Millennials bevorzugen digitale Währungen

Die sogenannten „Millennials“ sollen in den kommenden Jahrzehnten die wohlhabendste Generation der Geschichte werden. Banken könnte dies Grund zur Sorge bereiten, da die jüngeren Generationen einen Wandel zu unkonventionellen Bankgeschäften bevorzugen.

Millennials als reichste kommende Generation der Geschichte

Millennials sind per Definition Personen, die zwischen 1981 und 1996 geboren sind und somit zwischen 23 und 38 Jahre alt sind. Die Prognosen des U.S Census Bureau sehen die Millennials als die reichste kommende Generation der Geschichte an, noch vor den Baby Boomers. Die Baby Boomers haben eine rekordverdächtige wirtschaftliche Expansion erlebt und werden das daraus resultierende Vermögen an ihre Kinder weitergeben.

Quelle: Fundstrat

Eine Studie von Fundstrat prognostiziert, dass das verfügbare Einkommen für Millennials innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf über 7 Billionen Dollar wachsen wird, und bis 2030 werden sie fünfmal so viel Vermögen besitzen wie heute

Die spannende Frage zu diesem Szenario lautet: Was werden die Millennials mit diesem Reichtum machen? Es gibt zwei Möglichkeiten: Das Geld ausgeben, oder es sparen. Laut dem Millennial Disruption Index – einer 3-jährigen Studie mit 10.000 Millennials – haben diese allerdings grosses Misstrauen gegenüber Banken. Im Rahmen der Studie haben 71% der befragten Probanden ausgesagt, dass sie lieber zum Zahnarzt gehen würden, als auf alles zu hören, was die Banken raten.

Globale Finanzkrise 2008 hat das Vertrauen erschüttert

Einen Beitrag zu diesem vorhandenen Misstrauen hat sicherlich die globale Finanzkrise 2008 beigesteuert. Man kann diese als Weckruf für die Millennials sehen. Allein in den USA sind in Folge der Finanzkrise rund 13 Billionen Dollar an Haushaltsvermögen verschwunden, elf Millionen Menschen mussten ihre Häuser räumen und weitere neun Millionen Amerikaner haben ihren Arbeitsplatz verloren.

Eine Harvard-Studie kam zu dem Ergebnis, dass lediglich 14% der Millennials der Wall Street vertrauen, «die ganze Zeit oder die meiste Zeit das Richtige zu tun». 83% der Amerikaner glauben, dass die Wall Street keineswegs ethischer handelt als dies im Jahr 2008 der Fall war.

Angesichts dieser Ereignisse denken viele Millennials über alternative Formen zur Verwahrung von Vermögen nach. Rund 68% der Millennials würden es zumindest in Erwägung ziehen, die traditionelle Bankbeziehung zu beenden und auf eine digitale Bank eines Technologieunternehmens (Facebook, Google, Apple, Amazon…) umzusteigen. Bei den Baby Boomers sind lediglich 32% bereit, sich diesen Schritt zu überlegen.

Interesse an Krypto-Währungen bei Millennials ist hoch

Durch das vorhandene Misstrauen gegenüber den traditionellen Banken rücken digitale Assets immer weiter in den Fokus der jüngeren Generationen. Ein Viertel der amerikanischen Millennials, die zwischen 24 und 38 Jahren alt sind und 100.000 Dollar an individuellem oder gemeinsamen Einkommen verdienen, halten und verwenden Krypto-Währungen.

Weitere 31% sind an der Verwendung von Krypto-Währungen interessiert. Eine Studie des Unternehmens «Blockchain Capital» ergab, dass rund 9% der Bevölkerung Bitcoin besitzt – bei den 18-34jährigen liegt diese Quote bei 18%.

Quelle: Blockchain Capital Blog

Ein weiterer wichtiger Punkt, ist die Internetaffinität der Millennials. Die Mehrheit der Millennials ist sowohl mit dem Festnetz, als auch mit dem Smartphone aufgewachsen. Die Möglichkeit, jede Information online abzurufen, hat die gesamte Generation geprägt.

Millennials haben meist schon in Spielen mit virtuellen Währungen Kontakt

Die Millennials werden die Wirtschaft weiterhin umformen. Als gutes Beispiel für diese Bewegung ist zum Beispiel der E-Sport, welcher bei jüngeren Generationen immer häufiger traditionellen Sportarten vorgezogen wird. Häufig wird in diesen Spielen mit virtuellen Währungen hantiert, welche es dem Spieler erlauben reales Geld in «Spielgeld» einzutauschen. Weit verbreitete Spiele setzen Milliarden mit dem Verkauf der geschaffenen «virtuellen Währung» um.

Bitcoin und Kryptowährungen im generellen könnten Nutzniesser des «Great Wealth Transfer» werden.

Dieser Schritt von der virtuellen Währung zur Krypto-Währung ist kleiner, als man annimmt. Auch Bitcoin hat viele Eigenschaften von diesem Geld, an das sich die jüngere Generation gewöhnt hat. Ein Wallet zu downloaden und digitale Währungen zu kaufen, ist schneller erledigt als ein Bankkonto zu Banköffnungszeiten zu eröffnen und mit diesem zu hantieren. Millennials erwarten, dass der On-Demand-Service nur einen Klick entfernt ist, ohne Einschränkungen oder Bestimmungen.

Die Millennials könnten das digitale Zeitalter also mit offenen Armen annehmen und gleichzeitig dem traditionellen Finanzsystem immer mehr den Rücken kehren.

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Redaktion cvj.ch

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