Close Menu
Crypto Valley Journal
    Facebook X (Twitter) Instagram
    Crypto Valley Journal
    • Aktuell
      • News
      • Köpfe
    • Fokus
      • Hintergrund
      • Blockchain
      • Legal/Compliance
      • Nicht-Fungible Token (NFTs)
    • Invest
      • Märkte
      • Finanzprodukte
      • Dezentrale Finanzen (DeFi)
      • Börsenübersicht
    • Wissen
      • Basiswissen
      • Glossar
      • Politiker zu Krypto
    • Statistiken
      • Bitcoin-ETF-Flows
      • Ethereum-ETF-Flows
      • Krypto-Marktdaten
      • On-Chain-Daten
    • Akademie
      • Übersicht
      • Teil 1: Blockchain
      • Teil 2: Geld
      • Teil 3: Bitcoin
      • Teil 4: Kryptowährungen
      • Teil 5: Dezentrale Finanzen
      • Teil 6: Investieren
    • Deutsch
      • English
    Crypto Valley Journal
    Sie sind hier:Home » Fokus » Hintergrund » Aave-Governance-Krise offenbart fundamentale Spannung zwischen Protokollwert und Token-Wertakkumulation
    Aave-Governance-Krise offenbart fundamentale Spannung zwischen Protokollwert und Token-Wertakkumulation

    Aave-Governance-Krise offenbart fundamentale Spannung zwischen Protokollwert und Token-Wertakkumulation

    von Redaktion cvj.ch am 23. Dezember 2025 Hintergrund

    Die grösste DeFi-Kreditplattform steht vor einer wegweisenden Entscheidung: Die Aave DAO und Aave Labs streiten öffentlich um Markenrechte, Frontend-Einnahmen und die grundsätzliche Frage, wem das Protokoll gehört.

    Der Konflikt verdeutlicht eine zentrale Herausforderung für dezentrale Finanzprotokolle – die strukturelle Divergenz zwischen Equity-Value und Token-Value-Accrual. Der AAVE-Token verlor seit Beginn der Auseinandersetzung 18 Prozent an Wert. Der Konflikt begann am 4. Dezember 2025, als Aave Labs den Swap-Provider auf dem Frontend von ParaSwap (heute Velora) auf CoW Swap umstellte. Am 12. Dezember deckte Marc Zeller von der Aave Chan Initiative auf, dass die Swap-Gebühren nicht in die DAO-Treasury flossen. Stattdessen leitet Aave Labs die Einnahmen – geschätzt auf über zehn Millionen Dollar jährlich – in eine eigene Wallet um. Zeller bezeichnete das Vorgehen als "verdeckte Privatisierung" von Protokolleinnahmen.

    Abonnieren Sie unseren Newsletter

    Die besten Artikel der Woche direkt in ihre Mailbox geliefert.

    Protokoll versus Produkt: Die zentrale Differenz

    Aave Labs verteidigt die Praxis mit einer klaren Unterscheidung: Das Protokoll gehört der DAO, das Frontend-Interface jedoch ist ein eigenständiges Produkt. Gründer Stani Kulechov argumentiert, Aave Labs finanziere, entwickle und betreibe das Interface auf aave.com seit über acht Jahren unabhängig vom Smart-Contract-Protokoll. Die Lizenzierung reflektiere diese Trennung eindeutig.

    Kulechov betont, dass Gebühren aus dem früheren Swap-Provider Velora – etwa 1.1 Millionen Dollar im Jahr 2025 – lediglich aus "regulatorischer Unsicherheit" an die DAO gespendet wurden, nicht aus einer rechtlichen Verpflichtung heraus. Die Behauptung, Aave Labs schulde der DAO eine treuhänderische Pflicht, bezeichnet er als "Unsinn". Die CoW-Swap-Adapter habe das Unternehmen eigenständig entwickelt und finanziert, um Nutzern bessere Preise und MEV-Schutz zu bieten.

