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    Mastercard kauft BVNK für bis zu 1.8 Milliarden Dollar: der Stablecoin-Deal ist die zweitgrösste Übernahme der Branche.

    Mastercard integriert über 85 Krypto-Unternehmen in globales Zahlungsnetzwerk

    von Redaktion cvj.ch am 12. März 2026 News

    Mastercard hat ein umfassendes Krypto-Partnerprogramm gestartet. Der Zahlungsriese bindet dabei über 85 Unternehmen aus den Bereichen Blockchain, Fintech und traditionelles Banking in sein Netzwerk ein. Zu den Partnern zählen Binance, PayPal, Ripple, Circle, Gemini, Paxos, Crypto.com, OKX und Bybit.

    Infrastrukturanbieter wie Fireblocks, Chainalysis, MoonPay und Worldpay gehören ebenfalls zur Initiative. Das Mastercard Krypto-Partnerprogramm zielt auf konkrete Enterprise-Anwendungen: grenzüberschreitende Überweisungen, B2B-Transfers, globale Auszahlungen und Settlement. Mastercards Netzwerk verbindet Banken, Händler und Konsumenten in über 200 Ländern. Denn der Konzern bringt mit "Mastercard Move Cross-Border Services" eine Fiat-Infrastruktur ein, die mehr als 95 Prozent der Weltbevölkerung erreicht. Bereits Ende Februar machte Mastercard die MetaMask Card in den USA breit verfügbar. Anfang März gewann der Konzern SoFi Technologies als Stablecoin-Settlement-Partner.

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    Multi-Token Network und Stablecoins als Settlement-Schicht

    Im Kern des Programms steht ein "Multi-Token Network" (MTN). Dieser private Settlement-Layer verbindet tokenisierte Bankeinlagen und regulierte Stablecoins über Finanzinstitute hinweg. Ergänzend stellt Mastercard ein Tool namens "Crypto Credential" bereit. Es ersetzt kryptische Wallet-Adressen durch menschenlesbare Bezeichnungen und automatisiert regulatorische Compliance-Prüfungen. Fehler bei Transaktionen sollen so deutlich sinken.

    "Der Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung: technische Innovation in skalierbare, konforme Anwendungsfälle zu übersetzen, die marktübergreifend funktionieren können." - Stellungnahme Mastercard

    Neben Krypto-Börsen beteiligen sich auch Blockchain-Netzwerke wie Solana, Avalanche (Ava Labs), Aptos, Polygon, Axelar, Tron und Optimism. Das Programm deckt somit sowohl die Handels- als auch die Infrastrukturebene ab. Der globale Stablecoin-Markt überschritt in dieser Woche die Marke von 312 Milliarden USD. Mastercard positioniert sich entsprechend zu einem Zeitpunkt, an dem institutionelle Nachfrage und regulatorische Klarheit zusammentreffen.

    SoFi-Stablecoin und MetaMask Card als Produkte des Programms

    SoFi Technologies schloss Anfang März eine Partnerschaft mit Mastercard ab. SoFiUSD, ein vollständig gedeckter US-Dollar-Stablecoin, wird als Settlement-Option im globalen Mastercard-Zahlungsnetzwerk etabliert. Die SoFi Bank besitzt seit 2022 eine US-Nationalbankenlizenz und lancierte den Stablecoin im Dezember 2025. Galileo, die Technologieplattform von SoFi, soll zu den ersten Unternehmen gehören, die Zahlungskartenclients die Abwicklung in SoFiUSD anbieten. Damit erhält ein von einer regulierten Nationalbank herausgegebener Stablecoin direkten Zugang zum Mastercard-Netzwerk.

    Am 26. Februar lancierte Mastercard gemeinsam mit Consensys und Monavate die MetaMask Card in den USA. Nutzer können Zahlungen mit USDC, USDT, mUSD sowie renditetragenden Token wie aUSDC (via Aave) tätigen. Die Karte gibt es in zwei Varianten: eine kostenlose virtuelle Version mit 1 Prozent Cashback und eine Metal-Version für 199 USD pro Jahr mit 3 Prozent Cashback auf die ersten 10'000 USD jährlich. Cashback-Rewards fliessen in mUSD, einem Ethereum-basierten Stablecoin über die Stripe-Tochter Bridge.

