Labs gründete früheres Garantex-Personal daraufhin Grinex. Diese Börse wurde zur zentralen Handelsplattform für A7A5. Der Token selbst blieb von der Domainbeschlagnahme unberührt, weil er auf öffentlichen Blockchains liegt und nicht auf den Servern einer Börse. Juristisch sind Garantex und Grinex jedoch getrennte Ziele mit eigenen Listungsdaten, weshalb die Abschaltung der einen den Handel nicht beendete. Die folgenden Sanktionsentscheide richteten sich denn auch gegen Grinex.

    Ist der Stablecoin A7A5 sanktioniert?

    Mehrere Behörden haben A7A5 oder das Netzwerk dahinter erfasst. Massgeblich sind das US-Finanzministerium, das britische OFSI, der Rat der EU und der Schweizer Bundesrat. Die EU listete den Token mit ihrem 19. Sanktionspaket in Anhang LIII, was Transaktionen mit A7A5 im Binnenmarkt verbietet. Eine Listung des Tokens geht weiter als die Listung einer Firma, zumal sie am Instrument ansetzt und nicht am Rechtsträger. Die US-amerikanische und die britische Massnahme richten sich hingegen gegen die Emittentin, die Handelsplätze und beteiligte Personen.

    DatumBehördeMassnahme
    April 2022US OFACErstsanktionierung von Garantex
    6. und 7. März 2025US-Justizministerium, US Secret ServiceBeschlagnahme der Garantex-Domains, Anklage zweier Administratoren
    14. August 2025US OFACSanktionierung von Old Vector, A7 LLC, A71 und A7 Agent
    20. August 2025UK OFSISanktionierung von Grinex LLC, Old Vector LLC und Capital Bank of Central Asia
    23. Oktober 2025Rat der EU19. Sanktionspaket mit Listung von A7A5 in Anhang LIII sowie von Grinex, Old Vector und A7 LLC
    25. November 2025EUBeginn des Transaktionsverbots für A7A5
    25. Februar 2026Schweizer BundesratÜbernahme der weiteren EU-Massnahmen, in Kraft ab 26. Februar 2026

    Für die Schweiz zählt der Beschluss des Bundesrats vom 25. Februar 2026, der am Folgetag in Kraft trat. Er übernimmt die weiteren Massnahmen des EU-Pakets und untersagt sämtliche Krypto-Dienstleistungen an russische Staatsangehörige und Unternehmen. Zudem verbietet er Transaktionen mit bestimmten rubelgestützten Kryptowerten, wie dem Stablecoin A7A5. A7A5 ist dort also das genannte Beispiel einer Kategorie und nicht der alleinige Gegenstand des Verbots. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine in der Fassung der Änderung AS 2026 92.

    Laut der Sanktionsmeldung der FINMA stimmt die Schweizer Sanktionsliste mit jener der EU überein. Finanzintermediäre melden Treffer ferner dem SECO, worauf dieselbe Meldung hinweist. Insgesamt bestehen alle aufgeführten Massnahmen fort, Stand August 2026.

    Worin sich A7A5 vom digitalen Rubel unterscheidet

    A7A5 ist kein Zentralbankgeld. Old Vector ist eine private Gesellschaft, und die Deckung besteht nach Darstellung des US-Finanzministeriums 1:1 aus Rubel-Guthaben bei einer staatlichen Geschäftsbank. Ein digitaler Rubel wäre hingegen eine Verbindlichkeit der Notenbank. Die russische Zentralbank betreibt ihr Projekt für einen solchen digitalen Rubel getrennt von A7A5. Beide bilden zwar den Rubel ab, unterscheiden sich jedoch im Emittenten und in der Rechtsnatur.

    Ebenso wenig ist A7A5 ein dollargedeckter Stablecoin. Sein Bezugswert ist der Rubel, und im Handel dient er meist als Zwischenschritt auf dem Weg in USDT. Neben dem Rubelkurs hängt sein Wert daran, dass die behauptete Rubel-Deckung tatsächlich besteht. Das Handelsuniversum bleibt vergleichsweise eng, weil sich der Token im Wesentlichen auf Grinex und verwandte Russland-nahe Börsen beschränkt.

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