Wochenrückblick Kalenderwoche 8 – 2021

Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Krypto-Währungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.

Digitale Währungen von Zentralbanken (CBDCs) werden kommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet intensiv an einem digitalen Euro, die chinesische Notenbank hat bereits digitale Yuan in den Umlauf gebracht. CBDCs eröffnen für Notenbanken neue fiskalpolitische Möglichkeiten. Geldflüsse lassen sich anhand von ihnen präzis messen und verfolgen. Genau in diesem Gebiet häufen sich die Zweifel bezüglich dem Schutz der Privatsphäre der Nutzer. Diesen Bedenken möchte die Schweizerische Nationalbank (SNB) entgegenwirken. In einem Arbeitspapier zum Thema „Retail-CBDCs“ veröffentlichte das Institut eine Studie zum Thema. Potenzial sieht die Notenbank in „GNU Taler“, einem Projekt der Berner Fachhochschule.

Der aktuell grösste Stablecoin einer privaten Firma heisst Tether (USDT). USDT ist an den Preis des US-Dollars gebunden und mit einem täglichen Handelsvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar die liquideste Kryptowährung. Verwaltet wird der Token von Tether Limited, welche 2019 von der US-Staatsanwaltschaft angeklagt wurde. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, nicht alle Token mit realen Dollars gedeckt zu haben und damit den Markt zu manipulieren. Nach zweieinhalb Jahren Rechtsstreit einigten sich die Parteien, die Klage beizulegen. Die Krypto-Börse Bitfinex hat den Behörden mehr als 2,5 Millionen Seiten Unterlagen zur Verfügung gestellt, um deren Fragen zu beantworten. Die volle Kooperation mit der Generalstaatsanwaltschaft zahlte sich nun aus.

Eine aufkommende Sparte in der Krypto-Welt stellen sogenannte „Nicht fungible Token“ (NFT) dar. Nicht fungibel bedeutet dabei, dass sie einzigartig und nicht replizierbar sind. So sind NFTs ideal für Kunstwerke und Sammlerstücke geeignet. Da die Token auf einer öffentlichen Blockchain liegen, kann ihr Besitz klar nachgewiesen werden. Die NFT-Token selbst sind so unzerstörbar wie die Blockchain, auf welcher sie sich befinden. Das Eigentum regelt der spezifische Smart-Contract. Bereits im Oktober wurde eine digitale Kunstkollektion in Form von NFTs für 800’000 US-Dollar verkauft. Dieser Rekord wurde unterdessen mehrfach gebrochen. Ein Einblick in den stark wachsenden Bereich der digitalen Kunst.

Andreas Antonopoulos ist ein Bestseller-Autor, Referent, Lehrer und Experte für Bitcoin und offene Blockchain-Technologien. Er hat als Dozent für den kostenlosen Kurs „Einführung in digitale Währungen“ an der Universität von Nikosia gearbeitet. Zusammen mit dem Co-Autor des Kurs-Curriculums hat Antonopoulos zwei technische Bücher für Programmierer geschrieben, „Mastering Bitcoin“ und „Mastering Ethereum„. Gegenüber CVJ.CH äussert sich der Kryptoexterte zu Tokenisierung und mehr.

Ausserdem: Ein Nachteil des Wachstums auf der Ethereum-Blockchain sind die steigenden Transaktions-gebühren. Da eine Vielzahl von NFT und DeFi-Applikationen darauf bauen, ist das Netzwerk stark ausgelastet. Das Ethereum Improvement Proposal 1559 – auch bekannt als EIP-1559 – soll Abhilfe leisten. Es schlägt vor, Gebühren dynamisch an das Volumen anzupassen. Ein Teil der Transaktionsgebühren, welche an die Miner gezahlt werden, würden zusätzlich „verbrannt“ und die Volatilität der Gasgebühren fixiert. Ethereum hat im Gegensatz zu Bitcoin keine Obergrenze von Ether im Protokoll vorprogrammiert. Der Vorschlag von EIP-1559 könnte auf lange Sicht einen deflationären Einfluss auf die Gesamtmenge an Ether mit sich bringen. Der Vorschlag würde vor allem die Benutzererfahrung verbessern und könnte laut einem Entwickler schon im Juli implementiert werden.


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Selektierte Artikel im Wochenrückblick:

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Digitale Zentralbankwährung (CBDC) mit Datenschutz


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Klage gegen Stablecoin-Unternehmen Tether wird eingestellt


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Nicht fungible Token (NFTs) – Einzigartig und unaufhaltsam


Können sich Kryptowährungen durchsetzen? Wie wird die Blockchain-Technologie unser Leben beeinflussen?

5 Fragen beantwortet von Andreas M. Antonopoulos


Ein kontroverser und wegweisender Vorschlag für das Ethereum-Protokoll könnte diesen Sommer implementiert werden.

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