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    Sie sind hier:Home » Fokus » Legal/Compliance » Indiens Zentralbank RBI bekräftigt Kurs für Krypto-Verbot
    Die RBI bekräftigt in internen Dokumenten ihren Kurs für ein Krypto-Verbot, während Indiens Steuerbehörde vor Steuerhinterziehung warnt.

    Indiens Zentralbank RBI bekräftigt Kurs für Krypto-Verbot

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    von Redaktion cvj.ch am 8. Juli 2026 | Aktualisiert 9. Juli 2026 Legal/Compliance

    Die Reserve Bank of India (RBI) hat in internen Dokumenten von Mai und Juni 2026 erneut ihre Präferenz für ein Krypto-Verbot bekräftigt. Parallel warnt Indiens Steuerbehörde vor massiver Steuerhinterziehung über Offshore-Börsen, und das bei rund 39 Mio. Krypto-Anlegern im Land.

    Die RBI ist Indiens Zentralbank und verantwortet Geldpolitik wie Bankenaufsicht. Seit Jahren positioniert sie sich restriktiv gegenüber Kryptowerten, aus Sorge um Ansteckungsrisiken für das regulierte Bankensystem. 2018 untersagte ein RBI-Rundschreiben den Banken jeglichen Umgang mit virtuellen Währungen. Der Supreme Court hob dieses Verbot 2020 jedoch als unverhältnismässig auf. Seither operiert der Markt in einer regulatorischen Grauzone ohne eigenes Gesetz. Die nun bekannt gewordenen Dokumente zeigen, dass sich an der Verbots-Präferenz der Notenbank nichts geändert hat. Rund 39 Mio. Inder hielten laut Steuerbehörden-Schätzung per Ende Mai 2026 Krypto-Vermögen im Wert von etwa 2.1 Mrd. USD. Von 645'000 Personen mit Krypto-Transaktionen im Steuerjahr bis März 2023 deklarierte weniger als ein Viertel diese in der Steuererklärung.

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    RBI will Banken vollständig vom Kryptogeschäft ausschliessen

    Zunächst beschreibt die RBI in den Dokumenten von Mai und Juni 2026 ihre Haltung als eine Politik, die „zum Verbot tendiert". Konkret fordert die Notenbank, Banken und Finanzinstitute vollständig vom Halten, Handeln und jeglicher Exponierung gegenüber Krypto-Assets sowie privat ausgegebenen Stablecoins auszuschliessen. Damit will sie Ansteckungsrisiken für das regulierte Finanzsystem begrenzen. Ein solcher Ausschluss ginge somit deutlich weiter als der heutige Zustand.

    Formell sind indische Banken derzeit nicht vom Kryptogeschäft ausgeschlossen. Die meisten Institute meiden das Segment jedoch ohnehin, nachdem die Notenbank wiederholt vor den Risiken gewarnt hatte. Ein Gesetz, das die geforderte Trennung verbindlich festschreibt, existiert allerdings nicht. Gleichzeitig prüft das Ministry of Corporate Affairs Rechnungslegungsstandards für virtuelle digitale Assets, was auf eine gewisse regulatorische Bewegung hindeutet.

    Auffällig ist, dass sich die Skepsis der RBI gegen private Kryptowerte richtet, nicht gegen digitales Geld an sich. Die Notenbank betreibt seit 2022 nämlich selbst eine digitale Zentralbankwährung, den e-Rupee, und treibt dessen Verbreitung aktiv voran. Weder das Finanzministerium noch die RBI reagierten übrigens auf Anfragen von Reuters zu den Dokumenten.

    Steuerbehörde sieht Milliarden an unversteuerten Krypto-Gewinnen

    Ferner meldet sich Indiens Steuerbehörde mit einer eigenen Sorge zu Wort. In internen Vermerken warnt sie, dass sich der Handel über Offshore-Börsen und private Wallets kaum nachverfolgen lasse. Zudem erschweren Rupien-denominierte Peer-to-Peer-Trades die Zuordnung steuerbarer Einkünfte, weil sie ausserhalb der regulierten Handelsplätze stattfinden.

    Das Ausmass ist insgesamt beträchtlich. Rund 39 Mio. Inder hielten per Ende Mai 2026 Krypto-Vermögen im Wert von etwa 2.1 Mrd. USD, so die Schätzung der Behörde. Noch deutlicher wird die Compliance-Lücke bei einem älteren Datenpunkt. Von rund 645'000 Personen, die im Steuerjahr bis März 2023 Krypto-Transaktionen tätigten, deklarierte weniger als ein Viertel diese in der Steuererklärung.