    Die DAO-Vertreter sehen das grundlegend anders. Delegate Ezr3al wies nach, dass die CoW-Swap-Integration mindestens zehn Millionen Dollar jährlich generiert – ein Vielfaches der früheren Velora-Einnahmen von 1.1 Millionen Dollar in 2025. Zusätzlich verliert die DAO Einnahmen aus Flash-Loan-Gebühren: CoW-Swap-Solver nutzen Balancers gebührenfreie Flash-Loans statt Aaves kostenpflichtige Variante. Die Aave Chan Initiative charakterisiert die Situation als "verdeckte Privatisierung von ungefähr zehn Prozent des potenziellen DAO-Revenues unter Nutzung von Markenrechten, die von der DAO finanziert wurden".

    Abstimmung ohne Konsens eskaliert den Streit

    Am 23. Dezember eröffnete Aave Labs eine Snapshot-Abstimmung über einen Vorschlag, der AAVE-Token-Inhabern die Kontrolle über Markenassets übertragen soll. Der Vorschlag verlangt die Übergabe von Domains wie aave.com, Social-Media-Accounts, GitHub-Organisationen und Namensrechten an eine DAO-kontrollierte Rechtsstruktur mit "starken Anti-Capture-Schutzmechanismen".

    Die Eskalation zur formalen Abstimmung erfolgte jedoch ohne Zustimmung des Autors. Ernesto Boado, ehemaliger CTO von Aave Labs und aktueller Co-Founder von BGD Labs, erklärte, Aave Labs habe seinen Vorschlag "einseitig und überstürzt zur Abstimmung eingereicht, mit meinem Namen darauf, ohne mich überhaupt zu informieren". Er hätte die vorgelegte Version nicht genehmigt, während die Community-Diskussion noch lief. Boado bezeichnete das Vorgehen als "schändlich" und forderte Token-Inhaber auf, sich der Abstimmung zu enthalten.

    Marc Zeller charakterisierte die Aktion als "feindliche Übernahme durch Labs". Was als Bemühung um Klarheit und eine fairere Beziehung zwischen Token-Inhabern und Stewards begonnen habe, werde nun zum Machtkampf. Zudem falle die Abstimmung bewusst in die Weihnachtszeit – ein Zeitpunkt, der das Verfahren sabotieren solle. Die Abstimmung endet am 26. Dezember.

    Ray Dalio hält zwar selbst 1% seines Vermögens in Bitcoin, sieht die Kryptowährung gegenüber Gold aber als ungeeignetes Reserve-Asset. Köpfe

    Starinvestor Ray Dalio stuft Bitcoin als Gold unterlegen ein

    Die Tokenisierung eröffnet Unternehmen neue Wege, Investoren flexibel einzubinden und Finanzierungen effizient zu gestalten. Hintergrund

    Tokenisierte Beteiligungen: steuerlich effiziente Alternative zu klassischen Beteiligungen?

    VanEck listet mit VBNB den ersten US-Spot-BNB-ETF an der Nasdaq. Fee 0.39%, Verwahrung bei Anchorage Digital, kein Staking zum Start. Finanzprodukte

    VanEck startet ersten US-BNB-ETF (VBNB) an der Nasdaq

    Transparenz im Digital Finance basiert auf Proof of Reserves, Merkle Trees, MPC-Verwahrung und 24/7-Monitoring für Solvenznachweise. Basiswissen

    Transparenz als Fundament der Sicherheit im Digital Finance

    Ray Dalio hält zwar selbst 1% seines Vermögens in Bitcoin, sieht die Kryptowährung gegenüber Gold aber als ungeeignetes Reserve-Asset. Köpfe

    Starinvestor Ray Dalio stuft Bitcoin als Gold unterlegen ein

    Die Tokenisierung eröffnet Unternehmen neue Wege, Investoren flexibel einzubinden und Finanzierungen effizient zu gestalten. Hintergrund

    Tokenisierte Beteiligungen: steuerlich effiziente Alternative zu klassischen Beteiligungen?

