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    Der US-Senat hat einstimmig ein Prediction Market Verbot für Mitglieder und Mitarbeiter verabschiedet. Auslöser: Insider-Trading-Skandal.

    US-Senat verbietet Mitgliedern Handel auf Prediction Markets

    von Redaktion cvj.ch am 1. Mai 2026 News

    Der US-Senat hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, die Senatoren und deren Mitarbeitern den Handel auf Prediction Markets wie Kalshi und Polymarket untersagt. Die Massnahme tritt sofort in Kraft und ändert zugleich die internen Senatsregeln. Folglich ist eine Unterschrift des Präsidenten nicht nötig.

    Eingebracht hatte die Vorlage zunächst Senator Bernie Moreno (R-Ohio) am 24. April 2026. Anschliessend erweiterte Senator Alex Padilla (D-Kalifornien) sie per Amendment auf Senatsmitarbeiter. Auslöser des Verbots ist eine Serie von Insider-Trading-Skandalen rund um Polymarket-Wetten zu klassifizierten Militäroperationen und politischen Ereignissen.

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    Fall Van Dyke löst regulatorische Welle aus

    Im Zentrum steht die Anklage gegen Master Sgt. Gannon Ken Van Dyke. Der 38-Jährige aus Fayetteville, North Carolina, ist Angehöriger der U.S. Army Special Forces. Konkret klagte ihn das US-Justizministerium am 23. April 2026 an. Hintergrund ist die Beteiligung Van Dykes an "Operation Absolute Resolve" - jener Mission, bei der das US-Militär den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores am 3. Januar 2026 fasste.

    Laut DOJ eröffnete Van Dyke bereits am 26. Dezember 2025 ein Polymarket-Konto und setzte 33'933 USD auf vier Venezuela- und Maduro-bezogene Märkte. Der grösste Einzeleinsatz von 32'537 USD entfiel dabei auf den Markt "Maduro verlässt Amt bis 31. Januar". Daraus erzielte er schliesslich 404'222 USD Gewinn - eine Rendite von 1'242%. Allein am 2. Januar 2026, einen Tag vor Maduros Festnahme, platzierte er ausserdem mehr als 26'000 USD seiner Wetten.

    Insgesamt erhebt das DOJ fünf Anklagepunkte: dreimaliger Verstoss gegen den Commodity Exchange Act, Wire Fraud und unrechtmässige Geldtransaktion. Damit summiert sich die maximale Strafe auf bis zu 60 Jahre Haft. Am 28. April 2026 plädierte Van Dyke jedoch auf "nicht schuldig". Polymarket kooperierte hingegen mit dem DOJ und meldete den Nutzer den Behörden.

    Iran-Wetten und Kalshi-Suspendierungen verstärken Druck

    Parallel zum Fall Van Dyke berichtete die Associated Press über eine Gruppe neu erstellter Polymarket-Konten, die am 7. April 2026 präzise Wetten auf einen US-Iran-Waffenstillstand platzierten. Die Einsätze erfolgten dabei Stunden vor Donald Trumps offizieller Ankündigung und brachten den Beteiligten Hunderttausende Dollar Gewinn. Insgesamt nennt Roll Call mindestens 50 neue Konten an diesen Wetten.

    Zuvor hatte Kalshi am 22. April 2026 bereits einen US-Senatskandidaten und zwei Kandidaten für das Repräsentantenhaus suspendiert und sanktioniert. Der Vorwurf lautet politisches Insider-Trading auf die eigenen Kampagnen. Damit demonstrierte die regulierte CFTC-Plattform eigene Kontrollmechanismen. Den politischen Gegenwind konnte sie dadurch jedoch nicht aufhalten.

    Kalshi-CEO Tarek Mansour begrüsste die Resolution öffentlich und verwies darauf, dass die Plattform Kongressmitglieder bereits proaktiv blockiere und Insider-Trading durchsetze. Folglich zeigt die einstimmige Verabschiedung ohne namentliche Abstimmung, wie stark der bipartisanische Konsens hinter dem Verbot inzwischen ist.

