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    Kanada kündigt im Spring Economic Statement nationales Verbot von Krypto-Geldautomaten (ATMs) an. Rund 4'000 Maschinen sind betroffen.

    Kanada verbietet Krypto-Geldautomaten (ATMs)

    von Redaktion cvj.ch am 29. April 2026 Legal/Compliance

    Die kanadische Bundesregierung hat ein nationales Verbot von Krypto-Geldautomaten (ATMs) angekündigt. Betroffen sind rund 4'000 Maschinen, die derzeit in Kanada in Betrieb sind. Ottawa begründet den Schritt mit dem Missbrauch der Geräte für Betrug, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Sanktionsumgehung.

    Das Vorhaben gehört zu einem breiteren Massnahmenpaket gegen Finanzkriminalität. Parallel brachte die Regierung Gesetzgebung für eine neue Financial Crimes Agency mit Sitz in Ottawa ein. Kanadier sollen weiterhin in stationären Geschäften Kryptowährungen kaufen können. Konkrete Implementierungsdetails oder ein Inkrafttreten-Datum nannte das Finanzministerium im aktuellen Spring Economic Update bisher nicht

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    Massnahmenpaket gegen Geldwäsche und Betrug

    Das Frühlings-Wirtschaftsupdate sieht ein Bündel finanzieller Zuweisungen vor. Für die neue Financial Crimes Agency stellt der Bund 352.7 Millionen CAD (257 Mio. USD) über fünf Jahre bereit, danach laufend 82.1 Millionen CAD (60 Mio. USD) pro Jahr. Der Public Prosecution Service of Canada erhält CAD 46.2 Millionen über fünf Jahre, das Finanzministerium zusätzliche 19.6 Millionen CAD.

    Auch FINTRAC, die kanadische Finanzgeheimdienstbehörde, wird gestärkt. Über vier Jahre fliessen 17.9 Millionen CAD (13 Mio. USD) in die Erkennung und Störung illegaler Finanzierungsströme. Im Fokus stehen dabei Erpressung sowie der Fentanyl-Handel. Die Massnahmen richten sich somit nicht allein gegen Krypto-Geldautomaten (ATMs), sondern breiter gegen Money Services Businesses wie Wechselstuben und digitale Zahlungsanbieter.

    Justizminister Sean Fraser ist für die begleitenden Strafrechtsreformen zuständig. Im Originaltext des Wirtschaftsupdates heisst es, die Regierung wolle Kanadier schützen, indem sie den kriminellen Missbrauch sogenannter Money Services Businesses für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Sanktionsumgehung und Betrug durch strengere Regulierung, neue Vollzugsbefugnisse und ein Verbot von Krypto-Geldautomaten bekämpfe.

    Hohe Krypto-ATM-Dichte trifft auf wachsenden Betrugsschaden

    Kanada weist weltweit die höchste Krypto-ATM-Dichte pro Kopf auf. Pro eine Million Einwohner kommen rund 91 Maschinen. Mit etwa 3'839 Geräten gemäss CoinATMRadar hält das Land knapp 9.9 Prozent des globalen Krypto-ATM-Bestands. Der Marktführer Localcoin betreibt allein über 1'000 Standorte; die Top-10-Betreiber kontrollieren zusammen 92.2 Prozent des Marktes.

    Nach Daten des Canadian Anti-Fraud Centre meldeten Opfer 2024 Verluste von 14.2 Millionen CAD durch Krypto-ATM-Betrug. Allein im ersten Quartal 2025 lagen die gemeldeten Verluste bereits bei 4.2 Millionen CAD. Die Behörde schätzt, dass nur 5 bis 10 Prozent der Fälle überhaupt zur Anzeige kommen. Die tatsächlichen Schäden dürften daher ein Vielfaches betragen.

    Das CAFC dokumentiert, dass vor allem Senioren Opfer der Betrugsmaschen werden. In einem typischen Fall verlor eine 76-jährige Rentnerin aus Calgary über 12'000 CAD an zwei verschiedenen Krypto-ATMs nach einem Social-Engineering-Angriff. Das Schema folgt meist demselben Muster: Anrufer geben sich als Behördenmitarbeiter aus und weisen die Opfer telefonisch an, Bargeld zu heben und an einem Krypto-ATM einzuzahlen.

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    FINTRAC sah Risiken bereits 2023

    Die kanadische Finanzaufsicht hatte das Problem früh dokumentiert. Bereits im Februar 2023 veröffentlichte FINTRAC eine Analyse von Suspicious Transaction Reports. Darin identifizierte die Behörde Krypto-ATMs als primäres Werkzeug für Betrug und Geldwäsche. Betrug sei demnach die vorherrschende Vortat, gefolgt von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und Cyberkriminalität.

    Das typische Schema laut FINTRAC: Kriminelle zahlen Bargeld an einem Krypto-Geldautomaten ein und leiten die Mittel anschliessend über mehrere private Wallet-Adressen zu Hochrisiko-Börsen in Iran, Russland oder Belarus weiter. Geografische Hotspots sind die Greater Toronto Area, der Grossraum Montreal sowie Metro Vancouver. Die Täter halten Einzahlungen bewusst unter 999 CAD, um Meldepflichten zu umgehen, nutzen gefälschte Identitäten und bevorzugen Transaktionen in den Nachtstunden zwischen 21 und 03 Uhr.

    International liegt Kanada damit im Trend strengerer Regulierung. In Grossbritannien hat die Financial Conduct Authority alle nicht registrierten Krypto-ATMs verboten. Die Zahl der Bitcoin-Geldautomaten im Vereinigten Königreich fiel von 80 im März 2022 auf zuletzt zehn Geräte, ein Rückgang von rund 88 Prozent. In den USA verbot Tennessee als zweiter Bundesstaat Krypto-ATMs; in Minnesota verabschiedete das Repräsentantenhaus einen entsprechenden Gesetzentwurf. Der globale Krypto-ATM-Bestand sank im ersten Quartal 2026 um 597 Maschinen auf 38'928 Geräte. Parallel widerrief FINTRAC im laufenden Jahr Lizenzen mehrerer Dutzend Krypto-Dienstleister, darunter Börsen und Wallet-Anbieter. Wann das angekündigte ATM-Verbot konkret in Kraft tritt, lässt Ottawa allerdings offen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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