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    White House schaltet sich in CLARITY Act Streit zwischen Krypto-Firmen und Banken ein

    White House schaltet sich in CLARITY Act Streit zwischen Krypto-Firmen und Banken ein

    von Redaktion cvj.ch am 29. Januar 2026 Legal/Compliance

    Das White House organisiert für den 2. Februar ein Vermittlungstreffen zwischen Vertretern der Krypto-Industrie und des Bankensektors. Der Crypto Council unter Leitung von Director Patrick Witt und Crypto Czar David Sacks will die festgefahrenen CLARITY Act Verhandlungen wieder in Gang bringen.

    Teilnehmen sollen unter anderem Coinbase, die Blockchain Association und Vertreter des Banking-Sektors. Coinbase-CEO Brian Armstrong zog am 14. Januar die Unterstützung für den Gesetzentwurf zurück. Das geschah einen Tag vor dem geplanten Markup im Senate Banking Committee. Das Committee verschob die Abstimmung daraufhin auf unbestimmte Zeit. Armstrong formulierte seine Position unmissverständlich: Ein schlechtes Gesetz sei schlimmer als gar keines.

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    Stablecoin-Renditen als zentraler Streitpunkt

    Der Konflikt dreht sich um die Frage, ob Stablecoin-Emittenten Zinsen auf inaktive Guthaben zahlen dürfen. Der 278-seitige Senate-Entwurf vom 12. Januar verbietet solche Zinszahlungen auf ruhende Bestände. Gleichzeitig erlaubt er Belohnungen für transaktionsbasierte Aktivitäten. Coinbase sieht darin eine existenzielle Bedrohung für sein Geschäftsmodell. Allein im dritten Quartal 2025 generierte das Unternehmen 355 Millionen USD an Stablecoin-Umsätzen. S&P Global prognostiziert für das Gesamtjahr 2025 USDC-bezogene Einnahmen von 1.4 Milliarden USD - ein Anstieg von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Auf der anderen Seite stehen 53 Banking-Gruppen, darunter die American Bankers Association. Sie lobbyieren für das Verbot und verweisen auf 6.6 Billionen USD an Bankeinlagen, die durch Yield-bearing Stablecoins bedroht seien. Die Banken argumentieren, dass verzinste Stablecoins de facto als Einlagen ausserhalb des versicherten Bankensystems funktionieren. Coinbase hingegen betrachtet die Regelung als Protektionismus zugunsten etablierter Finanzinstitute.

    "Ohne eine klare gesetzliche Formulierung, die dieses Verbot in der derzeit vorangetriebenen Gesetzgebung zur Marktstruktur ausweitet, werden Billionen aus der Kreditvergabe an kommunale Einrichtungen abgezogen werden." - American Bankers Association

    Spannungen zwischen Coinbase und dem White House

    Armstrongs Rückzug löste hinter den Kulissen erhebliche Verstimmungen aus. Eine anonyme Quelle aus der Trump-Administration bezeichnete den Schritt als "rug pull against the White House". Der CLARITY Act geniesse schliesslich die Unterstützung des Präsidenten.

    Der Coinbase-CEO widersprach Berichten über einen Bruch mit dem White House. Die Gespräche seien "super constructive" gewesen. Das White House habe Coinbase ausserdem gebeten, eigenständig eine Einigung mit den Banken auszuloten. Ob die diplomatischen Worte die tatsächliche Lage widerspiegeln, bleibt jedoch offen. Keine der Seiten äusserte sich offiziell on the record.

    Die Krypto-Industrie selbst ist gespalten. Kraken Co-CEO Arjun Sethi unterstützt den Gesetzentwurf weiterhin und warnte vor den Folgen eines Scheiterns.

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    Der CLARITY Act und sein politischer Weg

    Der "Digital Asset Market Clarity Act of 2025" soll erstmals eine umfassende regulatorische Struktur für digitale Assets in den USA schaffen. Zentrales Element ist die Zuständigkeitsaufteilung zwischen CFTC und SEC. Die CFTC erhält exklusive Jurisdiktion über Spot-Märkte für digitale Commodities. Die SEC behält die Aufsicht über Investment-Contract-Assets. So soll die bisherige Praxis der "Regulation by Enforcement" durch klare gesetzliche Standards ersetzt werden.

    Im House passierte der Entwurf bereits im Juli 2025 mit deutlicher Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen. 78 Demokraten stimmten dafür - ein bemerkenswertes Zeichen überparteilicher Unterstützung. Senator Tim Scott, Chairman des Senate Banking Committee, veröffentlichte daraufhin mehrere Entwürfe. Der bereits verabschiedete GENIUS Act regelt zwar Stablecoins, deckt jedoch nur einen kleinen Teil des Krypto-Marktes ab. Patrick Witt bezeichnete den CLARITY Act daher als oberste Priorität des White House Crypto Council.

    Allerdings belastet die Ethik-Debatte um die Krypto-Investments der Trump-Familie das Gesetzgebungsverfahren zusätzlich. Demokraten fordern Conflict-of-Interest-Klauseln im Gesetzentwurf. Tim Scott lehnt solche Ergänzungen ab.

    Sinkende Erfolgsaussichten vor dem Vermittlungstreffen

    Die Prognosen für den CLARITY Act verschlechterten sich deutlich. Auf Polymarket fielen die Wettquoten für eine Verabschiedung von 80 auf 50 Prozent. Ron Hammond, Head of Policy bei Wintermute, sieht die Wahrscheinlichkeit sogar nur bei 40 Prozent. TD Cowen Analyst Jaret Seiberg warnte, Coinbases Rückzug könnte das gesamte Gesetzgebungsverfahren in dieser Legislaturperiode zum Scheitern bringen.

    Tim Scott zeigt sich dennoch zuversichtlich. Kollegen beider Parteien arbeiteten weiterhin "in good faith" an einer Lösung. Sein Ziel bleibt eine Verabschiedung vor den Midterm-Wahlen im November 2026. Patrick Witts ursprüngliches Ziel, Ende des ersten Quartals 2026 einen Durchbruch zu erreichen, gilt inzwischen als unrealistisch.

    Der Stablecoin-Markt umfasst mittlerweile 300 Milliarden USD. USDC allein erreichte im dritten Quartal 2025 eine Marktkapitalisierung von 74 Milliarden USD. Für Coinbase stehen bei durchschnittlich 15 Milliarden USD an USDC-Guthaben auf der Plattform konkrete Milliardenumsätze auf dem Spiel. Für die Banken geht es entsprechend um den Schutz ihres traditionellen Einlagengeschäfts. Das Treffen am 2. Februar wird zeigen, ob das White House eine Brücke zwischen diesen Positionen schlagen kann.

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    Über den Autor

    Redaktion cvj.ch

      Die CVJ Redaktion besteht aus einem Team von Blockchain Experten und informiert täglich und unabhängig über die spannendsten Neuigkeiten.

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