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    Weitergehende Gesetzgebung in Vorbereitung

    Die Senatsresolution ist allerdings nur der schnellste Teil einer breiteren Gesetzgebungsoffensive. Bereits am 5. März 2026 brachten Jeff Merkley (D-Oregon) und Amy Klobuchar (D-Minnesota) den "End Prediction Market Corruption Act" (S. 4017) ein. Damit würde die Vorlage Präsident, Vizepräsident und Kongressmitglieder vollständig vom Prediction-Market-Handel ausschliessen. Bei Verstössen drohen zudem Bussen bis 10'000 USD pro Fall. Ausserdem erhielte die CFTC neue Ermittlungskompetenzen. Co-Sponsoren sind ferner Chris Van Hollen, Adam Schiff und Kirsten Gillibrand.

    Im Repräsentantenhaus haben hingegen Adrian Smith (R-Nebraska) und Nikki Budzinski (D-Illinois) den engeren "PREDICT Act" eingebracht. Dieser verbietet Regierungsbeamten und ihren Familien den Handel nur dann, wenn sie über "material nonpublic information" - also Insider Informationen - verfügen. Eine weitere bipartisanische Vorlage stammt zudem von Todd Young (R-Indiana) und Elissa Slotkin (D-Michigan). Am 30. April forderten demokratische Kongressmitglieder schliesslich die CFTC auf, eine entsprechende Regel zu erlassen. Damit sollen Event Contracts auf Wahlen, Kriege, Militäraktionen, Sport und Regierungshandlungen ohne wirtschaftliches Hedging-Interesse generell verboten werden.

    Bemerkenswert ist die politische Konstellation. Donald Trump Jr. berät dabei sowohl Polymarket als auch Kalshi. Gleichzeitig lanciert Trumps Social-Media-Plattform Truth Social ihren eigenen kryptobasierten Prediction Market namens "Truth Predict". Zudem warnte das Weisse Haus seine Mitarbeiter am Tag des AP-Berichts zu den Iran-Wetten davor, private Informationen für Prediction-Market-Wetten zu nutzen.

    Branchenkontext und regulatorische Lage

    Polymarket operiert auf Kryptobasis über Polygon und USDC. Kalshi ist hingegen eine von der CFTC zugelassene Designated Contract Market (DCM). Bereits 2022 belegte die CFTC Polymarket mit einer Geldstrafe von 1.4 Millionen USD, weil die Plattform US-Nutzer ohne Registrierung zugelassen hatte. Seither ist Polymarket für US-IP-Adressen gesperrt. Van Dyke umging diese Sperre allerdings mit technischen Mitteln. Im Gegensatz dazu erhielt Kalshi 2023 nach langem Rechtsstreit mit der CFTC die Genehmigung, Wahlergebnis-Kontrakte anzubieten - somit ein Präzedenzfall für politische Event Contracts in den USA.

    Der Fall steht nicht isoliert. Bereits im Februar 2026 verhafteten die Behörden in Israel mehrere Personen und klagten zwei an, weil diese klassifizierte Informationen für Polymarket-Wetten zu iranischen Militäroperationen genutzt hatten. Van Dyke ist somit der erste US-amerikanische Fall dieser Art, jedoch der zweite global dokumentierte Vorfall, bei dem Beteiligte Militäreinsatzwissen über Prediction Markets monetarisierten.

    Die Senatsresolution selbst hat allerdings enge Grenzen. So gilt sie nicht für das Repräsentantenhaus und kennt zudem keine strafrechtlichen Sanktionen. Stattdessen stützt sie sich bei Verstössen auf interne Mechanismen wie Rüge oder Ausschluss. Konkrete Enforcement-Verfahren sind ferner bislang unklar. Der eigentliche Strafrahmen für Insider-Trading auf Prediction Markets ergibt sich somit nicht aus der Senatsresolution, sondern aus dem Commodity Exchange Act mit bis zu zehn Jahren Haft pro Verstoss, wie der Van Dyke-Anklagepunkt zeigt. Ein bundesweites, durchsetzbares Gesetz wie S. 4017 muss hingegen beide Kammern und den Präsidenten passieren.

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    Redaktion cvj.ch

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