    Globale Börsen wie Binance und Coinbase operieren durchaus legal in Indien, sofern sie sich bei der Financial Intelligence Unit registrieren. Die Nachverfolgung scheitert somit weniger an den grossen Plattformen als an den Ausweichrouten über ausländische Anbieter und den direkten Handel zwischen Privatpersonen.

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    Indiens Krypto-Politik schwankt zwischen Verbot und Regulierung

    Die härtere Linie der RBI steht im Widerspruch zur Position des Finanzministeriums. Im September 2025 hatte sich das Ministerium hingegen nach Konsultation mit der Notenbank intern für „begrenzte regulatorische Klarheit" statt für ein Verbot ausgesprochen. Bestehende Steuer- und andere Gesetze hätten die Risiken der Anlageklasse bereits weitgehend eingedämmt, so die damalige Begründung.

    Diese Uneinigkeit prägt Indiens Kryptopolitik seit Jahren. Ein Gesetzesentwurf von 2021, der private Kryptowährungen verbieten sollte, kam nie ins Parlament. Ein seit Langem angekündigtes Diskussionspapier zur Kryptoregulierung verschob die Regierung zudem wiederholt, zuletzt im April 2026. Zwischen der restriktiven Notenbank und dem pragmatischeren Ministerium hat sich bislang folglich keine Seite durchgesetzt. Letztlich bleibt die zentrale Frage offen, ob Indien Kryptowerte verbieten, regulieren oder im heutigen Schwebezustand belassen will.

    Seit dem RBI-Bankenverbot 2018 fehlt eine klare Kryptoregel

    Die heutige Grauzone hat einen konkreten Ursprung. Ursprünglich untersagte die RBI im April 2018 per Rundschreiben allen regulierten Banken den Handel mit virtuellen Währungen. Das Rundschreiben verbot ihnen ebenso Dienstleistungen für Krypto-Firmen, offiziell begründet mit Geldwäsche- und Terrorfinanzierungsrisiken. Im März 2020 hob der Supreme Court diese Anordnung im Verfahren IAMAI gegen RBI allerdings auf. Das Gericht befand das Verbot für unverhältnismässig. Kryptowerte hätten den Banken keinen nachweisbaren Schaden zugefügt, und mildere Mittel wären verfügbar gewesen.

    Ohne eigenes Kryptogesetz kennt Indien dennoch eine scharfe Besteuerung. Seit dem Unionshaushalt 2022 gilt eine pauschale Steuer von 30% auf Gewinne aus virtuellen digitalen Assets. Eine Verlustverrechnung zwischen verschiedenen Kryptowerten oder mit anderen Einkommensarten ist dabei ausgeschlossen. Ausserdem gilt seit dem 1. Juli 2022 eine Quellensteuer von 1% auf Krypto-Transaktionen. Beide Regelungen bleiben für 2026/2027 unverändert.

    Die von der RBI angeführten Risiken sind nicht theoretisch. Im Juli 2024 entwendeten Angreifer bei der Börse WazirX rund 234.9 Mio. USD. Ein Jahr später traf es CoinDCX, Indiens grösste Plattform, mit einem Verlust von etwa 44 Mio. USD. Beide Fälle unterstreichen letztlich die Sicherheitsprobleme, auf die sich die Notenbank in ihrer Argumentation stützt.

    International zieht die Kryptoregulierung an Indien vorbei

    Während Indien zögert, haben andere Jurisdiktionen längst Fakten geschaffen. Zunächst gilt in der EU seit Anfang 2025 die Verordnung MiCA vollständig und schafft ein einheitliches Regelwerk für Kryptowerte im Binnenmarkt. Ferner trat in den USA im Juli 2025 der GENIUS Act in Kraft. Er schuf das erste Bundesrahmenwerk für Zahlungs-Stablecoins mit einer 1:1-Reservepflicht.

    Gleichzeitig sind selbst restriktive Ansätze anderswo klarer definiert. China hält an einem umfassenden Kryptoverbot fest, während Japan und Singapur eigene Regulierungsrahmen etabliert haben. Indien hingegen bleibt trotz 39 Mio. Anlegern ohne verbindliche Linie. Folglich riskiert das Land, seine wachsende Krypto-Basis dauerhaft in einer rechtlichen Grauzone zu belassen, statt sie in geordnete Bahnen zu lenken.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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