    Neben den USA ist die MetaMask Card bereits in der Schweiz, im Europäischen Wirtschaftsraum, in Grossbritannien, Kanada, Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko aktiv. PayPal bringt zusätzlich über 430 Millionen aktive Konten als Consumer-On-Ramp ins Programm ein. Mit Modern Treasury trat ausserdem ein weiterer Anbieter für Zahlungsinfrastruktur dem Programm bei.

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    Gescheiterte Zerohash-Übernahme als Vorgeschichte

    Das Krypto-Partnerprogramm kommt nicht aus dem Nichts. Mastercard war bis Ende 2025 in fortgeschrittenen Gesprächen, die Blockchain-Infrastruktur-Firma Zerohash für 1.5 bis 2 Milliarden USD zu übernehmen. Zerohash lehnte jedoch ab und entschied sich für Unabhängigkeit.

    "Wir sind nicht an einer Übernahme durch Mastercard interessiert. Unser Team ist entscheidend für unsere Geschwindigkeit, und wir glauben, dass das Unabhängigbleiben Zerohash am besten positioniert, weiterhin zu innovieren." - Zerohash-Sprecher

    Zerohash bedient über 5 Millionen Nutzer in 190 Ländern und zählt Interactive Brokers, Stripe, BlackRocks BUIDL-Fonds und Franklin Templeton zu seinen Kunden. Nach dem gescheiterten Deal strebt das Unternehmen eine Finanzierungsrunde von 250 Millionen USD bei einer Bewertung von 1.5 Milliarden USD an. Mastercard prüft stattdessen eine strategische Investition - ob daraus etwas wird, bleibt offen. Der Konzern war auch an einem möglichen Kauf von BVNK interessiert, einer Londoner Stablecoin-Zahlungsplattform.

    Schon vor dem neuen Programm unterstützte Mastercard Blockchain-Startups über das "Start Path"-Accelerator-Programm und betrieb mit "Engage" eine Plattform mit einem dedizierten Krypto-Kartenprogramm. Der Schritt zum breit aufgestellten Partnerprogramm mit 85 Unternehmen markiert folglich eine Eskalation der Strategie. Statt einzelner Akquisitionen setzt Mastercard nun auf ein offenes Ökosystem.

    Agentic Commerce und der Wettlauf im traditionellen Finanzsektor

    Mastercard verfolgt mit dem Programm auch ein Konzept namens "Agentic Commerce". KI-gesteuerte Agenten sollen autonom Transaktionen über die Krypto-Infrastruktur initiieren und abschliessen können. Konkret baut Mastercard seine Blockchain-Infrastruktur so auf, dass sie nicht nur für menschliche Nutzer, sondern auch für maschinelle Akteure zugänglich wird. Wie weit fortgeschritten die Umsetzung ist, bleibt allerdings unklar.

    Der Vorstoss reiht sich in eine breitere Branchenbewegung ein. In derselben Woche hinterlegte Wells Fargo eine Marke für einen eigenen WFUSD-Stablecoin. Der Versicherungskonzern Aon wickelte gleichzeitig eine Police-Auszahlung über Stablecoins ab. Konkurrent Visa führte bereits Stablecoin-Settlement-Tests mit digitalen Dollar-Emittenten und Blockchain-Firmen durch. Grosse Banken erkunden ihrerseits tokenisierte Einlagen und Blockchain-basierte Zahlungssysteme.

    Mastercard steht also nicht allein, bewegt sich aber mit dem Umfang des Partnerprogramms schneller als die meisten Wettbewerber. Die Mastercard-Aktie handelt dennoch bei rund 505 USD - etwa 16 Prozent unter dem Höchststand von rund 597 USD im August 2025. Der Markt honorierte den strategischen Vorstoss bisher nicht mit einer Kursrallye.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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