Wochenrückblick Kalenderwoche 47

Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Krypto-Währungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.

Der Bitcoin Preis setzte die vierte Woche in Folge neue Jahreshöchststände und befindet sich mittlerweile auf über 18.000 USD, nahe dem Allzeithoch von 2017/18. Hinter dem diesjährigen Kursanstieg steht zusehends Interesse aus der institutionellen Welt, die Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel entdeckt. Möglich wurde diese Entwicklung nicht zuletzt durch günstige regulatorische Entscheide, die Kryptowährungen als eigene Asset-Klasse anerkannten. So kam es in diesem Jahr dazu, dass der Zahlungsdienstleister PayPal zukünftig ihren Kunden das Kaufen von Bitcoin und Co. ermöglicht. Trotzdem bleiben nicht wenige Leute weiterhin skeptisch. So beispielsweise der Hedgefonds-Manager Ray Dalio, der sich diese Woche erneut zu Bitcoin äusserte. Obwohl der „Gold Bug“ ein ausgesprochener Fiat-Gegner ist, sieht er in der Kryptowährung keine Alternative. Er kritisiert vor allem hohe Volatilität und die Gefahr, dass Regierungen die Währung womöglich verbieten könnten.

Vorhaltungen gegenüber der noch jungen Kryptowährung sind allgegenwärtig. Das ist bei einer neuen, aufstrebenden und komplexen Technologie nicht erstaunlich. Vorurteile und Kritikpunkte wie jene von Ray Dalio ranken sich seit Jahren um die älteste digitale Währung. Finanzwissenschaftlerin Lyn Alden fasst in einem umfassenden Essay die sieben hartnäckigsten Bitcoin Missverständnisse zusammen. Darin analysiert sie Aussagen wie „Bitcoin ist eine Blase“, oder „Bitcoin hat keinen inneren Wert“. Sie zeigt ausserdem auf, dass Volatilität für einen jungen Vermögenswert wie Bitcoin in der Wachstumsphase essenziell ist und ein „Bitcoin-Verbot“ über die Zeit immer undenkbarer wird.

Das Feld der Blockchain Anwendungen und digitalen Assets ist 2020 rapide gewachsen. Dahinter stehen Spezialisten und Unternehmer, die mit Enthusiasmus Produkte und Dienstleistungen im Ökosystem vorantreiben. Hierfür wurde das Format „5 Fragen“ ins Leben gerufen. Im neuen Interview-Format werden auf dieselben wiederkehrenden Fragen unterschiedliche Ansichten von Spezialisten aus der rapide wachsenden Blockchain-Welt wiedergegeben. Den Anfang macht der ehemalige Bankier und Gründer der Crypto Finance Group, Jan Brzezek. Er ist der Meinung, dass bei allen disruptiven Technologien der kurzfristige Einfluss überschätzt und der langfristige massiv unterschätzt wird. Das grösste Potenzial sieht er in der Tokenisierung, also der Repräsentation eines Vermögenswertes auf der Blockchain.

Die Blockchain Technologie eignet sich für Anwendungen, wo ein hohes Mass an Transparenz und Glaubwürdigkeit vorausgesetzt wird. Ein klassisches Beispiel ist der Einsatz im Bereich der Lieferketten. In Kooperation mit dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) möchte IT Gigant IBM eine neue Plattform für transparente Lieferketten schaffen. Das Projekt bezieht sich spezifisch auf die Textilindustrie, die stark verflochtene und besonders komplexe Strukturen in den Lieferketten aufweist.

Ausserdem: Die Philosophie von Bitcoin und die neuen Möglichkeiten der Tokenisierung inspiriert Leute aus den verschiedensten Bereichen. Das Künstlerensemble Bitcoin Movement, setzt ebenfalls auf die neue Technologie. Dabei wird die Mode-Kollektion des britischen Künstlers Zuby, vollständig auf der Blockchain widerspiegelt. So können anhand eines eingearbeiteten Chips produktspezifische Informationen wie die Authentizität durch eine App überprüft werden. Das Projekt mag nicht revolutionär wirken, doch es ist ein Schritt in die Richtung des digitalen Handels von Sammlerstücken.


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