    Protokoll- und Unternehmenswert versus Token-Wertakkumulation

    Der Aave-Konflikt exemplifiziert eine grundlegende Spannung in DeFi-Governance-Strukturen: Die Divergenz zwischen Protokollwert und Token-Wertakkumulation. Aave Labs operiert faktisch wie ein traditionelles Technologieunternehmen – es entwickelt Software, betreibt Infrastruktur und monetarisiert Frontend-Services. Der wirtschaftliche Wert dieser Aktivitäten fliesst jedoch nicht automatisch zu den AAVE-Token-Inhabern. Diese Struktur entspricht klassischen Equity-Modellen: Shareholder profitieren von Unternehmenswert durch Dividenden oder Kursgewinne, haben jedoch keine direkte Kontrolle über operative Geschäftsentscheidungen. Aave Labs argumentiert, genau diese Autonomie sei notwendig, um Innovation zu finanzieren und das Produkt weiterzuentwickeln.

    Token-Inhaber hingegen erwarten, dass Wert, der durch das Aave-Ökosystem generiert wird, auch zu ihnen zurückfliesst – entweder durch direkte Gebührenverteilung, Buyback-Programme oder andere Mechanismen der Token Value Accrual. Das Aave-Protokoll selbst generiert beträchtliche Einnahmen: Im vierten Quartal 2025 erreichten die Einnahmen ein Rekordhoch von 22.56 Millionen Dollar. Die DAO genehmigte kürzlich ein permanentes Buyback-Programm über 50 Millionen Dollar jährlich, finanziert aus Protokolleinnahmen von rund 169 Millionen Dollar pro Jahr.

    Dennoch profitieren Token-Inhaber nicht direkt von Frontend-Gebühren, die Aave Labs über das Interface generiert. Die Kontrolle über Markenassets, Domains und Social-Media-Kanäle liegt bei Aave Labs – nicht bei der DAO. Diese Diskrepanz zwischen On-chain-Governance des Protokolls und Off-chain-Kontrolle über Marke und Interface bildet den Kern des Konflikts.

    Marktreaktion und institutionelle Konsequenzen

    Der AAVE-Token verlor seit dem 16. Dezember 18 Prozent an Wert und entwickelte sich damit zum schwächsten Performer unter den Top-100-Kryptowährungen. Ein Grossinvestor verkaufte 230'000 AAVE-Token im Wert von 38 Millionen Dollar, was einen abrupten Einbruch um zehn Prozent binnen eines Tages auslöste. Kulechov reagierte mit einem Signal der Überzeugung: Er akkumulierte über sieben Tage insgesamt 84'033 AAVE-Token im Wert von 12.6 Millionen Dollar am offenen Markt – bei einem Durchschnittspreis von 176 Dollar pro Token.

    Dennoch bleibt das Marktvertrauen gedämpft. Polymarket-Wetten zeigen lediglich eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit für die Annahme des Vorschlags – ein Rückgang um 26 Prozentpunkte seit Wochenbeginn. Gleichzeitig verzeichnet das Protokoll selbst weiterhin starke Kapitalzuflüsse: Der Total Value Locked (TVL) stieg seit dem 18. Dezember um 1.42 Milliarden Dollar auf über 34 Milliarden Dollar. Aave kontrolliert damit rund 60 Prozent des DeFi-Lending-Marktes.

    Diese Diskrepanz zwischen Token-Performance und Protokoll-Nutzung unterstreicht das zentrale Problem: Starke Fundamentaldaten des Protokolls übersetzen sich nicht automatisch in Token-Wert, wenn die Governance-Struktur keine klaren Mechanismen zur Value Accrual bietet.

    Wegweisender Präzedenzfall für DeFi-Governance

    Der Ausgang der Abstimmung wird weitreichende Implikationen für das gesamte DeFi-Ökosystem haben. Sollte die DAO die Kontrolle über Markenassets erlangen, etabliert dies einen Präzedenzfall: Token-Governance erstreckt sich nicht nur auf Smart Contracts, sondern auch auf Off-chain-Assets wie Domains, Markenrechte und Social-Media-Präsenzen. Eine Ablehnung des Vorschlags hingegen zementiert das Modell der funktionalen Trennung: DAOs kontrollieren Protokolle, während Entwicklungsteams eigenständige Produkte betreiben und monetarisieren. Dieses Modell erlaubt schnellere Innovation und klare Verantwortlichkeiten, schafft jedoch strukturelle Interessenskonflikte zwischen Equity-Inhabern (Labs) und Token-Inhabern (DAO).

    Die Situation wirft grundlegende Fragen auf: Können dezentrale Organisationen effektiv kommerzielle Assets kontrollieren? Welche rechtlichen Strukturen sind erforderlich, um Token-Inhaber vor "Capture" durch einzelne Akteure zu schützen? Wie lassen sich Anreize zwischen Entwicklern und Community langfristig alignieren?

    Parallel zur Governance-Krise verkündete die US-Börsenaufsicht SEC das Ende ihrer vierjährigen Untersuchung gegen Aave – ohne Enforcement-Massnahmen. Diese regulatorische Klarheit bietet theoretisch Raum für konstruktive Lösungen. Ob die zerstrittenen Parteien diesen Spielraum nutzen oder der Konflikt in einem Bruch endet, wird sich zeigen. Das Ergebnis dürfte die Entwicklung von DeFi-Governance-Modellen für Jahre prägen.

    Share. Facebook Twitter LinkedIn Email Telegram WhatsApp

    Über den Autor

    Redaktion cvj.ch
    • Website
    • Twitter
    • LinkedIn

    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

    Verwandte Artikel

    OpenZeppelin-Mitgründer Aráoz nennt das gesamte DeFi unsicher und rät zum Ausstieg. Das DeFi Sicherheitsrisiko trifft auch Aave und Compound.

    OpenZeppelin-Mitgründer bezeichnet gesamten DeFi-Bereich als unsicher

    Die Tokenisierung eröffnet Unternehmen neue Wege, Investoren flexibel einzubinden und Finanzierungen effizient zu gestalten.

    Tokenisierte Beteiligungen: steuerlich effiziente Alternative zu klassischen Beteiligungen?

    CLARITY Act DeFi

    CLARITY Act: Der wichtigste Krypto-Deal des Jahres steht vor der Entscheidung

    Krypto-Assets bei Raiffeisen ab 2027: Die Schweizer Genossenschaftsbank bietet Handel und Verwahrung mit Sygnum als Partner.
    29. Mai 2026

    Exklusiv: Raiffeisen bietet ab 2027 Krypto-Handel und -Verwahrung an

    Sui Netzwerkausfall am 28. Mai 2026: Das Mainnet stand zwei Stunden still, SUI fiel um 8% - der dritte Ausfall seit 2023.
    29. Mai 2026

    Sui Netzwerkausfall stoppt zwei Stunden lang die Blockproduktion

    VanEck listet mit VBNB den ersten US-Spot-BNB-ETF an der Nasdaq. Fee 0.39%, Verwahrung bei Anchorage Digital, kein Staking zum Start.
    28. Mai 2026

    VanEck startet ersten US-BNB-ETF (VBNB) an der Nasdaq

    twitter bild button instagram bild button linkedin bild button youtube bild button

    Über Crypto Valley Journal
    Über Crypto Valley Journal

    Am Puls der Bewegung

    • Akademie
    • Kontakt
    • Werbung
    • Über uns
    • Partner
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Disclaimer
    Suche

    Type above and press Enter to search. Press Esc to cancel.